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Corona: Kippt die Stimmung an Ostern? - Drosten fordert „ernsthaften Lockdown“

Ein Gericht in Hannover hat mehreren Eilanträgen gegen die Corona-Ausgangsbeschränkungen stattgegeben. Experten fordern einen harten Lockdown für Deutschland. Der News-Ticker. 

  • In Deutschland gelten weiterhin Corona-Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.
  • Kippt die Corona-Stimmung an den Ostertagen? Die Polizei geht von einem Stress-Wochenende aus (siehe Update vom 2. April, 14.45 Uhr).
  • Virologe Christian Drosten und Virologin Melanie Brinkmann fordern einen harten Lockdown für Deutschland - und machen eine klare Ansage an die Politik. (siehe Update vom 2. April, 18.10 Uhr)
  • In Hannover hat das Verwaltungsgericht die Ausgangsbeschränkungen in mehreren Fällen gekippt. (siehe Update vom 2. April, 21.05 Uhr)
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 3. April, 8.18 Uhr: 18.129 neue Corona-Ansteckungsfälle sowie 120 weitere Todesfälle an oder mit Covid-19 hat das Robert-Koch-Institut (RKI) an diesem Samstagmorgen gemeldet. Vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 20.472 Neuinfektionen und 157 neue Todesfälle verzeichnet.

Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz verringerte sich den Angaben zufolge im Vergleich zum Vortag leicht von 134,0 auf 131,4. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie erhöhte sich nach Angaben des RKI auf 2.873.190. Insgesamt 76.895 Infizierte starben.

Corona in Deutschland: Verwaltungsgericht Hannover gibt Eilanträgen statt

Update vom 2. April, 22.45 Uhr: Nachdem das Verwaltungsgericht Hannover mehreren Eilanträgen gegen die Corona-Ausgangsbeschränkungen stattgegeben hat, reagierte die Region Hannover noch am Freitagabend. Sie kündigte an, gegen die Entscheidung beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg Beschwerde einzulegen.

Update vom 2. April, 21.05 Uhr: Das Verwaltungsgericht Hannover hat mehreren Eilanträgen gegen die Corona-Ausgangsbeschränkungen in der Region stattgegeben. Die Pflicht der Antragsteller, die Beschränkungen zu beachten, sei damit ausgesetzt, wie das Gericht am Freitagabend mitteilte. Alle anderen müssen sich weiterhin an die Ausgangsbeschränkungen halten. In der Region Hannover ist das Verlassen der eigenen Wohnung derzeit zwischen 22 Uhr abends und 5 Uhr morgens nur mit triftigem Grund gestattet.

Nach Auffassung des Gerichts ist dieser Eingriff in die Grundrechte nicht vom Infektionsschutzgesetz gedeckt. Das Gesetz stelle sehr hohe Anforderungen an die Rechtfertigung solcher Maßnahmen. Die Region habe „insbesondere nicht hinreichend dargelegt, dass der Verzicht auf Ausgangsbeschränkungen zu einer wesentlichen, im Umfang der Gefahrenrealisierung gewichtigen Verschlechterung des Infektionsgeschehens führen würde“, so das Gericht.

Corona in Deutschland: Drosten fordert „ernsthaften Lockdown“ - Kritik an Politik

Update vom 2. April, 18.05 Uhr: „Wir werden um einen ernsthaften Lockdown nicht herumkommen“, so die klare Ansage von Christian Drosten in einem Gespräch mit dem Spiegel. Der Virologe der Berliner Charité hält einen erneuten harten Lockdown in Deutschland für unausweichlich.

In Paris und London habe man gesehen, dass ein Teil-Lockdown gegen die aggressivere Virus-Variante nicht wirksam genug sei. „Die Inzidenz ist dort immer weiter gestiegen wie auch die Zahl der schweren und oft auch tödlichen Krankheitsverläufe“, erklärte Drosten. In deutschen Großstädten habe man aktuell noch die Chance, das zu verhindern. „Dazu ist jetzt aber politisches Handeln und auch die Unterstützung möglichst vieler Menschen notwendig“, appellierte der Virologe eindringlich.

