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Söder fordert Bundesnotbremse - Corona-Lage auf den Intensivstationen bleibt prekär

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Von: Leyla Yildiz, Katharina Haase, Lucas Sauter-Orengo, Lukas Schierlinger

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Der bisherige Corona-Trend in München setzt sich auch am Samstag fort. Die Lage auf den Intensivstationen ist aber weiter angespannt. Alle Pandemie-News in unserem Ticker.

+++ Alle weiteren News und Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie in München, Bayern und Deutschland finden Sie in unserem neuen Corona-Ticker. +++

Update, 27. November, 10.14 Uhr: Die Corona-Lage in Bayern scheint sich am Wochenende ein wenig zu entspannen. Ein Grund zur Freude ist das aber nicht. Denn die Belegung auf den Intensivstationen ist immer noch hoch. 1041 Menschen müssen am Samstag laut DIVI-Intensivregister intensivmedizinisch wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt werden. 556 davon werden künstlich beatmet. Von 3199 betreibbaren Intensivbetten sind 2861 belegt.

Die Inzidenz hingegen nahm in Bayern laut RKI am Samstag ein wenig ab. Sie sank von 652,3 am Freitag auf 634,5. Dem RKI wurden 12.422 Neuinfektionen gemeldet. 72 Menschen starben in Bayern in den vergangenen 24 Stunden. Die Zahl der Hotspot-Regionen hat sich im Vergleich zu Freitag ebenfalls dezimiert. Sie sank von zwölf auf neun. Unter die Inzidenzgrenze von 1000 sind die Landkreise Ostallgäu (993,6), Deggendorf (950) und Berchtesgadener Land (936,7) gerutscht. Spitzenreiter in Bayern bleibt weiterhin der Kreis Freyung-Grafenau mit 1410,2. Die Landeshauptstadt München bestätigt hingegen den Trend der vergangenen Woche und ist unter den Wert von 500 gefallen. Die Isarmetropole liegt jetzt bei 479,8.

Update, 26. November, 15.30 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet.

Update, 26. November, 15.25 Uhr: Markus Söder zweifelt, ob man es schafft, mit 2G, 2G Plus sowie 3G Plus am Arbeitsplatz die Welle zu brechen. Deshalb brauche es eine klare rechtliche und einheitliche Regelung. Er konnte sich einen Wink Richtung Berlin nicht verkneifen. „Es werden Gespräche auf Bundesebene regelmäßig verweigert. Wir brauchen aber einen Prozess, der zu Ergebnissen führt.“ Denn klar sei: Säßen die Länder an einem Tisch, seien auch die Kommunen im Boot.

Corona in München: Holetschek fordert alle Südafrika-Reisenden auf, sich testen zu lassen

Update, 26. November, 15.10 Uhr: Zum Thema Südafrika forderte Klaus Holetschek alle Menschen, die sich in einem Risikogebiet befunden haben, unbedingt sich testen zu lassen. „Nicht, dass wir ein zusätzliches Problem generieren“, sagte er. Um den Impfstoffmangel etwas entgegenzuwirken, solle man direkt über die EU auf die Impfstoffhersteller zugehen. „Das muss in Berlin gelöst werden und zwar relativ schnell.“

Söder ergänzt auf Nachfrage eines Journalisten: „Es braucht eine nationale Impfpflicht, um nicht immer wieder an der gleichen Stelle zu stehen“. Der Bund habe zwar eine partielle Impfpflicht angekündigt, aber das sei zu wenig und beschränkt sich nur auf Pflegekräfte.

Update, 26. November, 15 Uhr: Gesundheitsminister Holetschek hat danach das Wort: Er bestätigt, dass es Versuche, Pflegekräfte wieder zu reaktivieren, gibt.

Mittlerweile sei das Kleeblattsystem angelaufen. Darüber ist Holetschek froh. Damit werden Patienten in andere Bundesländer gebracht, um versorgt werden zu können. Die zweite Stufe wäre ein Transport ins Ausland. Die dritte Stufe wäre dann die Triage, betont Holetschek.

