1. tz
  2. Welt
  3. Coronavirus

Neue Corona-Regeln könnten Münchner Unternehmen den „Garaus machen“ - „Personeller Shutdown“ der Gastronomie

Erstellt:

Von: Thomas Eldersch

Kommentare

Droht bald vielen Münchner Gastronomen und Hotelbesitzern das Aus?
Droht bald vielen Münchner Gastronomen und Hotelbesitzern das Aus? © Felix Hörhager/dpa/Symbolbild

Pflegekräfte fehlen und Krankenhäuser sind am Limit. Könnte anderen Münchner Unternehmen nun auch der Personal-Gau bevorstehen? Die Corona-Regeln sind eindeutig.

München - Gerade erst begannen sich Gastronomen und Hotelbesitzer von den langen Corona-Lockdowns zu erholen. Aber auch viele andere Unternehmen litten stark unter den monatelangen Shutdowns. Mit der Impfung und der Einführung von 3G, 3G plus und 2G sollte damit eigentlich Schluss sein. Kein Lockdown mehr. Doch jetzt droht dem Gast-Gewerbe und anderen Dienstleistern erneut das Aus.

Corona in München: Springt die Krankenhaus-Ampel bald auf rot um?

Die Corona-Lage in Bayern spitzt sich schon seit Tagen zu. Seit Sonntag gilt auch in München die gelbe Ampelstufe. Schon morgen könnte die Krankenhaus-Ampel auf Rot umschwenken, denn laut Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) werden am heutigen Montag, 8. November, 606 Covid-Patienten auf den Intensivstationen behandelt. Die Grenze für die rote Stufe liegt bei 600. Somit werden die Regeln noch weiter verschärft und in vielen Bereichen gilt nur noch 2G.

Damit es die gebeutelten Unternehmen nicht noch einmal so hart erwischt wie bei früheren Lockdowns, hatte man sich vergangene Woche im bayerischen Kabinett um Markus Söder überlegt, dass die Inanspruchnahme von körpernahen Dienstleistungen (Frisör, med. Fußpflege) weiterhin mit 3G plus möglich seien sollte. Auch in Restaurants sollten Menschen mit negativem PCR-Test noch gehen dürfen - wenn sie nicht geimpft oder genesen sind. Das klingt zunächst einmal gut für die Branche, doch eine andere Regel könnte die aufkeimende Euphorie gleich wieder eindämmen.

(Unser München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Isar-Metropole. Melden Sie sich hier an.)

Video: Diese Corona-Regeln gelten in Bayern

Corona in München: PCR-Tests fürs Gast-Gewerbe und körpernahe Dienstleistungen

Sollte die rote Ampelstufe erreicht werden, gilt für Betriebe mit mehr als zehn Beschäftigten die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Also Angestellte, die Kontakt mit anderen Menschen haben und nicht geimpft oder genesen sind, müssen zweimal in der Woche einen negativen Testnachweis mitbringen. Dabei reicht allerdings ein einfacher und relativ günstiger Schnelltest. Damit sind aber nicht die Angestellten des Gast- und Dienstleistungsgewerbes gemeint, bestätigte jetzt noch einmal das bayerische Gesundheitsministerium gegenüber tz.de. Schon ab der gelben Ampelstufe müssen „nicht geimpfte und nicht genesene Inhaberinnen und Inhaber sowie Beschäftigte in den Bereichen Gastronomie, Diskotheken, Beherbungsunternehmen und körpernahe Dienstleistungen, die Kundenkontakt haben, an mindestens zwei verschiedenen Tagen pro Woche über einen negativen Nukleinsäuretestnachweis (PCR-Test, PoC-PCR-Test oder Test mit sonstigen Verfahren der Nukleinsäureamplifikation) verfügen“.

Angela Inselkammer, DEHOGA-Verbandspräsidentin, sagte dazu bereits am Freitagabend: „Die jetzt gültige Regelung wird dem Gastgewerbe den Garaus machen.“ Dass sich ungeimpfte Beschäftigte jetzt auf eigene Kosten zweimal pro Woche einem PCR-Test unterziehen und dafür 800 Euro im Monat zahlen würden, sei utopisch. Auch die Unternehmen könnten diese Kosten nicht stemmen. „Die Folge wird sein, dass dem Gastgewerbe massenhaft Mitarbeiter verloren gehen, da ‚3G plus‘ in vielen berufsverwandten Bereichen wie dem Einzelhandel nicht gilt - ebenso wenig, wie die Pflicht zum Tragen einer Maske während der Arbeit“, sagte Inselkammer. Es drohe der „personelle Shutdown einer ganzen Branche“. (tel)

Auch interessant

Kommentare