„Wir könnten jetzt schon bei Zehner-Inzidenzen sein, wenn die Politiker bei der Bund-Länder-Konferenz im Januar ernst genommen hätten, was wir ihnen gesagt haben“, warf die Braunschweiger Virologin Melanie Brinkmann der Politik vor. Wenn alles so weiterlaufe wie bisher, „wird jeder in seinem ganz direkten Umfeld Menschen kennen, die im Krankenhaus waren, gestorben sind, unter Langzeitschäden leiden“. Auch Brinkmann forderte einen konsequenten Lockdown, mit einer massiven Reduzierung der Kontakte. „Je stärker alle auf die Bremse treten, desto kürzer währt der Lockdown“, so die Virologin gegenüber dem Spiegel.

Corona in Deutschland: Kippt die Stimmung an Ostern? „Stress-Wochenende“ befürchtet

Update vom 2. April, 14.45 Uhr: Kippt die Corona-Stimmung am Osterwochenende in Deutschland? Die Gewerkschaft der Polizei sprach laut Bild im Vorfeld bereits von einem „Stress-Wochenende“. In Berlin eskalierte bereits am Abend des Gründonnerstag (1. April) eine Corona-Kontrolle.

Nahe dem Potsdamer Platz kam es gegen 20 Uhr zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und einer Gruppe von etwa 50 Jugendlichen und Erwachsenen. Wie die Bild weiter berichtet, seien die Beamten attackiert worden, als sie die geltenden Corona-Regeln durchsetzen wollten. In Richtung der Polizisten sollen nicht nur Steine geworfen, sondern auch Feuerlöscher entleert worden sein. Mehrere Polizeibeamte wurden verletzt.

In Hamburg lief am selben Abend zudem eine Kundgebung gegen die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen aus dem Ruder. Genehmigt worden war eine Demo mit 50 Menschen - im Laufe des Abends versammelten sich allerdings deutlich mehr Bürger. Weiteren Berichten der Bild zufolge musste die Polizei zudem in Frankfurt am Main ausrücken, wo hunderte junge Leute im Hafenpark an der Europäischen Zentralbank feierten - viele trugen dabei keine Maske.

Corona in Deutschland: Impfungen bei Hausärzten starten nach Ostern - WHO hat deutliche Impfkritik

Update vom 2. April, 10.01 Uhr: Nach den Oster-Feiertagen soll es losgehen: die Corona-Impfungen bei Hausärzten starten. Der Umfang der Impfdosen ist zunächst allerdings überschaubar. In den nächsten beiden Wochen sollen jeweils knapp eine Million Dosen an die Praxen geliefert werden, kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an. Er dämpfte deshalb die Erwartungen: "Es ist noch kein großer Schritt, aber ein wichtiger."

Die 35.000 Hausarztpraxen hatten laut Spahn 1,4 Millionen Impfdosen bestellt. Kommende Woche werden demnach 940.000 Dosen geliefert. Ende April erwartet der Gesundheitsminister dann schon drei Millionen Dosen pro Woche. Dann werde die Impfkampagne deutlich Fahrt aufnehmen. In den kommenden zwei Wochen sollen die Praxen zunächst den Impfstoff von Biontech bekommen, danach auch das Vakzin von Astrazeneca und noch eine Woche später zusätzlich den Impfstoff von Johnson & Johnson. Das Vakzin von Moderna soll vorerst ausschließlich in den Impfzentren verimpft werden.

Unterdessen kritisiert die WHO die Impfgeschwindigkeit in Europa als „inakzeptabel langsam“. Um die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu bekommen, muss Europa nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) viel schneller impfen. Die schleppende Verteilung der Impfstoffe in Europa führe zu einer "Verlängerung" der Pandemie, so WHO-Europa-Direktor Hans Kluge am vergangenen Donnerstag (2. April).

Corona: RKI stuft ganz Kroatien als Risikogebiet ein - Rückkehrer müssen in Quarantäne

Update vom 1. April, 18.15 Uhr: Viele Deutsche wollen über Ostern in den Urlaub fahren, eine Nachricht wird ihnen gar nicht gefallen. Wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag mitteilte, stuft die Bundesregierung ganz Kroatien ab Samstag als Risikogebiet ein, inklusive der Urlaubsregion Istrien. Personen, die aus Kroatien nach Deutschland einreisen, müssen sich demnach wieder für zehn Tage in Quarantäne begeben, eine Befreiung nach fünf Tagen ist mit Negativ-Test möglich.

