Datenschutz: Das passiert mit Ihren Nachrichten

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Bei vielen Anbietern sind Ihre Nachrichten nicht ausreichend verschlüsselt. Entscheiden Sie sich deshalb für einen Provider, bei dem der Datenschutz im Mittelpunkt steht.

Sie versenden vertrauliche Mitteilungen und fremde Personen lesen mit. Egal, ob als E-Mail oder über WhatsApp – Ihre Inhalte sieht nicht nur der Empfänger. Selbst neue Versandarten werden dem Datenschutz nicht ausreichend gerecht. Hier erfahren Sie, wie sicher Ihre Nachrichten sind.

Datenschutz beim E-Mail-Versand

Sie schreiben eine E-Mail, geben den Betreff und den Empfänger ein und schicken sie ab. Was dann passiert liegt nicht mehr in Ihrer Hand. Bei unverschlüsselten Nachrichten haben Sie keinen Einfluss darauf, wer mitliest. Wie ein Test des Online-Nachrichtendienstes Golem zeigt, bieten lediglich drei der fünfzehn großen Provider den verschlüsselten E-Mail-Versand an.

Der Weg Ihrer Nachricht läuft folgendermaßen ab: Sie schicken die E-Mail ab und sie landet zunächst beim Server Ihres Anbieters. Dieser leitet Ihre Mitteilung an den Serverbetreiber des Empfängers weiter. Von hier gelangt sie schließlich ins Postfach des Empfängers.

Zwischen diesen Stationen sind Ihre Daten bei der verschlüsselten Variante geschützt – jedoch nicht bei den Servern. Alle elektronischen Nachrichten werden hier entschlüsselt und sind dann für Dritte lesbar. Laut den Providern geschieht das ausschließlich, um die E-Mails nach Viren oder Spam zu durchsuchen. Ein Verstoß gegen den Datenschutz liegt daher nicht vor. Auch wenn diese Vorgehensweise umstritten ist, reicht der Schutz für den privaten Gebrauch aus.

De-Mails: Fortschritt mit Tücken

Unternehmen und Behörden, aber auch Privatpersonen, die sensible Kundendaten verschicken, sollten sich damit nicht zufrieden geben. Für sie bieten sich als Versandart sogenannte De-Mails an. Wie bei einem Einschreiben können Sie bei dieser Variante von Ihrem Anbieter eine Sende- und Empfangsbestätigung verlangen. Unbefugte haben keinen Zugriff auf Ihre De-Mails – das behaupten zumindest die Provider.

Im Vergleich zur herkömmlichen E-Mail ist dieser Service zwar sicherer, aber kostenpflichtig: Oft werden De-Mails in einer gewissen Anzahl zu einem Paketpreis angeboten. Durchschnittlich zahlen Sie für eine Mitteilung 30 Cent.

Doch auch hier wird wie bei den verschlüsselten E-Mails der Schutz Ihrer Nachrichten beim Server aufgehoben. Wie das Bundesinnenministerium ankündigt, soll es jedoch ab April möglich sein, die Inhalte vom Sender bis zum Empfänger vollständig zu verschlüsseln.

Nachrichten-Apps und ihre Sicherheit

Nicht nur bei E-Mails und De-Mails ist der Datenschutz umstritten – auch Apps stehen häufig in der Kritik. Immer mehr Menschen nutzen für Ihre privaten Nachrichten die kostenlosen Internetdienste wie WhatsApp oder iMessage. Diese Apps weisen aber Sicherheitslücken in Sachen Datenschutz auf. Wie die Stiftung Warentest herausfand, spionieren zahlreiche Nachrichtenanbieter die Adressbücher ihrer Nutzer aus und geben die Inhalte an Dritte weiter. Nur 26 von 63 getesteten Programmen wurden beim Thema Datenschutz als unbedenklich eingestuft.

Nutzen Sie deshalb Apps, die den Datenschutz groß schreiben. Einige Nachrichtendienste wie Threema haben ihren Schwerpunkt auf die Sicherheit Ihrer Daten gelegt. Die Inhalte werden verschlüsselt übermittelt und können ausschließlich von Sender und Empfänger gelesen werden – selbst der Betreiber des Servers erhält keinen Einblick.

Wie wichtig vielen Usern der Datenschutz ist, zeigte sich auch, nachdem Facebook WhatsApp übernommen hatte. Während bei WhatsApp die Nutzerzahl deutlich sank, hat Threema innerhalb weniger Wochen enormen Zuwachs bekommen.

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