Deutsche Aktien fallen trotz Zinssenkung weiter

Frankfurt/Main - Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch trotz einer gemeinsamen Zinssenkung sechs führender Notenbanken abermals eingebrochen.

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DAX sinkt wieder ins Minus

DAX rutscht auf tiefsten Stand seit Juli 2006

Der DAX schloss mit einem Minus von 5,88 Prozent bei 5013,62 Zählern. Das ist der tiefsten Stand seit November 2005. Am Vormittag war der Leitindex zeitweise sogar um mehr als acht Prozent bis auf 4870 Zähler abgerutscht, hatte sich dann aber wieder gefangen und seine Verluste bis auf 5319 Punkte reduziert. Der MDAX verlor 4,77 Prozent auf 5704,96 Punkte. Der TecDAX fiel um 6,76 Prozent auf 534,28 Zähler.

Mehrere Notenbanken hatten wegen den zugespitzten Spannungen an den Finanzmärkten am frühen Nachmittag überraschend ihre Leitzinsen gekappt. Der Vertrauensverlust sei aber so groß, dass auch mit einer konzertierte Aktion keine schnelle Stimmungsänderung am Markt erreicht werden könne, sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baaderbank. Trotzdem wertete er die Entscheidung der Notenbanken positiv. “Endlich ist der Ernst der Lage begriffen.“

Aktien der Commerzbank hielten sich nach ihren massiven Kursverlusten in jüngster Zeit recht stabil und schlossen mit einem Minus von 2,45 Prozent auf 9,96 Euro auf Platz Vier im DAX. Papiere von Hypo Real Estate (HRE) hielten sich zunächst ebenfalls recht gut, verloren dann aber zum Handelsende 8,04 Prozent auf 4,12 Euro. Die Aktien von Commerzbank und Hypo Real Estate seien in letzter Zeit so unter Druck geraten, dass inzwischen sämtliche Negativszenarien eingepreist sein sollten, sagten Börsianer. Aktien der Deutschen Bank rutschten unterdessen mit Minus 10,65 Prozent auf 38,935 Euro ans DAX-Ende. Analysten zufolge spiegelten sich wohl die Ängste über Liquiditätslage und Finanzierungsmöglichkeiten wieder. Die Risiken würden bei der Deutschen Bank anscheinend am höchsten eingeschätzt.

Die Aktie von Volkswagen legte erneut 2,53 Prozent auf 294,25 Euro zu. Am Vortag hatten Händler insbesondere Derivategeschäfte für die Kursexplosion verantwortlich gemacht. Die Aktien waren am Dienstag zeitweise bis über 450 Euro gestiegen, hatten dann aber im Minus geschlossen. Daimler verloren hingegen 9,38 Prozent auf 24,83 Euro. BMW fielen um 7,66 Prozent auf 22,66 Euro. Händler verwiesen auf japanische Presseberichte, denen zufolge Toyota Motors seine Gewinnziele verfehlen könnte.

Daneben suchten einige Anleger aber Börsianern zufolge auch schon wieder nach Einstiegsmöglichkeiten. Die in der Vergangenheit abgestraften Aktien von SAP gewannen 0,86 Prozent auf 26,965 Euro. Gleiches galt im MDAX für Krones-Papiere, die 2,94 Prozent auf 31,18 Euro zulegten.

Im MDAX stiegen die Aktien von Douglas 0,59 Prozent auf 30,91 Euro. Der Handelskonzern steigert seinen Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/08 erwartungsgemäß um 4,6 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. GEA Group hielten sich mit minus 2,34 Prozent auf 11,26 Euro besser als der Markt. Der Maschinenbaukonzern verzeichnete entgegen dem Branchentrend im dritten Quartal mehr Bestellungen als vor einem Jahr und bestätigte zudem seine Jahresprognose.

Der EuroSTOXX 50 verlor ebenfalls um 6,54 Prozent auf 2691,09 Zähler. Die Börsen in Paris und London schlossen ebenfalls mit ähnlich hohen Verlusten. Der Dow-Jones-Index stand zum Handelsschluss in Europa rund 1,5 Prozent im Minus.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,64 (Vortag: 3,73) Prozent. Der Rentenindex REX stieg um 1,01 Prozent auf 120,19 Punkte. Der Bund Future fiel um 0,65 Prozent auf 116,52 Zähler. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3731 (Dienstag: 1,3632) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7283 (0,7336) Euro.

Quelle: DPA

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