Corona in Urlaubsgebieten: Kroatien wieder Risikogebiet - iberisches Land nahezu „risikofrei“

Als Risikogebiet wertet die Bundesregierung Länder und Regionen mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner. Dies ist die niedrigste von drei Risikokategorien des RKI, ab Samstag steht auch die spanische Region Rioja auf dieser Liste. Gestrichen wurden hingegen Regionen in Irland und Finnland, auch die portugiesische Hauptstadt Lissabon. Damit ist das Land bis auf die Ferieninsel Madeira „risikofrei“.

Mit einer 14-Tage-Inzidenz von inzwischen nur noch bei 60 hat Portugal den niedrigsten Wert aller EU-Mitglieder. Doch deutsche Touristen dürfen auch hier nicht einreisen, wie in einem neuen Dekret vom 28. März festgelegt wurde, das vorerst bis zum 15. April gilt.

Corona in Deutschand: Niedersachsen führt Corona-Testpflicht für Schulbesuch ein

Update vom 1. April, 15.43 Uhr: Niedersachsen führt nach den Osterferien eine Corona-Testpflicht für den Schulbesuch ein. Schüler und Beschäftigte sollen sich selbst vor Unterrichtsbeginn an Präsenztagen zu Hause testen, kündigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne am Donnerstag in Hannover an. Ohne negatives Testergebnis ist der Besuch des Unterrichts nicht möglich. „Ich glaube, dass wir damit einen weiteren sinnvollen Baustein setzen, um die Sicherheit zu erhöhen“, sagte Tonne. „Die Testungen helfen dabei, Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen.“

Corona in Deutschland: Hamburger Gericht bestätigt Maskenpflicht beim Joggen

Update vom 1. April, 14.51 Uhr: Maskenpflicht beim Joggen? Ja, zumindest in Hamburg. Das Oberverwaltungsgericht Hamburg hat die vom Senat erlassene Maskenpflicht für Jogger nun unter anderem an Alster und Elbe bestätigt. Ein anderslautender Beschluss des Verwaltungsgerichts sei geändert und ein entsprechender Eilantrag gegen die Maskenpflicht an Wochenenden und Feiertagen in der Zeit zwischen 10 und 18 Uhr abgelehnt worden, teilte ein Gerichtssprecher am Donnerstag mit. Der Senat hatte Beschwerde gegen den Beschluss der Vorinstanz eingelegt, die dem Antragsteller, der in Elbnähe wohnt, gefolgt war. Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts ist unanfechtbar.

Das Gericht geht in seiner Entscheidung davon aus, dass eine Ansteckung mit dem Coronavirus auch im Freien möglich ist. Wenn der Senat annehmen könne, dass die zur Eindämmung der Pandemie vorgesehenen Mindestabstände wegen eines hohen Personenaufkommens nicht eingehalten werden können, komme die Anordnung einer Maskenpflicht im Freien in Betracht, hieß es. Diese Annahme treffe für die öffentlichen Wege an Alster, Elbe und im Jenischpark zu.

Corona in Deutschland: Biontech/Pfizer wirkt wohl auch gegen Südafrika-Variante

Update vom 1. April, 13.42 Uhr: Neue Daten bestätigen offenbar die gute Wirkung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer. Nach Herstellerangaben liegt die Wirksamkeit im Untersuchungszeitraum von sieben Tagen bis sechs Monaten nach der zweiten Impfdosis bei 91,3 Prozent. Die Daten stammen von mehr als 12.000 geimpften Personen, die die zweite Dosis schon vor mehr als einem halben Jahr erhalten haben.

Eine weitere Auswertung der Daten zeigte laut Biontech/Pfizer, dass in Südafrika, wo B.1.351 die vorherrschende Virusvariante ist, eine Wirksamkeit von 100 Prozent erreicht wurde. Alle neun Covid-19-Fälle traten dort in der Placebo-Gruppe auf. In Deutschland ist diese Variante mit einem Anteil von 0,8 Prozent allerdings kaum verbreitet. Stattdessen macht die britische Version B.1.1.7 den Großteil der Infektionen aus (88 Prozent).

