Deutschland verdankt Hoch "Annelie" 90-Jähriger aus Konstanz

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Die 90-jährige Annelie Dehnert-Hilscher: Das derzeitige Wetterhoch Annelie ist nach 90-jährigen Konstanzerin benannt. Foto: Felix Kästle

Im Januar bekam eine 90-Jährige von ihren Kindern ein ungewöhnliches Geschenk - sie sollte Namensgeberin eines Hochdruckgebiets werden. Dass sie ausgerechnet für die heißesten Tage des bisherigen Jahres Patin sein würde, ahnte "Annelie" damals noch nicht.

Berlin (dpa) - Hoch "Annelie" bringt Deutschland Sonnenschein und viel Wärme. Zu verdanken hat es seinen Namen einer 90 Jahre alten Dame aus Konstanz am Bodensee.

"Das war ein Geburtstagsgeschenk von meinen drei Kindern", sagt Annelie Dehnert-Hilscher. Die Freie Universität (FU) Berlin vergibt die Patenschaften: 299 Euro kostet ein Hoch, 199 Euro ein Tief. In diesem Jahr tragen die Hochdruckgebiete in Europa weibliche Namen, die Tiefs männliche. Getauft wurde "Annelie" am 28. Juni.

Die Rentnerin vom Bodensee hatte zwar schon Ende Januar Geburtstag - da kam ihr aber "Antonia" als Namensgeberin zuvor. "Wir waren schon ganz traurig, dass das so spät kommt", sagt Dehnert-Hilscher. "Aber das war wahnsinnig gut." Nun sorgt "Annelie" nämlich mit Temperaturen mit bis zu 40 Grad für Aufsehen.

"Das war eine ganz besondere Idee", sagt die Seniorin. Ihre Kinder hätten ihr sogar eine nachgeahmte Zeitung dazugelegt, in der vom Hoch "Annelie" berichtet wurde. Dass sie es als Namensgeberin tatsächlich in die Medien schaffen würde, ahnte sie damals freilich nicht.

Einem Hoch oder einem Tief den Namen zu geben, könne allerdings auch eine zweifelhafte Ehre sein, gab Thomas Dümmel vom Institut für Meteorologie an der FU zu bedenken. "Kyrill zum Beispiel war total zerknirscht." Der Namensgeber des schweren Sturmtiefs habe so eine eher traurige Berühmtheit erlangt. Auch bei einem Hoch könne das vorkommen - etwa wenn es schwere Gewitter oder Hitzetote zur Folge habe.

Dümmel zufolge dürfte das Hochdruckgebiet "auf jeden Fall" bis zum Wochenende anhalten. Der Namensgeberin selbst macht die Hitze trotz ihres hohen Alters nichts aus: "Ich bin da nicht so empfindlich." Wie sie die Wärme nutzt, weiß sie auch schon: "Ich wohne ganz nah am See und gehe schwimmen."

Die Wetterexperten von der FU können einem Hoch übrigens gar nicht so viel abgewinnen: "Jeder Meteorologe würde sich ärgern, wenn er ein Hoch bekäme", sagt Dümmel. Ein Tief sei viel spannender: "Da ist Dynamik, da ist Leben, da passiert was." Dümmel: "Aber ein Otto Normalverbraucher identifiziert sich mit einem Hoch natürlich mehr - und ich privat natürlich auch."

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