Agentur für Arbeit

Jobcenter-Chef lehnt Erhöhung von Hartz-IV-Satz auf 600 Euro ab

Detlef Scheele, Vorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, gibt eine Pressekonferenz zum Thema "Ein Jahr Corona - Bilanz und Perspektiven für den Arbeitsmarkt". 
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Detlef Scheele gibt Pressekonferenz

Detlef Scheele lehnt Erhöhung des Hartz-4-Satzes ab. Er bezweifelt deutlichen Anstieg der Zufriedenheit bei Bezieher. 

Nürnberg/Hamburg - Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, hält eine Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes auf 600 Euro für nicht angebracht. «Ich bezweifle, dass jemand mit 600 Euro deutlich zufriedener wäre», sagte Scheele im Gespräch mit der Hamburger Wochenzeitung «Die Zeit». «Wer sorgenlos leben möchte, der muss sich berappeln und möglichst gut entlohnte Arbeit finden.»

Sozialverbände, Gewerkschaften und einige Parteien fordern, die Pauschale, die ein alleinstehender Hilfsempfänger zum Leben bekommt, von derzeit 446 Euro (zuzüglich Wohnkosten) auf mindestens 600 Euro zu erhöhen.

Scheele, der bis 2015 Sozialsenator in Hamburg war, warnt davor, diejenigen zu überfordern, die für die Grundsicherung aufkommen. «Dazu gehört ja auch die Kassiererin bei Aldi, die möglicherweise netto nicht viel mehr hat als der Empfänger von Grundsicherung», betonte er. (dpa)

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