Extremitäten mehrerer Menschen verfärbt

„Giftanschlag“ an deutscher Uni: Student schwebte in Lebensgefahr - 40-köpfige Mordkommission ermittelt

Am Montag haben sich offenbar mehrere Menschen an der Universität Darmstadt vergiftet. Die Polizei geht von einem mutmaßlichen Giftanschlag aus.

Update vom 24. August 11.15 Uhr: Wie die dpa berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft im Fall eines mutmaßlichen Giftanschlags an der Technischen Universität Darmstadt wegen versuchten Mordes. Die Polizei teilte am Dienstag mit, dass sie eine 40-köpfige Mordkommission mit dem Namen „Licht“ einrichte. Die Ermittlungen würden derzeit auf Hochtouren laufen. „Die Polizei tut alles, um zeitnah den oder die Verursacher zu ermitteln“, teilte die Polizei Darmstadt der dpa mit.

Darmstadt - Nachdem Personen an der Technischen Universität Darmstadt etwas getrunken haben, verfärbten sich ihre Extremitäten bläulich und sie fühlten sich unwohl. Am Montag (23. August) wurden Medienberichten zufolge mehrere Menschen mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei spricht von einem mutmaßlichen Giftanschlag - ein 30-jähriger Student befand sich demnach sogar in Lebensgefahr. Am späten Montagabend hieß es, sein Zustand sei kritisch.

Mindestens sieben Menschen seien von den Vergiftungserscheinungen betroffen, wie die TU Darmstadt mitteilt. „Wir sind erschüttert angesichts der offensichtlichen Straftat, die sich an unserer Universität ereignet hat“, teilte die Präsidentin der Hochschule, Tanja Brühl, der dpa am Dienstag (24. August) mit. Wie erste Ermittlungen der Polizei vermuten lassen, sind die Betroffenen vermutlich Opfer eines Giftanschlages geworden.

Anschlag auf Uni Darmstadt: Mehrere Milchpackungen und Wasserbehälter vergiftet

Eine Laboranalyse soll zeigen, um welchen Giftstoff es sich handelt. Die Polizei geht davon aus, dass mehrere Milchpackungen und Wasserbehälter im Tatzeitraum zwischen Freitag und Montag mit einem gesundheitsschädlichen Stoff versetzt wurden. Wie das Polizeirevier der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, sei der „der beißende Geruch der betroffenen Flüssigkeiten“ besonders auffällig.

Universität und Polizei warnen derweil davor, Lebensmittel oder Flüssigkeiten, die zum Tatzeitraum in der Universität gelagert wurden, zu verzehren. Die Polizei untersucht noch weitere Lebensmittel und Getränke, die sich auf dem Campus befanden. Betroffen war der Campus Lichtwiese des Fachbereichs Material- und Geowissenschaften. Nach derzeitigem Stand (24. August) gehe die Polizei nicht davon aus, dass weitere Gebäude betroffen sind.

An der Universität Darmstadt wurden mehrere Personen Opfer eines mutmaßlichen Giftanschlags.

Polizei sucht Zeugen - Gesundheitszustand eines 30-jährigen Studenten kritisch

Die Universität weist in einer Mitteilung darauf hin, dass sich Personen, die zum Tatzeitraum etwas aus dem Gebäude L2.01 verzehrten und sich unwohl fühlen oder bläulich verfärbte Extremitäten aufweisen, umgehend in ärztliche Behandlung begeben sollten. „Im Fall einer eingetretenen Verfärbung sollten sich Betroffene möglichst nicht bewegen und umgehend den Notarzt rufen“, heißt es weiter.

Die betroffenen Personen wurden über die Katwarn-App gewarnt. Wie das Präsidium der Universität Darmstadt mitteilte, sucht die Polizei weiterhin Hinweise zur Tat.

Rubriklistenbild: © Alexander Rau/dpa

Auch interessant

Kommentare