Nach Anwalts-Streik

"Costa"-Prozess um Kapitän Schettino fortgesetzt

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Der Prozess um das Unglück des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia", bei dem 32 Menschen ums Leben kamen geht weiter. Der Kapitän Francesco Schettino muss sich vor Gericht verantworten.

Grosseto - Der angeklagte Kapitän des havarierten Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ hofft weiter auf Strafmilderung. Bei einer eintägigen Anhörung wird detailliert geschildert, wie die 32 Opfer starben.

Im Prozess um die Havarie des Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ vor der italienischen Insel Giglio sind vor Gericht am Mittwoch Einzelheiten zum Tod der 32 Opfer geschildert worden. Ein Gerichtsbeamter las bei der Anhörung im toskanischen Grosseto die Namen der verstorbenen Passagiere und Besatzungsmitglieder vor und beschrieb, wie jedes der Opfer starb. Dabei wurde aus der Anklageschrift gegen den angeklagten Kapitän der „Costa Concordia“, Francesco Schettino, zitiert.

Kürzere Haft für Schuldgeständnis?

Der Kapitän muss sich unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und vorzeitigem Verlassens des Schiffs vor Gericht verantworten. Insgesamt droht ihm eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren, falls er in allen Anklagepunkten für schuldig befunden wird. Der Prozess, der voraussichtlich bis nächstes Jahr dauern wird, wurde nach einwöchiger, streikbedingter Pause seitens der Rechtsanwälte am Mittwoch fortgesetzt.

Schettino hofft weiter auf Strafmilderung. Sein Anwalt Donato Laino sagte am Mittwoch, die Verteidigung habe jedoch wenig Hoffnung, dass sich das Gericht auf eine solche Einigung einlasse. Der Antrag der Verteidigung sei im Wesentlichen eine „Formalität, da uns die Staatsanwaltschaft 'Nein' sagen wird“, zitierte ihn die Nachrichtenagentur LaPresse.

Schettinos Anwälte wollen eine Einigung erwirken, nach der Schettino eine geringere Haftstrafe von drei Jahren und fünf Monaten bekäme, wenn er sich im Gegenzug für schuldig erklärt. Die „Costa Concordia“ war im Januar 2012 mit 4200 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord vor der Insel Giglio auf ein Riff aufgelaufen und gekentert. Schettino wird vorgeworfen, das sinkende Schiff vorzeitig verlassen, die Evakuierung zu spät angeordnet und die Passagiere ihrem Schicksal überlassen zu haben.

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Der Kapitän wies die Vorwürfe bei Prozessauftakt vor einer Woche zurück, mit einem riskanten Fahrmanöver die Havarie verursacht zu haben. Stattdessen pocht er darauf, dass seine navigatorischen Künste Tausende Leben gerettet hätten. Überdies habe die elektronische Schifffahrtskarte keinerlei Warnhinweise auf das Riff angezeigt, sagte er. Schettino selbst bezeichnet sich als Sündenbock.

Einige der Todesopfer seien „in einen Strudel (aus Wasser) gezogen“, worden, als das Kreuzfahrtschiff kenterte, hieß es am Mittwoch vor Gericht. Die Opfer sollen ertrunken seien - einige nachdem sie ins Wasser gesprungen oder gefallen waren.

Auch gut anderthalb Jahre nach der Katastrophe konnten die sterblichen Überreste zweier Opfer nicht geborgen werden. Schleppend geht zudem der Abtransport des Schiffswracks voran, das noch immer vor der Insel Giglio im Wasser liegt.

ap

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