„Die Ergebnisse, die die guten Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten erneut bestätigen, sind ein wichtiger Schritt, besonders mit Blick auf die Dauer der Impfwirkung“, sagte Biontech-Vorstandschef und Mitbegründer Ugur Sahin. Noch sind die Ergebnisse allerdings weder von Experten begutachtet noch in einem Fachjournal veröffentlicht. Das soll schon bald nachgeholt werden, heißt es von Unternehmensseite.

Corona in Deutschland: Seehofer lehnt Astrazeneca ab - Steinmeier bekommt erste Spritze

Update vom 1. April, 12.07 Uhr: Astrazeneca ist fortan nur noch für Menschen über 60 Jahre vorgesehen. Hintergrund sind Thrombosefälle vor allem bei jüngeren Frauen. Bundesinnenminister Horst Seehofer fällt mit seinen 71 Jahren in die vorgeschriebene Impfgruppe. Doch der CSU-Politiker will sich nicht mit dem Vakzin, das sich mittlerweile in Vaxzervria umbenannt hat, impfen lassen.

Seehofer weist damit einen Appell von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an die älteren Kabinettskollegen, sich mit dem Vakzin impfen zu lassen, zurück „Ich lasse mich nicht bevormunden“, sagte der CSU-Politiker der Bild-Zeitung.

Auch in der Runde der Ministerpräsidenten, die am Dienstag über die Zulassung des Impfstoffs beraten hatte, habe Spahn darauf verwiesen, dass eine Impfung mit Astrazeneca eine gute Vorbildwirkung entfalten könne. Diesem Appel ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nun gefolgt. Der 65-Jährige hat am Donnerstag im Bundeswehr-Krankenhaus in Berlin seine erste Corona-Schutzimpfung erhalten. Dem Staatsoberhaupt wurde der Impfstoff von Astrazeneca gespritzt, wie das Bundespräsidialamt mitteilte.

Steinmeier appellierte im Anschluss an alle Bürger, seinem Beispiel zu folgen: „Ich vertraue den in Deutschland zugelassenen Impfstoffen“, betonte er in einer Mitteilung. „Heute habe ich meine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten. Das Impfen ist der entscheidende Schritt auf dem Weg aus der Pandemie. Nutzen Sie die Möglichkeiten. Machen Sie mit!“

In die entsprechende Altersgruppe fällt auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU). „Die Möglichkeit, sich impfen zu lassen, ist für mich nähergerückt. Das ist richtig“, hatte die 66-Jährige am Dienstagabend nach der Entscheidung von Bund und Ländern zum Impfstoff von Astrazeneca gesagt. Sie müsse sich aber erst einmal über das Verfahren in Berlin informieren.

Corona in Deutschland: Spahn verspricht - 35.000 Arztpraxen starten mit Impfungen

Update vom 1. April, 11.24 Uhr: Die Corona-Impfungen in Arztpraxen sollen nach Ostern beginnen und allmählich hochgefahren werden. „Das wird noch kein großer Schritt sein, aber ein wichtiger“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin. Für die erste Woche wurden für Hausarztpraxen 1,4 Millionen Impfdosen bestellt. Geliefert werden sollen entsprechend der Planungen von Bund und Ländern zunächst 940.000 Dosen. Daneben sollen die Impfzentren der Länder 2,25 Millionen Dosen pro Woche bekommen.

In den ersten beiden Wochen solle in den Praxen ausschließlich der Impfstoff von Biontech/Pfizer eingesetzt werden. Ab der Woche vom 19. April seien Biontech und Astrazeneca vorgesehen, danach Biontech, Astrazeneca und Johnson & Johnson. Spahn rief Bürger, die schon Termine in Impfzentren haben, dazu auf, diese auch wahrzunehmen.

Bezüglich der Komplikationen beim Vakzin von Astrazeneca, das seinen Namen mittlerweile in Vaxzervria umbenannt hat, betonte der Gesundheitsminister die Wichtigkeit, bei ersten Symptomen zu handeln. „Es“, also Impfung und Hirnvenenthrombosen, „scheint zusammenzuhängen“, verdeutlicht Spahn zwar, doch seien diese Nebenwirkungen sehr, sehr selten. Diese Fälle würden dann sofort transparent gemacht und untersucht werden. 

