Das Mega-Paket: Was davon wirklich ankommt

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Ein dickes Konjunktur-paket: Heute entscheiden die Spitzen der Großen Koalition über die Maßnahmen gegen die Finanzkrise

Berlin - Heute abend fällt die Entscheidung: Wie viel von dem gigantischen 50-Milliarden-Konjunkturpaket wird über Steuer- und Abgabensenkungen bei den Bürgern ankommen?

Die Spitzen von Union und SPD entscheiden am Abend im Bundeskanzleramt über die Details des Mega-Pakets. Schon jetzt deutet sich an: Eine wirklich spürbare Geldspritze für jedermann ist kaum zu erwarten. Im Durchschnitt werden voraussichtlich nur zehn Euro pro Kopf und Monat im Geldbeutel der Bürger landen, errechneten Experten für die Unions-Vorschläge – und das bei Investitionen von 50 Milliarden Euro, also rund einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der Löwenanteil des Mega-Pakets dient zur Verhinderung steigender Arbeitslosigkeit durch massive Erhöhung der staatlichen Investitionen in Straßen, Schulen, Unis und erneuerbare Energien. Aber vielleicht springt ja doch mehr für die Bürger raus – schließlich herrscht Wahlkampf. Angela Merkel deutete am Wochenende an, dass die Steuer- und Abgabensenkungen alle auf einen Schlag zum 1. Juli in Kraft treten sollen – zu einem Zeitpunkt, an dem die Krise voraussichtlich an ihrem Höhepunkt angekommen sein dürfte. Die tz stellt die wichtigsten Pläne in der Großen Koalition zur Förderung der Binnennachfrage vor:

Grundfreibetrag steigt:Schon jetzt besteht Einigkeit zwischen Union und SPD: Der Grundfreibetrag wird von 7664 Euro auf 8004 Euro angehoben. Das bedeutet, dass das Einkommen bis zu diesem Betrag steuerfrei bleibt – was einen Single um gut 51 Euro im Jahr entlastet.

Senkung des Eingangssteuersatzes:SPD-Finanzminister Peer Steinbrück will den Eingangssteuersatz von 15 auf 12 Prozent senken. Ein Lediger erhielte dadurch 137 Euro im Jahr mehr, ein Verheirateter 274 Euro. Doch Unions-Fraktionschef Volker Kauder lehnt den SPD-Plan, der 4,5 Milliarden Euro im Jahr kosten würde, ab. In der CSU hingegen gibt es hier Kompromissbereitschaft.

Kalte Progression:Die CDU hat mittlerweile dem CSU-Vorstoß zugestimmt, schon vor der Wahl das Problem der „kalten Progression“ anzugehen. Gemeint ist damit, dass jede Lohnerhöhung oder Überstunden-Auszahlung durch steigende Steuersätze größtenteils aufgefressen wird. Der Union schwebt eine leichte Verschiebung der Tarifkurve und ein flacherer Anstieg der Steuersätze vor. Bei CDU und CSU geht man davon aus, dass die noch zögerliche SPD hier überzeugt werden kann. Kostenpunkt: 7,5 Milliarden Euro. Entlastung für den Durchschnitts-Verdiener: 8 bis 10 Euro im Monat.

Eine Milliarde - wieviel ist das?

