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Bayern im Krisenmodus: Corona-Ampel, FFP2-Maskenpflicht und 2G - Alle Söder-Verschärfungen im Detail

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Von: Thomas Eldersch

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Die bayerische Ministerrunde hat sich am Mittwoch zu einer außerplanmäßigen Sitzung zum Thema Corona getroffen. Dabei wurden einige Regeländerungen beschlossen. Ein Überblick.

München - Die Corona-Situation hat sich in Bayern in den vergangenen Tagen noch einmal massiv verschärft. Darauf wiesen Ministerpräsident Markus Söder, Gesundheitsminister Klaus Holetschek (beide CSU) und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Mittwoch, 3. November, auf einer Pressekonferenz nach einer außerplanmäßigen Kabinettssitzung hin. „16 von 25 Hotspots liegen in Bayern“, so der Landeschef. Und weiter fuhr Söder fort: „Corona ist mit aller Macht zurück.“ Um unter anderem zu verhindern, dass die Krankenhäuser unkontrolliert volllaufen und überlastet werden, hat das Kabinett eine Verschärfung der Corona-Regeln beschlossen. Wir geben Ihnen einen Überblick, auf was Sie ab Samstag (6. November) achten müssen.

Corona in Bayern: Die Krankenhaus-Ampel wurde angepasst

Die größte und weitreichendste Änderung wurde wohl an der Krankenhausampel vorgenommen. Bislang wurde die gelbe Stufe bei einer Krankenhausauslastung bayernweit von 1200 Patienten innerhalb von einer Woche erreicht. Ab 600 Intensivpatienten gilt die rote Stufe. Um auf den rasanten Anstieg der Patientenzahlen besser regieren zu können, soll die gelbe Stufe nun schon ab 450 Intensivpatienten erreicht werden.

Zusätzlich gibt es jetzt eine sogenannte Hotspot-Regelung. Damit sollen besonders betroffene Landkreise besser auf gestiegene Infektionszahlen reagieren können. Sollte dort eine Inzidenz von 300 und eine Intensivbetten-Auslastung von mehr als 80 Prozent erreicht werden, springt die Krankenhausampel sofort auf Rot um.

Corona in Bayern: Was passiert bei welcher Ampelstufe?

Aber was passiert, wenn die jeweilige Stufe erreicht wird? Springt die Corona-Ampel auf Gelb um, gilt bayernweit wieder die FFP2-Maskenpflicht. Überall dort wo bislang 3G (geimpft, genesen, getestet) galt, wird auf 3G-plus umgestellt. Also statt normalen Schnelltests muss ein PCR-Test gemacht werden. Sollte davor 3G-plus gegolten haben, wird auf 2G (geimpft und genesen) gewechselt. Diese Umstellung gilt nicht für den Öffentlichen Nahverkehr und den Einzelhandel. Bei Rot gilt zusätzlich die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Außerdem wird 2G noch mehr ausgeweitet. Für die Gastronomie sowie körpernahe Dienstleistungen gilt selbst bei der höchsten Stufe die 3G-plus-Regel. „Die Menschen müssen auch noch weiter zum Frisör gehen können“, so Ministerpräsident Söder. Kontaktbeschränkungen wie sie Baden-Württemberg vorsieht, wird es in Bayern nicht geben.

Corona-AmpelVoraussetzungenMaßnahmen
gelbBayernweit 1200 Patienten auf Normalstation (innerhalb von sieben Tagen) oder 450 Patienten auf IntensivstationFFP2-Maskenpflicht, 3G wird zu 3G-plus, 3G-plus wird zu 2G
rotBayernweit 600 Patienten auf Intensivstation oder in einer Region eine Inzidenz über 300 und einer Intensivbetten-Auslastung von mehr als 80 ProzentAusweitung der 2G-Regel, 3G-Regel am Arbeitsplatz

Laut DIVI (Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin) beträgt die Intensivbettenauslastung am Mittwoch (3. November) 488. Damit wäre die Voraussetzung für das Umschwenken auf die gelbe Ampelstufe erreicht. Sollten die Zahlen auch am Samstag noch so hoch bleiben, würden ab dann die verschärften Regeln in Kraft treten.

Corona in Bayern: Maskenpflicht an Schulen kommt zurück

Besonders stark von der vierten Corona-Welle betroffen sind Kinder und Jugendliche. Hier sind die Inzidenzen besonders hoch. Deshalb gilt ab kommenden Montag, 8. November, wieder die Maskenpflicht am Platz sowie im Schulgebäude. Im Freien kann die Maske wegfallen. Für die Grundschulen gilt die Pflicht eine Woche, für weiterführende Schulen zwei Wochen lang. Schülerinnen und Schüler in den Grundschulen dürfen weiterhin Alltagsmasken verwenden, die älteren müssen medizinische Masken benutzen. Sollte es zu einem Infektionsfall kommen, müssen alle Klassenkameraden eine Woche lang jeden Tag getestet werden.

Um die Corona-Pandemie dauerhaft in den Griff zu bekommen, warb Söder noch einmal eindringlich für das Impfen. Die steile Dynamik des Infektionsgeschehens zeige sich bereits deutlich in der Krankenhausbelegung, mit entsprechenden Folgen: „Wir wollen auf keinen Fall, dass andere OPs, die dringend notwendig wären, abgesagt werden müssen wegen Corona“, betonte Söder. Auch warnten Mediziner bereits vor schwierigen Situationen, wenn etwa ein geimpfter Krebspatient nicht operiert werden könne, weil sein Bett von einem ungeimpften Corona-Patienten belegt sei. (tel)

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