Corona in München: Forderung nach Bundesnotbremse wird laut

Update, 26. November, 14.55 Uhr: Söder: „Es braucht jetzt auch ein klares Signal vom Bund, wie wir durch den Corona-Winter kommen.“ Dabei sollte es seiner Meinung nach einheitlichen Regelungen und keine regionalen Flickenteppiche geben - er fordert erneut eine Bundesnotbremse.

Update, 26. November, 14.50 Uhr: Laut dem Ministerpräsidenten befinden sich Bayern und Deutschland mitten in einem Corona-Sturm. „Es war nie richtig vorbei“, sagte er. Trotzdem gibt er sich zuversichtlich, dass die Welle gemeinsam überwunden werden kann. „Das sind wir den Kindern und Älteren und vor allem den Pflegekräften schuldig.“ Letztere seien vor einem Jahr die gewesen, die nur mit einem Klatschen bedacht wurden.

Corona in München: Söder appelliert erneut fürs Impfen

Update, 26. November, 14.45 Uhr: Markus Söder möchte die Arbeit der Kliniken erleichtern. Dafür brauche es maximale Flexibilität. Daraufhin spricht er das Thema Impfen an: Er appellierte, sich dringend impfen zu lassen. „Niederbayern hatte keine hohe Impfquote, aber es geht nach oben.“ Seiner Meinung nach sollen die Hotspot-Regionen mehr mit Impfstoffen versorgt werden. „Wir müssen Boostern was geht“, sagte er. Eine Impfpflicht zum 1. Januar wäre wichtig und dass auch alle Apotheken und Ärzte impfen dürfen.

Update, 26. November, 14.34 Uhr: Nach technischen Schwierigkeiten sind Markus Söder und Klaus Holetschek nun endlich vor die Presse getreten. Zuvor führten sie Gespräche mit Vertretern der Stadt Passau sowie der Landkreise Deggendorf, Dingolfing-Landau, Freyung-Grafenau, Passau, Regen und Rottal-Inn.

Markus Söder hat das Wort: Corona sei die Bürde unserer Zeit. „Wir können sagen, Corona ist nicht vorbei“, sagt er. „Es beginnt an bestimmten Stellen, aber es wird sich durch das ganze Land ziehen.“ Seiner Meinung nach wird Corona ganz Deutschland in den Würgegriff nehmen.

Corona in München: Pressekonferenz mit Söder und Holetschek in Niederbayern

Update, 26. November, 14 Uhr: Die nächste Pressekonferenz mit Söder und Holetschek verschiebt sich nach aktuellem Stand nach hinten. Laut der Deutschen Presse-Agentur verzögert sie sich aufgrund der für die Übertragung unzureichenden Netzverbindungen vor Ort. Geplant ist nun um 14.15 Uhr.

Update, 26. November, 12.50 Uhr: In einer Stunde ist es soweit: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsminister Klaus Holetschek treten zum zweiten Mal an diesem Tag vor die Presse. Die beiden sind derzeit bei einem Besuch auf Schloss Neuburg am Inn und sprechen mit den Vertretern der Stadt Passau sowie der Landkreise Deggendorf, Dingolfing-Landau, Freyung-Grafenau, Passau, Regen und Rottal-Inn. Diese Regionen gelten als Hotspots. Danach werden die beiden wohl über die Lage dort sprechen.

Corona in München: Holetschek - „Es muss im Bund gehandelt werden“

Update, 26. November, 10.35 Uhr: Nach Markus Söder sprach der Gesundheitsminister Klaus Holetschek. Er betonte, dass er alles tun will, um den Menschen in den Kliniken zu helfen - auch finanziell. Holetschek wünscht sich eine schnelle Klärung, wer der neue Bundesgesundheitsminister oder die neue Bundesgesundheitsministerin wird. „Es muss im Bund gehandelt werden“. Seiner Meinung nach braucht es auch mehr Biontech-Impfstoff, während er sich im selben Atemzug Sorgen um die neue Virusmutante aus Südafrika machte. Die Einreise aus dem Land müsse sofort gestoppt werden.

Nun geht es für Söder und Holetschek in die nächsten bayerischen Corona-Hotspots (siehe Update 6.18 Uhr). Dort gibt es um 14 Uhr eine weitere Pressekonferenz. 