Eine Milliarde - wieviel ist das? © 
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AMEISEN: Auf einem Ameisenhügel tummeln sich im Schnitt eine Million fleißige Insekten. © dpa
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Tausend Haufen ergeben also eine Milliarde Ameisen. © 
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LOTTO: Angenommen, Sie würden jede Woche eine Million Euro im Lotto gewinnen ... © dpa
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Sie bräuchten 19 Jahre und 12 Wochen, um die Gewinnsumme von insgesamt einer Milliarde Euro zu erreichen. © dpa
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ERDE: Wie sah es vor einer Milliarde Jahren auf der Erde aus? Unser Planet hat schon etwa 3,5 Milliarden Jahre auf dem Buckel. © dpa
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Es gibt bereits Meere und Land. Die Sonne hat noch nicht die volle Leistung errreicht, doch sind alle Bedingungen für die Entstehung des Lebens erfüllt. Erste primitive Lebewesen entstehen. © dpa
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SONNE: Und wie ist die Lage in einer Milliarde Jahren auf der Erde? Die Leuchtkraft der Sonne nimmt zu, deshalb wird es auf unserem Globus so heiß, dass die Ozeane zu kochen beginnen. © dpa
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Die letzte Phase der belebten Erde wird eingeläutet! Vier Milliarden Jahre später bläht sich die Sonne zum Riesenstern auf und ein Ozean aus Lava bildet sich auf der Erde, der alle Zeugnisse einstigen Lebens vernichten wird. © dpa
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SPERMIEN: Um eine Milliarde Spermien zu produzieren, muss ein Mann nur 3,5 Mal zum Samenerguss kommen! © dpa
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Im Durchschnitt enthält ein männliches Ejakulat nämlich 300 Millionen Spermien. © dpa
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GELDSCHEINE: Nimmt man 100-Euro-Scheine und stapelt die Summe von einer Milliarde übereinander ergäbe dies eine Höhe von einem Kilometer. © dpa
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Eine Milliarde Euro in 500-Euro-Scheinen würden 2,4 Tonnen wiegen – etwa so viel wie eine afrikanische Elefantendame. Stapelt man sie als Zwei-Euro-Stücke übereinander, müsste man einen 975 Kilometer hohen Turm bauen. © dpa
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HAARE: Jeder Mensch hat durchschnittlich 100 000 Haare auf dem Kopf. Man bräuchte also eine Ansammlung von 10 000 Leuten um eine Milliarde Kopfhaare zusammenzubekommen ... © dpa
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... vorausgesetzt, alle haben welche! © dpa
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BÄUME: Ein Achtel der Wälder in Deutschland – das ergibt eine Milliarde Bäume. © dpa
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Laut Bundeswaldinventur gibt es insgesamt 8,7 Milliarden Bäume. © dpa
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WANDERHEUSCHRECKEN: Regelmäßig suchen Schwärme von Wanderheuschrecken den Norden Afrikas heim. © dpa
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Bei der Heuschreckenplage von 1988 bestanden die Schwärme zum Teil aus bis zu drei Milliarden Tieren! Sie besetzten damals eine Fläche dreimal so groß wie der Regierungsbezirk Oberbayern. © dpa
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GEMÄLDE: Wenn Sie eine Milliarde Euro investieren, können Sie sich eine Bildergalerie erkaufen! Das teuerste Gemälde der Welt, das je verkauft wurde, ist Jackson Pollocks (Foto) No. 5 (1948). Es wechselte 2006 für stolze 140 Millionen Dollar den Besitzer. © dpa
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Oder wie wäre es mit Gustav Klimts Adele Bloch-Bauer? Das Bild kostete 135 Millionen Dollar. © dpa
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OKTOBERFESTE: Das Oktoberfest lockt durchschnittlich sechs Millionen Besucher pro Jahr. © dpa
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Es bräuchte 167 mal Wiesn, um die Milliarde zu erreichen. © dpa
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ESSEN: Wer 3 203 178 Cheeseburger futtert, hat eine Milliarde Kalorien verdrückt. © dpa
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Und bei einem Kalorienverbrauch von 2000 am Tag könnte eine Frau 1370 Jahre von einer Milliarde Kalorien zehren. Oder 17 Frauen wären mit der geballten Eine-Milliarden-Energie ein Leben lang versorgt. © dpa
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ENTFERNUNG: Der Planet Jupiter ist etwa eine Milliarde Kilometer von unserer Erde entfernt. © dpa
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Zum Vergleich: Würde man 25 000 Mal um die Erde fahren, hätte man eine Milliarde Kilometer zurückgelegt. © dpa
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WETTEN, DASS...?: Wahre Wetten, dass..?-Fans träumen vielleicht davon, eine Milliarde Minuten den Witzen von Thomas Gottschalk zu folgen. © dpa
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Das entspricht etwa 6,7 Millionen Sendungen. Um sie alle anzuschauen, würde man 1902,5 Jahre benötigen. © dpa
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FUSSBALLER: Welcher Fußball-Traum-Kader könnte man aus den teuersten Spielern der Welt für eine Milliarde Euro aufstellen? Den Spitzenrekord in Sachen Ablösesumme hält der französische Mittelfeldstürmer Zinédine Zidane, für den Real Madrid 2001 75 Millionen Euro hinlegte. © dpa
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Man könnte sich 13-mal den Superkicker leisten und hätte eine komplette Elf plus zwei hochkarätige Ersatzspieler! © dpa

Reichensteuer:Die SPD will das Konjunkturpaket wenigstens zum kleinen Teil durch eine stärkere Belastung der Top-Verdiener gegenfinanzieren. Konkret soll der Steuersatz auf Einkommen über 125 000 Euro im Jahr für Ledige und 250 000 Euro für Verheiratete befristet von 45 auf 47,5 Prozent steigen. Die Union ist dagegen.