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sagte: „Zu den 430 Impfzentren, die wir bisher haben, kommen nach Ostern 35.000 weitere hinzu, und das ist kein Aprilscherz.“

Corona in Deutschland: Inzidenz von 1059 - Blaufelden wird zum Covid-Hotspot

Update vom 1. April, 10.44 Uhr: Deutschlands Corona-Hotspot hört aktuell auf den Namen Blaufelden. Die rund 5200-Einwohner-Gemeinde im Landkreis Schwäbisch Hall (Baden-Württemberg) weist seit Tagen vierstellige Inzidenzwerte auf. Aktuell kommt Blaufelden auf 1059,4 Fälle pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Trotz dieser extrem hohen Werte, gibt es leichten Grund zum Optimismus. Am 30. März lag die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei einem Wert von 1154.

Wie Bürgermeisterin Petra Weber auf Anfrage von tz.de erklärt, sind derzeit 54 Menschen im Ort aktiv mit dem Coronavirus infiziert. 23 Infektionen und damit 40 Prozent gehen auf die britische Virusvariante B.1.1.7 zurück. Wie Weber ausführt, liegen die Gründe für den Corona-Ausbruch im Ort wohl im Kindergarten. Von dort wäre das Virus anschließend auch auf die Schulen übergesprungen. „Wir vermuten durch Geschwisterkinder, aber so genau kann man das ja nie sagen.“

Damit das Infektionsgeschehen eingedämmt werden kann, gilt in Blaufelden seit mehr als einer Woche eine Ausgangssperre sowohl tagsüber als auch nachts. Lediglich der Lebensmittelhandel und Gärtnereien haben geöffnet.

Der Landkreis Schwäbisch Hall zählt ohnehin zu den am stärksten von Covid-19 betroffenen Orten in der Bundesrepublik. Der Kreis im fränkisch geprägten Nordosten des Bundeslandes kommt deutschlandweit auf die zweithöchste Sieben-Tages-Inzidenz. Am Mittwoch wurden die 470,1 Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen nur vom thüringischen Landkreis Greiz überboten (595,5).

Corona in Deutschland: Anteil von 88 Prozent - britische Mutation dominiert Infektionslage

Update vom 1. April, 9.14 Uhr: Die britische Coronamutation B.1.1.7 ist längst die dominante Virusvariante in Deutschland. Am Donnerstag gab das Robert Koch-Institut ihren Anteil an den aktuellen Infektionen mit 88 Prozent an: „Insgesamt ist B.1.1.7 inzwischen in Deutschland der vorherrschende Covid-19-Erreger. Das ist besorgniserregend, weil B.1.1.7 nach bisherigen Erkenntnissen deutlich ansteckender ist und vermutlich schwerere Krankheitsverläufe verursacht als andere Varianten“, heißt es im aktuellen Corona-Lagebericht des RKI.

Problematisch: „Der Anstieg der Fallzahlen insgesamt und die Infektionen durch B.1.1.7 werden zu einer deutlich ansteigenden Anzahl von Hospitalisierungen führen.“ Aktuell sind in Deutschland 86 Prozent der Intensivbetten belegt.

Corona in Deutschland: 24.300 Neuinfektionen - Inzidenz von 134,2

Update vom 1. April, 6.45 Uhr: Das RKI hat am Donnerstagmorgen 24.300 neue Corona-Ansteckungsfälle in Deutschland gemeldet - das sind gut 1600 mehr als am Donnerstag vergangener Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg gegenüber dem Vortag leicht auf 134,2.

Allerdings: Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert ist unter eins gesunken. Das geht aus dem RKI-Lagebericht vom Mittwochabend hervor. Er lag bei 0,97 (Vortag: 1,01). Liegt er Wert für längere Zeit unter eins, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Party trotz Corona: 150 Jugendliche feiern in Strandbad - Polizei erhebt 50 Anzeigen

Unterdessen hat die Polizei in Neubrandenburg eine Party mit gut 150 Jugendlichen beendet. Am Mittwochabend hätten sich mehrere Anrufer bei ihr über laute Musik beschwert. Eine Funkstreife habe die Feiernden in einem Strandbad vorgefunden - dann ist ein Polizisten-Großaufgebot angerückt.