Update, 26. November, 10.25 Uhr: Für Markus Söder muss es eine einheitliche Bundesregelung geben, denn es reiche nicht aus nur regional zu reagieren. „Deutschland ist mittlerweile das Corona-Sorgenkind in Europa.“ Kritik gegen die neue Ampel-Regierung ließ wieder einmal durch sickern. Seiner Meinung nach soll sie sich schneller mit der Pandemie beschäftigen. „Wir brauchen eine Eindämmungsstrategie.“ Er forderte eine einheitliche Bundesnotbremse. Es müssen schneller Entscheidungen getroffen werden.

Corona in München: Markus Söder fordert eine allgemeine Impfpflicht

Update 26. November, 10.08 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat nach seinem Besuch in Rosenheim gesprochen. „Die Lage bleibt weiter sehr dramatisch“, sagte er. Der Freistaat habe mit einer niedrigen Impfquote, hohen Zahlen im angrenzenden Ausland sowie einer hohen Anzahl an Impfdurchbrüchen zu kämpfen. Trotzdem ist es gelungen einen weiteren extremen Anstieg vorerst zu stoppen. Markus Söder fürchtete dennoch eine Überlastung des Gesundheitssystems.

Jedes freie Bett muss laut Söder genutzt werden. Dafür soll zusätzliches Geld zur Verfügung gestellt werden und die Bundeswehr soll weiterhin als Helfer bereitstehen. Und dabei wiederholte Söder wieder einmal die Forderung: „Impfen, was geht.“

Vor allem die Impfzentren sollen die Hauptarbeit übernehmen, aber auch Hausärzte sollen mit eingebunden werden. Der CSU-Chef spricht auch von Kinder-Impfstraßen, nachdem die EMA den Impfstoff von Biontech auch für Fünf- bis Elfjährige freigegeben hat.

Söder appellierte noch einmal für eine allgemeine Impfpflicht. Seine Forderung an den Bund: „Wir brauchen eigentlich eine Impfpflicht zum neuen Jahr.“

Corona in München: Söder und Holetschek reisen in bayerische Hotspots

Update 26. November, 6.18 Uhr: Corona-Trendwende in München: Im Vergleich zu den Vortagen ist die Inzidenz in der Landeshauptstadt erstmals wieder gestiegen - wenn auch nur leicht. Laut Angaben des RKI beträgt der Wert am heutigen Freitag 498,9. Zum Vergleich: Am Vortag lag dieser bei 497,6. Seit Sonntag war die Inzidenz abgestürzt - von knapp 800 auf knapp 500.

Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsminister Klaus Holetschek reisen heute in die Hotspot-Regionen im Freistaat. Dort wollen sich die beiden ein Bild der aktuellen Lage machen und sich mit Vertretern der Städte und Landkreise austauschen.

Corona in Bayern: Söder besucht Hotspots - Pressekonferenz geplant

Erster Stopp am Vormittag ist ein Treffen in Rosenheim, mit Vertretern der Stadt Rosenheim sowie der Landkreise Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn, Rosenheim und Traunstein. Mittags geht es weiter in den Landkreis Passau. Auf Schloss Neuburg am Inn ist ein Treffen mit Vertretern der Stadt Passau sowie der Landkreise Deggendorf, Dingolfing-Landau, Freyung-Grafenau, Passau, Regen und Rottal-Inn vorgesehen. Im Anschluss an die beiden Termine soll es jeweils eine Pressekonferenz geben.

Update 25. November, 12.24 Uhr: Die Seilbahn-Branche hat ihre massive Kritik an den Corona-Regeln bekräftigt und Nachbesserungen gefordert. Die Vorgabe der bayerischen Staatsregierung zu 2G plus (geimpft, genesen und zusätzlich getestet) sei personell und logistisch nicht zu stemmen, sagte der Präsident des Verband Deutscher Seilbahnen, Matthias Stauch, am Donnerstag. Das sei ein „Schlag in die Magengrube“ und bedeute einen „Lockdown durch die Hintertür“. Stauch verlangte für die Seilbahnen eine Rückkehr zur 2G-Regel. Andernfalls sei unklar, ob es eine Skisaison geben könne.

