Studie: Deutsche sind "ein Volk der Sitzenbleiber"

Dauerhaftes Sitzen erhöht Studien zufolge das Risiko für chronische Krankheiten und bestimmte Krebsarten. Foto: Robert Schlesinger
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Dauerhaftes Sitzen erhöht Studien zufolge das Risiko für chronische Krankheiten und bestimmte Krebsarten. Foto: Robert Schlesinger
Büro in Berlin: Im Bundesvergleich verhalten sich die Hauptstädter am wenigsten gesundheitsbewusst. Foto: Arno Burgi
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Büro in Berlin: Im Bundesvergleich verhalten sich die Hauptstädter am wenigsten gesundheitsbewusst. Foto: Arno Burgi
Nur bei einem Viertel der 6- bis 12-Jährigen bleibt die tägliche Zeit vor dem Bildschirm unter der empfohlenen Dauer von einer Stunde. Foto: Patrick Pleul/Archiv
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Nur bei einem Viertel der 6- bis 12-Jährigen bleibt die tägliche Zeit vor dem Bildschirm unter der empfohlenen Dauer von einer Stunde. Foto: Patrick Pleul/Archiv
Für die Studie wurde analysiert, wie lange, an welchen Orten und aus welchen Gründen Teilnehmer sitzen. Foto: Emily Wabitsch/Archiv
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Für die Studie wurde analysiert, wie lange, an welchen Orten und aus welchen Gründen Teilnehmer sitzen. Foto: Emily Wabitsch/Archiv
Ab acht Stunden Sitzen pro Tag steigt das Gesundheitsrisiko deutlich an. Foto: Soeren Stache
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Ab acht Stunden Sitzen pro Tag steigt das Gesundheitsrisiko deutlich an. Foto: Soeren Stache
Dauersitzen lässt sich nicht vollständig durch Sport kompensieren. Foto: Roland Holschneider
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Dauersitzen lässt sich nicht vollständig durch Sport kompensieren. Foto: Roland Holschneider

Berlin (dpa) - Am Schreibtisch, beim Online-Shoppen und vor allem vor dem Fernseher: Die Deutschen verbringen nach Einschätzung von Experten zu viel Zeit im Sitzen - im Mittel mehr als sieben Stunden an Werktagen. Das geht aus dem neuen Gesundheitsreport der Deutschen Krankenversicherung (DKV) hervor.

"Das dauerhafte Sitzen hat weitreichende Folgen für den Fett- und Blutzuckerstoffwechsel und macht die Menschen krank", sagte DKV-Vorstand Clemens Muth. Er nannte die Deutschen "ein Volk der Sitzenbleiber".

Zudem bewegt sich laut der Studie nur die Hälfte der Menschen ausreichend. Dauersitzen gilt neben Bewegungsmangel als eigenständiges Gesundheitsrisiko: Es lasse sich nicht vollständig durch Sport kompensieren, sagte Professor Gerhard Huber vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg der Deutschen Presse-Agentur. Nach seinen Worten steigt das Gesundheitsrisiko ab acht Stunden Sitzen pro Tag deutlich an. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Erwachsene pro Woche mindestens 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive körperliche Arbeit.

Die private Kasse hatte 2014 mehr als 3000 Deutsche zu ihrem Gesundheitsverhalten befragen lassen. Dabei wurde auch gezielt analysiert, wie lange, an welchen Orten und aus welchen Gründen Teilnehmer sitzen. Untersucht wurden die Teilnehmer nicht. Die Ergebnisse sind den Angaben zufolge repräsentativ. Zusätzlich wurden rund 300 Eltern zur Mediennutzung und dem Verhalten ihrer 6- bis 12-jährigen Kinder befragt.

Stillsitzen und Bewegungsmangel sind der Studie zufolge bereits bei den Jüngsten an der Tagesordnung: Nur bei einem Viertel der Kinder bleibt die tägliche Zeit vor dem Bildschirm unter der empfohlenen Dauer von einer Stunde. Einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer hatten in der Umfrage mehr als 70 Prozent von ihnen, die Hälfte verfügt über einen Internetzugang. Sie kopierten den ungesunden Lebensstil ihrer Eltern, sagte Muth.

Insgesamt schneidet bei dem Report nur ein kleiner Teil der Deutschen wirklich gut ab: Bei Ernährung, Bewegung, Umgang mit Stress, Alkohol und Rauchen konnten nur elf Prozent der Befragten die Kriterien der DKV erfüllen. Im Bundesvergleich verhalten sich die Berliner den Angaben zufolge am wenigsten gesundheitsbewusst: Sie sitzen am längsten, zudem rauchen und trinken sie relativ viel. Am gesündesten lebten Menschen in Mecklenburg-Vorpommern.

Pressemappe zum DKV-Report 2015

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