In mehr als 50 Fällen sei es den Beamten gelungen, die Personalien festzustellen. Gegen die Jugendlichen sei Anzeige wegen des Verstoßes gegen die Corona-Landesverordnung und wegen illegaler Abfallbeseitigung erstattet worden, da laut Polizei im Strandbad erhebliche Verschmutzungen festgestellt wurden.

Corona-Lage „sehr ernst“: Laut Drosten bleibt nur noch ein Mittel - Bundesland verhängt Ausgangssperre

Update vom 31. März, 18.50 Uhr: Christian Drosten plädiert angesichts hoher Neuinfektionszahlen mit dem Coronavirus für schärfere Maßnahmen. „Ich glaube, es wird nicht ohne einen neuen Lockdown gehen, um diese Dynamik, die sich jetzt ohne jeden Zweifel eingestellt hat, noch einmal zu verzögern“, sagte der Charité-Wissenschaftler im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“. Die Situation sei leider „sehr ernst und sehr kompliziert“.

Drosten kritisierte, dass nicht die gleichen Maßnahmen angewendet würden, wie in der ersten Welle. „Ich habe das Gefühl, dass wir eigentlich im Moment immer noch die gleichen Werkzeuge benutzen müssen, die wir schon in der ersten Welle benutzt haben“, sagte der Virologe. „Es bleibt nur noch der Holzhammer.“

Kontakte müssten verringert werden. In Arbeitsstätten, im Privaten sowie im Erziehung- und Bildungsbereich, Drosten nahm nahezu keinen Bereich aus. „Da gibt es viele wissenschaftliche Beiträge, die jetzt auch auf Deutschland bezogen sind.“

Corona: EU-Behörde widerspricht Deutschland bei Astrazeneca-Einschätzung

Update vom 31. März, 16.04 Uhr: Nach der Einschränkung des Einsatzes des Astrazeneca-Impfstoffs in Deutschland hat die EU-Arzneimittelbehörde EMA erklärt, dass sie derzeit keine altersspezifischen Risiken bei dem Corona-Impfstoff sehe. Eine Prüfung habe keine spezifischen Risikofaktoren wie etwa Alter oder Geschlecht ergeben, teilte die Behörde am Mittwoch in Amsterdam mit. Die Prüfungen würden aber fortgesetzt.

Auch die WHO hält weiterhin am Astrazeneca-Impfstoff fest. „Jedes Land geht seinen eigenen Weg“, betonte die Direktorin der WHO-Abteilung für Impfungen, Kate O‘Brien, am Mittwoch in Genf. „Wir sind sehr klar in unserer Nutzen-und-Risiko-Einschätzung: dies ist ein sicherer Impfstoff“, sagte sie weiter.

Corona in Deutschland: Hamburg beschließt nächtliche Ausgangsbeschränkung

Update vom 31. März, 14.27 Uhr: Der Hamburger Senat hat aufgrund der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen eine nächtliche Ausgangsbeschränkung beschlossen. Ab Karfreitag (2. April) sollen die Bürger zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens zu Hause bleiben, solange kein triftiger Grund vorliegt, die Wohnung zu verlassen. Das verkündete Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Zuvor hatte schon Brandenburg eine nächtliche Ausgangssperre für besonders betroffene Kreise ausgerufen. Das Kabinett in Potsdam beschloss am Dienstag (30. März), dass sie vom 1. bis 6. April von 22 Uhr abends bis 5 Uhr morgens gelten soll. Bedingung dafür ist eine regionale 7-Tage-Inzidenz von 100 oder mehr an drei aufeinanderfolgenden Tagen.

Corona in Deutschland: Mediziner fordern Mega-Lockdown

Neben Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (siehe Update vom 31. März, 13.10 Uhr) warnte zuvor auch der Intensivmediziner Gernot Marx von der Uni Aachen vor einer Überlastung der Krankenhäuser. „Wir fordern schon seit vielen Wochen eine konsequente Durchführung eines harten Lockdowns“, erklärte er im ARD-„Morgenmagazin“. Er sei „zutiefst besorgt“ über die aktuelle Situation, sagte Marx weiter. „Wir befinden uns in einer besonders kritischen, wenn nicht sogar der kritischsten Phase der Pandemie“, warnte der Intensivmediziner.

