Der Siegeszug der App

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Eine App macht heute fast alles möglich - ob mobile Navigation oder Kommunikation über soziale Netzwerke.

Vor drei Jahren brachte der I-Phone Hersteller Apple die erste App auf den Markt. Heute sind die kleinen Softwareprogramme, die speziell für Smartphones und Tablet Computer entwickelt wurden, zu einem Massenphänomen geworden und gehören zum digitalen Lebensstil.

Der Begriff App ist die englische Kurzform für „application“ und bezeichnet Anwendungen, die über einen Onlineshop direkt auf dem Smartphone oder Tablet-PC installiert werden können. Die kleinen Software-Programme umfassen die verschiedensten Funktionen, darunter Nachrichten- und Informationsdienste, Zugang zu Sozialen Netzwerken oder Navigationsprogramme. Apps können fast alles. Sie machen ein Smartphone innerhalb von Sekunden zum Sprach- oder Restaurantführer, zum Babyfone oder zur Taschenlampe. Der Hauptvorteil von Apps ist, dass sie dem Nutzer die Möglichkeit bieten, das Handy zu individualisieren. Jeder kann sich genau die App herunterladen, die zu ihm passt.

Amerikaner nutzen Apps täglich im Schnitt 81 Minuten. Sie verbringen somit mehr Zeit mit den kleinen Zusatzprogrammen als im Internet. Der App-Hype ist nicht nur Unterhaltung für die Kunden, sondern vor allem ein großes Geschäft für die Anbieter: 2015 erwarten Marktforscher Umsätze von 38 Milliarden Dollar.

Eine Apple-Erfindung wird zum Massenphänomen

Apple ist vielleicht der größte Gewinner des App-Phänomens. Das kalifornische Unternehmen startete den ersten Marktplatz im Juli 2008, gut ein Jahr nach der Einführung des iPhone. Bei der Premiere gab es 500 verschiedene Apps im App-Store, heute sind mehr als 500.000 im Angebot. Insgesamt sind nach Apple-Angaben bislang weltweit 25 Milliarden Apps heruntergeladen worden. Und Apple verdient an jeder heruntergeladenen App mit. Das Unternehmen erhält 30 Prozent der Umsätze, die restlichen 70 Prozent gehen an die Entwickler.

Apple, das bereits mit dem Onlinedienst iTunes den Internetvertrieb für Musik revolutionierte, hat damit einen weiteren Marktplatz geschaffen, der zu einem Massenphänomen geworden ist. Immer mehr finanzstarke Großkonzerne drängen in den App-Markt. BMW, Audi und Mercedes pflegen ihr Markenimage per iPhone-Software. Milka ließ ein Programm entwickeln, das Nutzern die Lila-Kuh-Welt auch durch Spaß-Elemente wie ein Jodeldiplom näherbringen soll. Disney brachte den 79 Cent teuren Spiele-Hit „Wo ist mein Wasser?“ auf den Markt, in dem die Nutzer einen Alligator namens Swampy durch die Kanalisation schicken. Swampy ist die erste Comic-Figur, die Disney eigens für ein Handy-Spiel erfand.

Auffallen um jeden Preis

In der sich rasant ausweitenden Palette von Apps wird es immer schwieriger, den Überblick zu behalten. Im Schnitt laden Deutsche nur 17 Programme herunter, so das Ergebnis einer Studie des IT-Verbandes Bitkom. Apps müssen vor allem günstig sein, um Käufer zu finden. 90 Prozent aller in Deutschland heruntergeladenen Programme sind kostenlos.

Die meisten Nutzer beachten zudem nur Programme, die in den verschiedenen Hitlisten der meistverkauften Apps auftauchen oder gute Bewertungen in Tests erzielen. Hilfe bei der Auswahl finden die User beispielsweise in einem Apple Forum im Internet. Hier werden die Vor- und Nachteile von Apps diskutiert.

Anbieter müssen sich einiges einfallen lassen, damit ihre Programme nicht in der Masse untergehen. Viele setzen auf eine Köderstrategie: Sie bieten ihr Produkt zunächst gratis an – in der Hoffnung, dass es den Nutzern so gut gefällt, dass sie für zusätzliche Funktionen bezahlen. Bei dem Spiel „iShoot“ ging die Taktik auf. Für 4,99 Dollar verkaufte sich die App anfangs nur sehr schleppend. Eine Gratisversion fand dann 2,5 Millionen Abnehmer – von denen sich immerhin 300 000 die auf drei Dollar ermäßigte Vollversion leisteten.

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