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Neue Corona-Variante Deltakron? Es gibt starke Zweifel

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Von: Christina Denk

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Forscher auf Zypern haben eine neue Corona-Variante gemeldet. Sie soll Merkmale der Delta und Omikron-Variante aufweisen. Doch einige Experten zweifeln.

Nikosia - Die Omikron-Variante breitet sich europaweit aus. Auch in Deutschland steigt ihr Anteil stetig. So meldete das RKI am 10. Januar einen Anstieg der Omikron-Fälle um sechs Prozent. Insgesamt wurden demnach 5162 Fälle der Variante mehr als am Vortag gemeldet. Doch Omikron scheint nicht mehr die neueste Mutation des Coronavirus zu sein. Forscher auf Zypern berichten, eine Variante namens Deltakron nachgewiesen zu haben.

Neue Corona-Variante Deltakron? 25 Fälle wurden auf Zypern nachgewiesen

Eine Kombination aus Omikron und Delta: Laut den Forschern aus Zypern vereint die Covid-Variante Strukturen der bereits beiden bekannten Corona-Formen. „Derzeit gibt es Omikron und Delta Ko-Infektionen und wir haben diese Sorte gefunden, die eine Kombination aus beiden ist“, so Leondios Kostrikis, Chef des Labors für Biotechnologie und Molekular-Virologie an der Universität Zypern. Aufgrund der Überschneidungen wurde die neue Variante Deltakron getauft, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Bezug auf den zyprischen Sender „Sigma TV“.

Insgesamt haben die zyprischen Forscher bereits 25 Fälle der neuentdeckten Variante identifiziert. Wie Kostrikis berichtet, zeigen erste Analysen, dass Deltakron häufiger bei Krankenhauspatienten mit einer Coronaerkrankung auftrat, als bei Personen mit milden Verläufen. Doch wie verhält sich die Deltakron Variante im Vergleich zu Omikron und Delta? „Wir werden in Zukunft sehen, ob diese Sorte ansteckender ist, schwerere Verläufe hervorruft oder ob sie sich durchsetzt“, so Kostrikis. Letzteres hält der Professor jedoch für unwahrscheinlich. Seiner Einschätzung nach werde Deltakron ebenfalls durch die hochansteckende Variante Omikron verdrängt werden. Zuvor hatte bereits der Epidemiologe Klaus Stöhr seine Einschätzung zu Deltakron abgegeben.

Bei der Sequenzierung von Coronaproben können die Varianten bestimmt werden. Forscher aus Zypern haben nun eine Sorte namens gemeldet.
Bei der Sequenzierung von Coronaproben können die Varianten bestimmt werden. Forscher aus Zypern haben nun eine Sorte namens Deltakron gemeldet. © Imago/Javier Pulpo

Zum weiteren Austausch wurden die 25 Deltakron-Proben an die internationale Datenbank GISAID geschickt, die die Veränderungen des Coronavirus dokumentiert und so einen schnellen Austausch zwischen Wissenschaftlern über potentielle neue Varianten ermöglicht.

Neue Corona-Variante Deltakron? Experten zweifeln an der Existenz der Mutation

Deltakron? Von Seiten einiger Experten gibt es Zweifel an der neuen Corona-Variante. Der Virologe Tom Peacock vom Imperial College in London zeigte sich auf Twitter kritisch. Seiner Aussage nach, sei es noch zu früh für eine Veränderung der Omikron-Variante. „Echte Rekombinationen treten erst einige Wochen oder Monate“ nach einer deutlichen Ausbreitung auf, so Peacock. Omikron sei erst seit einigen Wochen im Umlauf. Peacock geht stattdessen von einer Verunreinigung im Labor aus. „Auch wenn eine Teilmenge davon real sein könnte, wird sich die überwiegende Mehrheit höchstwahrscheinlich als Kontamination oder Koinfektion herausstellen“, so der Virologe. Ein Signal für die Echtheit wäre, wenn mehrere Labore die Variante unabhängig identifiziert hätten, so Peacock. Bislang gäbe es jedoch kein eindeutiges Zeichen, dass Deltakron existiere.

Auch Krutika Kuppalli, Corona-Expertin bei der WHO, zweifelt an Deltakron. „So etwas wie Deltakron gibt es nicht“, schreibt sie auf Twitter. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich hier um einen Artefakt bei der Sequenzierung handelt.“ Und auch die Forscherin Boghuma Kabisen Titanji mahnt die neue Variante mit Vorsicht zu betrachten. „Zu Deltakron: Nachdem ich in den letzten 24 Stunden sehr oft danach gefragt wurde: Behandelt das mit Vorsicht. Die verfügbaren Information deuten aktuell darauf hin, dass es sich um eine Verunreinigung einer Probe handelt und keine echte Rekombination der Delta und Omikron Varianten.“

Indes hat das Paul-Ehrlich-Institut in Deutschland gute Nachrichten. Nachdem die Omikron-Variante sich immer weiter ausbreitet, hatte das Insitut Schnelltests auf ihre Wirkung geprüft. Können sie auch Omikron nachweisen? Die Ergebnisse liegen nun vor. (chd) *tz.de ist Teil von Ippen.Media.

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