Die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, forderte ebenfalls einen konsequenten Lockdown. „Lockerungen führen dazu, dass die Menschen zu viele Kontakte haben“, berichtete sie der Rheinischen Post. Dadurch werde eine Nachverfolgbarkeit für die Gesundheitsämter erschwert. „Und wenn wir die Kontakte von Infizierten nicht nachverfolgen können, dann gerät die Pandemie vollends außer Kontrolle“, warnte Teichert. Eine Senkung der Fallzahlen sei aktuell „nur mit einem konsequenten Lockdown machbar“.

Corona in Deutschland: Biontech meldet Impfstoff-Wirksamkeit von 100 Prozent bei Jugendlichen

Update vom 31. März, 13.30 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer schützt nach Angaben des Herstellers auch Jugendliche zuverlässig vor einer Covid-19-Erkrankung. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie mit 2260 jungen Menschen zwischen 12 und 15 Jahren in den USA hervor, die Biontech und Pfizer am Mittwoch veröffentlichten.

Die Teilnehmer hätten den Impfstoff gut vertragen. „Die Nebenwirkungen waren vergleichbar mit denen bei 16- bis 25-Jährigen“, hieß es. Noch sind die Ergebnisse aber nicht von Experten begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht. Nach eigener Aussage planen Biontech und Pfizer, die Daten in den kommenden Wochen bei der EU-Zulassungsbehörde EMA und dem US- Pendante FDA einzureichen. „Wir hoffen, dass wir dann schon vor dem Beginn des nächsten Schuljahres mit dem Impfen dieser Altersgruppe beginnen können“, erklärte Pfizer-Chef Albert Bourla in einer Mitteilung.

In der zulassungsrelevanten Phase-3-Studie bekam eine Hälfte der Teilnehmer den mRNA-Impfstoff injiziert, die andere Hälfte ein Placebo. Unter den ungeimpften Jugendlichen erkrankten 18 an Corona, unter den Geimpften niemand. Auf der Basis dieser Untersuchungen geben Biontech und Pfizer eine Wirksamkeit bei Jugendlichen von 100 Prozent an.

Corona in Deutschland: Kretschmer warnt vor Kollaps - und nennt Inzidenz „von 500, 600, 700“

Update vom 31. März, 13.10 Uhr: Angesichts der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen in Deutschland warnt Sachsens Ministerpräsident, Michael Kretschmer (CDU), vor einem Kollaps des Gesundheitssystems. Es drohe eine Überlastung der Krankenhäuser, sollten Politik und Bevölkerung den Ernst der Lage jetzt nicht erkennen, sagte er in der ntv-Sendung „Frühstart“ am Mittwoch.

„Wir werden Zahlen bekommen von 500, 600, 700 Inzidenz, wenn wir es nicht anhalten“, so Kretschmer. Das schaffe kein Gesundheitssystem der Welt. Ein zu großer Teil der Bürger halte sich nicht mehr an die Corona-Maßnahmen. „Zu viele machen Kompromisse, zu viele gehen ihren eigenen Weg und das sieht man unmittelbar im Infektionsgeschehen“, erklärte Sachsens Ministerpräsident weiter. „Es ist nicht die Zeit für Öffnungen.“

Astrazeneca: Hersteller betont Nutzen des Impfstoffs - EMA berät kommende Woche

Update vom 31. März, 12.23 Uhr: Astrazeneca hat nach der erneuten Einschränkung des Einsatzes seines Coronavirus-Impfstoffes in Deutschland erneut betont, dass der Nutzen des Vakzins die Risiken in allen Altersgruppen deutlich überwiege. Zu dieser Einschätzung seien sowohl die Zulassungsbehörden in Großbritannien als auch der EU, sowie die WHO gekommen.

Der Impfstoffhersteller teilte mit, dass man die Entscheidung der Stiko akzeptiere. „Die Patientensicherheit hat für das Unternehmen höchste Priorität. Wir werden weiterhin mit den deutschen Behörden zusammenarbeiten, um mögliche offene Fragen zu klären“, hieß es von weiter. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) wird in der kommenden Woche erneut über die Sicherheit des Astrazeneca-Impfstoffs beraten.