Die Seilbahnbetreiber fürchten, dass Gäste nach Österreich ausweichen - denn jenseits der Grenze gilt an den Liften 2G - obwohl Österreich derzeit in einem Lockdown steckt.

Update 25. November, 6.32 Uhr: Und weiter geht die Talfahrt. Am Donnerstag ist die 7-Tage-Inzidenz in München erneut (siehe Ursprungsmeldung) rapide gesunken. Das Robert-Koch-Institut (RKI) bezifferte sie am Morgen auf 497,6 (Vortag: 594,8). Nun ist die Landeshauptstadt auf der RKI-Warnkarte nicht einmal mehr pink eingefärbt. Das blüht lediglich Städten und Kreisen, die einen Wert über 500 aufweisen. Das Lockdown-Gespenst - schärfere Maßnahmen würden drohen, würde die 1000er-Marke geknackt - wurde vorerst vertrieben.

Corona in Bayern: Massive Regel-Verschärfung - das gilt jetzt im Freistaat

Ursprungsmeldung:

München - Corona hatte im Sommer deutlich an Schrecken verloren. Die Impf-Quoten stiegen, die Inzidenzen* sanken. Fast alles war wieder möglich, lediglich die Maskenpflicht erinnerte wohl noch daran, dass die Pandemie noch nicht gänzlich als beendet erklärt wurde.

Dann, etwa Mitte Oktober, gingen die Zahl der Neu-Infektionen wieder nach oben, das exponentielle Wachstum gewann in dramatischem Tempo an Geschwindigkeit. In Anbetracht der schwierigen Lage handelte der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit einer Reihe an massiven Regel-Verschärfungen, die ab dem heutigen Mittwoch, 24. November, gelten.

Im Rahmen einer Regierungserklärung im Bayerischen Landtag erklärte der CSU-Chef ein weiteres Mal, weshalb die harten Maßnahmen nun unabdingbar seien - und warb für eine Impfpflicht für alle zu Beginn des neuen Jahres. Um die Dynamik der jetzigen Welle zu brechen, unter der besonders der Freistaat leidet, verabschiedete das bayerische Kabinett nun ein Maßnahmen-Paket, das für einige Regionen gar einen Lockdown für alle bedeutet. Folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Regeln, die in Bayern jetzt gelten.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, gibt im bayerischen Landtag während einer Sondersitzung eine Regierungserklärung ab.
Markus Söder gibt im bayerischen Landtag während einer Sondersitzung eine Regierungserklärung ab. © Peter Kneffel/Felix Hörhager/dpa

Corona in Bayern: Diese Regeln gelten jetzt - Lockdown für Hotspots

Die neuen Corona-Regeln gelten für ganz Bayern. Alle Regeln sollen, so kündigte es der Bayerische Innenminister Herrmann an, „massiv“ kontrolliert werden. Auch empfindliche Strafen soll es dann geben. Landkreise und Städte, die allerdings eine Inzidenz von über 1000 vorweisen, gehen in einen Lockdown - auch für Geimpfte und Genesene. Dort soll es Zusatzregeln geben:

Corona-Inzidenz in München: Droht der Stadt ein neuer Lockdown?

Was aber bedeutet das nun zum Beispiel für die Landeshauptstadt München? Dort liegt die Inzidenz am Mittwoch bei 594,8. Am Sonntag hatte sie noch bei fast 800 gelegen - der Wert sinkt nun also weiter, bereits den dritten Tag in Folge. Am Dienstag lag der Wert noch bei 681,9. Fakt ist - und das ist eine gute Nachricht für alle Münchner: Sollte es so weitergehen, droht der Stadt vorerst kein echter Lockdown.

Die Regeln wie geschlossene Clubs, Sperrstunde ab 22 Uhr und Absage aller Weihnachtsmärkte gelten für München jedoch ebenso, wie für alle anderen Landkreise. Die Corona-Lage in der Landeshauptstadt bleibt dennoch angespannt. Ersten Informationen der tz zufolge, bereiten sich die Münchner Kliniken bereits auf die Triage vor. Erste Kranke sollen am Wochenende in Kliniken außerhalb Oberbayerns verlegt werden.

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