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Dramatische Corona-Lage in München: Stadt greift jetzt hart durch - Polizei auf der Jagd nach Regel-Sündern

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Von: Christina Meyer, Claudia Schuri, Caroline Wörmann

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Polizei in München auf Streife: Die Corona-Kontrollen werden jetzt verstärkt.
Polizei in München auf Streife: Die Corona-Kontrollen werden jetzt verstärkt. © Jens Hartmann

Auf Corona-Streife durch die Innenstadt: München zieht in Sachen Pandemie-Bekämpfung die Zügel an. Wie angekündigt, kontrollieren Polizei und Kreisverwaltungsreferat die Einhaltung der Corona-Regeln streng.

München - Und die werden verschärft: In der Gastronomie gilt bald 2G – in Restaurants oder Hotels kommt man also nur noch genesen oder geimpft. Wer keinen Impfnachweis hat, kommt jetzt auch mit negativem Test nicht mehr rein. Zudem läuft der Kita-Betrieb wieder eingeschränkt, der Besuch in Seniorenheimen ist nur mit PCR-Test* möglich. Was das genau bedeutet, was Betroffene zur Umsetzung sagen:

München: Ungeimpfte dürfen nicht mehr in Restaurants und Hotels

Wer nicht geimpft oder genesen ist, darf nicht mehr ins Wirtshaus: In München soll nun die 2G-Regel für die Gastronomie gelten. Die Stadt hatte bereits für heute eine entsprechende Allgemeinverfügung angekündigt, die bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe allerdings noch nicht verfasst war. Der Freistaat will ab morgen Ungeimpfte nicht mehr in Restaurants und Hotels lassen.

Ninja Höfler und ihre Partnerin Kristina betreiben das Schiller Bräu in der Schillerstraße und haben erst vor kurzem das Wirtshaus zum Alten Wirt am Dreifaltigkeitsplatz eröffnet. „Bei uns ändert sich nicht viel. Es sind schon jetzt fast gar keine Gäste mit Test gekommen“, berichtet sie. Die große Mehrheit sei geimpft. Allerdings seien zuletzt viele Reservierungen storniert worden. Die Münchnerin Karola Schmidt (51) befürwortet 2G: „Wir haben zwar schon fast Herdenimmunität erreicht, aber die Infektionszahlen steigen trotzdem weiter an“, sagt die Bankkauffrau. „Das ist einfach beängstigend. Es muss mehr gemacht werden!“

 die Wirtinnen Ninja und Kristina Höfler
Die Wirtinnen Ninja und Kristina Höfler. © Astrid Schmidhuber

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband fordert derweil schnelle Unterstützung in Form einer weiteren Überbrückungshilfe für Betriebe. Außerdem kritisiert er die Ankündigung, dass in Clubs und Discos nur noch Geimpfte und Genesene mit Test feiern dürfen. Dadurch würde die Hürde für den Clubbesuch so hoch angesetzt, „dass es de facto zu einem erneuten Lockdown für Clubs und Diskotheken kommt“, sagt Präsidentin Angela Inselkammer. Eine Verschärfung sei „weder verhältnismäßig noch zielführend“.

Die Polizei kontrollierte am Wochenende die Einhaltung der Corona-Regeln.
Die Polizei kontrollierte am Wochenende die Einhaltung der Corona-Regeln. © Jens Hartmann

Bereits am Wochenende hatte die Polizei die Einhaltung der Corona-Regeln* in München* streng kontrolliert, dafür waren 100 Beamten zusätzlich eingeteilt. ­Zwischen Freitagmorgen und Sonntagfrüh hat das Polizeipräsidium insgesamt 733 Corona-Kontrollen durchgeführt – unter anderem in der Gastronomie und in Clubs, aber beispielsweise auch im Bereich der körpernahen Dienstleistungen. Dabei wurden 14 Verstöße registriert, einer der Kontrollierten bekam eine Verwarnung. 13 erhielten eine Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit, vor allem wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht. Verstöße können 250 Euro Strafe für Gäste und bis zu 5000 Euro Strafe für Restaurant-Betreiber kosten.

Corona in München: Besondere Regeln für Besucher in Heimen

Für Ungeimpfte wird der Besuch von Angehörigen im Pflegeheim teuer: Besucher, die weder geimpft noch genesen sind, müssen in München ab sofort einen negativen PCR-Test vorweisen. In den Testzentren muss man dafür mit Preisen ab 70 Euro rechnen. Die Stadt München reagiert mit den strengeren Besuchsregeln auf die Verschärfung der Corona-Lage. Das städtische Gesundheitsreferat bestätigt, dass nicht geimpfte Besucher von Alten- und Pflegeheimen die PCR-Tests selbst bezahlen müssen.

Auch Geimpfte und Genesene brauchen jetzt zwingend einen Testnachweis – für sie reicht aber ein Antigen-Schnelltest. Das war in einigen Heimen bereits sowieso Praxis. „Bei uns wurden schon vorher alle Besucher gebeten, sich testen zu lassen“, sagt Christian Liesenhoff von Münchenstift. Dort werden vor Ort Schnelltests angeboten. „Ungeimpfte Besucher sind in der Minderheit.“ Andrea Frauscher, Sprecherin des BRK-Kreisverbands München, berichtet ebenfalls, dass viele Besucher der BRK-Heime geimpft sind. Die älteren Menschen in den Pflegeheimen gehören zu den am meisten gefährdeten Gruppen, erklärt sie: „Die häufigeren und sicheren Testungen von Ungeimpften und nicht Genesenen mit PCR Tests sollen dazu beitragen, dass Infektionen nicht in die Einrichtung getragen werden.“

Die Verschärfung gilt zunächst laut entsprechender Allgemeinverfügung nur in München. Ansonsten ist im Großteil Bayerns ein kostenfreier Schnelltest ausreichend.

München: In Kitas werden die Corona-Regeln jetzt verschärft

In den Münchner Kitas werden die Regeln verschärft: Ab heute werden Kinder wieder in festen Gruppen betreut. „Mit den festen Gruppen reduzieren wir die Kontakte innerhalb der Betreuungseinrichtungen erheblich. Dies wird die Ausbreitung von Corona-Infektionen in den Kitas abbremsen“, sagt Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD): „Wir wollen damit noch einschneidendere Maßnahmen für Familien möglichst verhindern.“ Ministerpräsident Söder kündigte zudem an, dass auch Kita-Kinder künftig drei Mal die Woche getestet werden sollten. C. Schuri, C. Meyer, C. Wörmann, M. Heinrichs *tz.de und Merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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