Nach dem Impf-Stopp für unter 60-Jährige in Deutschland, hat Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) öffentliche Corona-Impfungen von Politikern vorgeschlagen, um das Vertrauen zu stärken. „Vielleicht kann man auch mal darüber nachdenken, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, ob der ein oder andere Politiker sich mit Astrazeneca impft - ich halte den jetzigen Zeitpunkt für richtig“, sagte er am Mittwoch in der ntv-Sendung „Frühstart“.

Corona in Deutschland: Astrazeneca nur noch für über 60-Jährige

Erstmeldung vom 31. März: Berlin - Die dritte Welle der Corona-Pandemie hat Deutschland längst erreicht. Am Mittwoch (31.3.) meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) 17.051 Corona-Neuinfektionen und 249 neue Todesfälle innerhalb eines Tages. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz lag bei einem Wert von 132,3. Am Dienstag (30.3.) gab es nun obendrein einen bitteren Rückschlag für die Impfkampagne in Deutschland.

Bund und Länder folgten nach einer Besprechung am Dienstagabend der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), den Corona-Impfstoff von Astrazeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren einzusetzen. Jüngere können sich nach Rücksprache mit dem Arzt und auf eigenes Risiko weiterhin damit impfen lassen. Hintergrund für die Änderung der Empfehlung waren Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen. In München stoppten die Stadt und der Landkreis die Astrazeneca-Impfungen von Jüngeren bereits am Dienstagnachmittag.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bezeichneten den Astrazeneca-Stopp für Jüngere als „Rückschlag“ für die deutsche Corona-Impfkampagne. Zur Zweitimpfung von Menschen, die bereits die erste Dosis Astrazeneca erhalten haben, will die Stiko bis Ende April eine Empfehlung abgeben. Laut Impfquotenmonitoring des RKI wurden in Deutschland mit dem Astrazeneca-Vakzin bisher rund 2,7 Millionen Erstimpfungen gemacht, aber vorerst nur 767 Zweitimpfungen.

Corona in Deutschland: „Kann sein, dass Vertrauen schwindet“ - Lauterbach zeigt sich optimistisch

Die Auswirkungen der geänderten Empfehlung sind nach Angaben des Stiko-Vorsitzenden, Thomas Mertens, nur schwer abzusehen. „Es kann sein, dass dadurch Vertrauen schwindet“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es könne aber auch das Gegenteil bewirken. Mertens lobte die Kontrollfunktion des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI): „Sie haben mehr als 30 besorgniserregende Fälle registriert, es wurde intensiv geprüft und Alarm geschlagen, und jetzt reagiert man darauf. Das sollte eigentlich vertrauensbildend sein.“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zeigte sich am Abend optimistisch, dass die Entscheidung keine großen Auswirkungen auf die Impfkampagne in Deutschland haben wird. „Wir werden eine kleine Delle haben von ein paar Tagen, wo es Verwirrung gibt, aber dann wird das Impftempo wieder voll anziehen“, sagte er in den ARD-„Tagesthemen“. Bei über 60-Jährigen überwiege generell der Nutzen der Astrazeneca-Impfung über möglichen Risiken. „Es ist ein sehr guter Impfstoff, den ich weiter empfehlen kann“, erklärte Lauterbach. Die Entscheidung der Bundesregierung sei aufgrund der neuen Daten aber richtig gewesen.

Corona in Deutschland: Astrazeneca-Vakzin heißt jetzt „Vaxzevria“

Der britisch-schwedische Impfstoffhersteller Astrazeneca hat unterdessen sein Vakzin umbenannt. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) führt den Impfstoff auf seiner Website nun unter dem Namen „Vaxzevria“, statt dem bisherigen Namen „Covid-19-Vaccine Astrazeneca“. Die Umbenennung erfolgte den Angaben zufolge bereits am 25. März. „Die Umstellung auf einen dauerhaften Markennamen ist üblich und wurde seit vielen Monaten geplant“, teilte das Unternehmen am Mittwoch der dpa mit. (ph/dpa)

Rubriklistenbild: © Jonas Walzberg/dpa

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