Öffentliche Begnadigung

Darum rettete ein Restaurant einen 132-jährigen Hummer

Hempstead - Der 132-jährige Hummer namens Louie wuchs einem amerikanischen Restaurantbesitzer so sehr ans Herz, dass er ihn vor dem Kochtopf rettete.

Nur einen Tag nach dem weltweiten „National Lobster Day“ wurde einem glücklichen Hummer aus Hempstead, New York, das sichere Schicksal als Festschmaus erspart.

Anstatt frittiert, gekocht oder auch in einem Salat-Dip verrührt auf dem Teller hungriger Restaurantgäste zu landen, retteten ihn die Besitzer des Lokals „Peter‘s Clam Bar“ und die Stadt Hempstead vor dem sicheren Tod. 

Es gilt in dem Restaurant in Island Park nämlich als langjährige Tradition, eines der als Delikatesse geltenden Scherentiere pünktlich zur „National Lobster Week“ zu pardonieren und von der Speisekarte zu streichen.

Da hat Louie aber Hummer gehabt!

In diesem Jahr fiel die Wahl auf einen Hummer namens Louie, der laut Restaurantbesitzer Butch Yamali bereits ein beachtliches Alter von 132 Jahren erreicht hat.

Der Akt der Begnadigung wurde am 16. Juni schließlich standesgemäß zelebriert: Anthony Santino, der Supervisor der Stadt Hempstead, erteilte seine offizielle Erlaubnis, das zehn Kilogramm schwere Krustentier am naheliegenden Atlantic Beach Reef in seine wohlverdiente Freiheit zu entlassen - in der Hoffnung, dass der gesetzte, ältere Herr im atlantischen Ozean nun hoffentlich einen entspannten Lebensabend verbringt.

Der Geschäftsführer des Restaurants, das kürzlich 75-jähriges Jubliäum feierte, entschied sich logischerweise nicht nur aus reiner Herzensgüte dazu, jedes Jahr einen der gepanzerten Zehnfüßler vor dem Kochtopf zu bewahren. Zum einen generiert Yamali damit besonders reichweitenstarke PR für sein Lokal, zum anderen schwellen Hummer über die Jahre zu massiven Tieren an, die schwer zu kochen, geschweige denn zu verspeisen sind.

Louie wuchs dem Restaurantbesitzer bald ans Herz

Zu dem 132-jährigen Louie, der aufgrund seines hohen Alters samt enormer Größe bald zu einer stadtbekannten Sensation avancierte, pflegte Yamali jedoch tatsächlich eine besondere Verbindung. „Einmal kam ein Mann zu mir und sagte ‘Ich gebe dir 1000 Dollar für diesen Hummer‘“,erzählte Yamali im Gespräch mit dem Nachrichtenportal „Newsday“. „Aber dieser Hummer war mittlerweile schon viel zu lange hier. Das wäre, als würde ich mein Haustier verkaufen.“ Und da Yamali es niemals übers Herz gebracht hätte, Louie als kulinarische Köstlichkeit zu verscherbeln, blieb als einzige logische Konsequenz die Begnadigung. „Dieser Hummer musste gerettet werden“, betonte der Restaurantbesitzer. „Manchmal geht es nicht immer nur um‘s Geld.“

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Auch Käferlarven, Maden und Mehlwürmer liefert der Online-Handel inzwischen bequem ins Haus. Authentischer schmeckt's auf einem thailändischen Markt. © Getty Images/iStockphoto/antpkr

sl

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