Verschrottungs-Prämie:Zur Förderung des Kaufs umweltfreundlicher Autos soll die Kraftfahrzeugsteuer bereits ab Juli dieses Jahres nach dem CO2-Ausstoß bemessen werden und nicht, wie bisher, nach Hubraumgröße. Dies war ursprünglich frühestens für 2011 geplant. Die SPD schlägt zudem vor, für den Kauf eines Neuwagens bei gleichzeitiger Verschrottung eines mindestens zehn Jahre alten Autos in diesem Jahr 2500 Euro und im nächsten Jahr 1000 Euro zu zahlen. Die CDU ist bislang nicht auf den Vorschlag eingegangen, überlegt stattdessen, billigere Kredite für den Neu­wagenkauf zu vergeben.

Kinder-Bonus:Den von der SPD vorgeschlagenen Bonus von 200 Euro für jedes Kind hatte die Union zunächst abgelehnt – aber hier zeichnet sich jetzt ein Nachgeben bei CDU und CSU ab.

Krankenkassenbeiträge:Union und SPD sind sich einig, dass es eine Entlastung in Höhe von 7,5 Milliarden Euro geben soll. Die Union will eine gleichmäßige Entlastung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern durch eine Beitragssenkung von 15,5 auf 14,9 Prozent. Die SPD hingegen strebt eine Übernahme des allein von den Arbeitnehmern getragenen Sonderbeitrags von 0,9 Prozent durch den Staat an. Dies würde bei einem Brutto-Einkommen von 2000 Euro 18 Euro pro Monat mehr im Geldbeutel bedeuten. Egal, wie die Entlastung ausfällt: Sie gleicht meist allenfalls die Erhöhung des Kassenbeitrags aus, die seit Einführung des Gesundheitsfonds zum 1. Januar gilt.

Merkels Mimik

Angela Merkel ist seit dem 22. November 2005 unsere Bundeskanzlerin. © dpa
Sie ist nicht nur eine mächtige Politikerin, ... © dpa
... sondern auch eine sympathische Frau. © dpa
Sie weiß, wie sie sich optisch in ein gutes Licht rückt. © dpa
Das war nicht immer so. © dpa
Doch in den letzten Jahren hat sie es nicht zuletzt mit Hilfe fähiger Stilberater geschafft, ihr Image aufzuhübschen. © dpa
Sie ließ sich eine pfiffige Frisur schneiden ... © dpa
... und trug immer wieder schicke Klamotten. © dpa
Politisch konzentriert sie sich dennoch aufs Wesentliche. © dpa
Frau Dr. Merkel ist keine Frau großer Sprüche. © dpa
Ihr Mundwerk entgleitet ihr eigentlich nie. © dpa
Nur die Gesichtszüge das eine oder andere Mal. © dpa
Aber ab und zu eine unfreiwillige Grimasse ... © dpa
... macht Frau Dr. Merkel doch nur noch sympathischer. © dpa
... macht Frau Merkel doch nur noch sympathischer. © dpa
Außerdem: So ein Blick sagt doch manchmal mehr als 1000 Worte. © dpa
Oder was sagen Ihnen diese Blicke? © dpa
Eine geheime Botschaft für die Opposition? © dpa
Eine Beschwerde über die Getränkeauswahl? © dpa
Tolle Skulptur? © dpa
Ein bisschen Langeweile? © dpa
Man kann auch mal beide Augen zudrücken? © dpa
Der politsche Alltag ist nicht nur dröge? © dpa
Sondern manchmal auch sehr lustig? © dpa
Und die eine oder andere Lachträne wert? © dpa
Sind die Schuhe geputzt? © dpa
Verhalten sich die Hintermänner unruhig? © dpa
Was stand da noch gleich? © dpa
Darf man Äpfel mit Birnen vergleichen? © dpa
Muss man beim Gähnen immer eine Hand vor den Mund halten, oder tut's manchmal auch ein Mikro? © dpa
Wie lange redet der denn noch? © dpa
Manche Gedanken sollte man nicht aussprechen? © dpa
Ist das hoch hier? © dpa
Wonach riecht das nur? © dpa
Darf nicht auch eine Kanzlerin mal durchschnaufen? © dpa
Ist immer wieder schön hier in Bayern? © dpa
Wer ist hier hinter Glas? Der Fisch oder die Kanzlerin? Alles eine Frage der Perspektive? © dpa
Die Kanzlerin ist da, und keiner schaut sie an? © dpa
Ein schlauer Plan? © 
Huch? © dpa
Genug der Gedankenspielereien! © dpa
Der Fairness halber: Wer auf Schritt und Tritt verfolgt und so oft fotografiert wird, ... © dpa
... der wird natürlich auch oft in unvorteilhaften Gesichtsausdrücken für die Nachwelt festgehalten. © dpa
Am liebsten haben wir Deutschen Angela Merkel natürlich nicht, wenn sie Grimassen zieht, ... © dpa
... sondern wenn die Bundeskanzlerin als starke Frau Deutschlands unsere Nation im In- und Ausland würdig vertritt. © dpa

Quelle: tz

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