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Italien in Aufruhr: Mann erschießt Bärenmutter – Einsatzkräfte suchen ihre Bären-Babys

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Aus Angst erschoss ein Mann eine Bärin in Italien. Die Jungen des beliebten Tiers werden nun gesucht – sie können noch nicht ohne ihre Mutter überleben.

San Benedetto dei Marsi – Tierschützer sind empört: In der Nähe eines Nationalparks in Italien wurde am Donnerstagabend (31. August) ein weiblicher Braunbär tot aufgefunden. Die Bärin namens Amarena (Schwarzkirsche) hatte mehrere Schussverletzungen. Ein Anwohner hatte sie erschossen, weil er sich nach eigenen Angaben bedroht gefühlt hatte. Die beiden Jungen der Bärin werden nun gesucht.

In der Gebirgsgegend Abruzzen war die Bärin bereits bekannt. Sie gehörte zum Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise. Abends spazierte das Tier mit ihren Jungen häufig durch die Ortschaften und galt bei Bewohnern als Attraktion. Sie bekam den Namen Amarena von Einheimischen, weil sie oft Schwarzkirschen gegessen habe, berichtete die Zeitung Corriere della Sella.

Bärin in Italien erschossen: Mann soll sich bedroht gefühlt haben

Am Freitag äußerte der Nationalpark auf Facebook Bedauern über den Tod der Bärin. Sie sei mit Schussverletzungen aufgefunden worden – die Tierärztin vor Ort stellte aufgrund der Schwere der Verletzungen den Tod fest. Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa erklärte der verantwortliche Mann der örtlichen Polizei, das Tier habe sich auf seinem Grundstück befunden und er habe aus Angst geschossen. Töten wollte er das Tier aber nicht. „Es war eine impulsive, instinktive Handlung“, sagte er.

Nachwuchs: Jungen von Bärin werden gesucht und sollen geschützt werden

Nun werde vom Parkpersonal mit Drohnen nach ihrem Nachwuchs gesucht, berichtete die Nachrichtenagentur LaPresse. Dann müsse entschieden werden, was mit den Jungen zutun ist. Umweltminister Gilberto Pichetto teilte mit, man bemühe sich darum, dass die Jungen weiterhin in freier Wildbahn leben könnten. Die Regierung setze sich für ihren Schutz ein.

„Keinerlei Grund“: Bärin Amarena soll nicht gefährlich gewesen sein

Für den Tod von Amarena habe es „keinerlei Grund“ gegeben, teilte die Parkleitung mit. Zuvor habe sie zwar Schäden in der Landwirtschaft und Viehzucht verursacht, habe für Menschen aber keine Gefahr dargestellt. „Sie hat Menschen nie Probleme bereitet“, hieß in der Facebook-Mitteilung.

Bärin in Italien
Amarena und ihre Jungen: Die Bärin spazierte häufig durch die Städte und Gemeinden um den Nationalpark. © picture alliance/dpa/APTN/AP | UGC

Es sei „eine sehr ernste Tat gegen die ganze Region, die uns mit Schmerz und Wut erfüllt“, teilte auch Marco Marsilio, Präsident der Region Abruzzen mit. Laut Ansa bezeichnete er die Tötung der Bärin „unverständlich“.

Immer weniger Braunbären: Tier von Auto angefahren und getötet

Im Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise leben nur noch um die 60 Braunbären. Vor einigen Jahren waren es noch 100. Erst zu Beginn des Jahres wurde ein Abruzzen-Braunbär von einem Auto angefahren und tödlich verletzt. Der Juan Carrito genannte Braunbär war ein Symbol der Region.

Angriff: Braunbärin tötet Jogger in Norditalien

Immer öfter gibt es Aufsehen um Bären-Themen in Italien. Im April wurde ein Jogger in der Alpenregion von einer Braunbärin getötet. Behörden ordneten den Tod der 17 jährigen Bärin an. Ein Verwaltungsgericht stoppte diesen Plan vorübergehend. Im Dezember soll eine Gerichtsanhörung über das Schicksal des Tiers entscheiden- Tierschützer setzen sich gegen das Töten der Bärin ein. (dpa/AP/hk)

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