Nach plötzlichen Lähmungserscheinungen: Mediziner stellen Frau eine tragische Diagnose
Nachdem sich ihre Symptome bereits ausgeprägt hatten, erhält eine Britin die Diagnose einer äußerst seltenen Krankheit. Sie verändert das Leben der jungen Mutter von Grund auf.
München/London – Wie plötzlich Schicksalsschläge, wie etwa gesundheitliche Probleme, das eigene Leben oder das nahe stehender Menschen grundlegend verändern können, zeigen unzählige Fälle von Schicksalsschlägen immer wieder. Dass eine Erkrankung ein Leben vom einen auf den anderen Tag völlig aus den gewohnten Bahnen werfen kann, zeigt nun der Fall einer britischen Familienmutter auf ein Neues.
Symptom kommt ganz plötzlich: „Als laufe heißes Wasser an den Beinen und der Wirbelsäule entlang“
Sarah Saunders’ Krankengeschichte begann ohne jegliche Vorwarnung: Aus dem Nichts ereilten die 34-Jährige unerklärliche Kopfschmerzen und ein sonderbares Gefühl, das sie beschreibt, „als laufe heißes Wasser an den Beinen und der Wirbelsäule entlang“. Aus Angst und Sorgen, ernsthaft erkrankt zu sein, suchte Saunders danach verschiedene Ärzte auf. Gegenüber The Sun erklärte sie, so innerhalb eines Monats bei drei unterschiedlichen Medizinern gewesen zu sein – doch Sarahs Symptome seien lediglich als Erschöpfungssymptome abgetan worden.
Als die junge Mutter jedoch dann aber noch das Gefühl in ihren Fingern einbüßt und kurz darauf auch die Fähigkeit verliert, zu laufen, zu sprechen, oder ihre Arme bewegen zu können, begibt sie sich in ein Krankenhaus. Aber auch dort kommen die Mediziner zu einem ernüchternden Ergebnis: Trotz auffälliger Blutwerte, die eine Belastung von Leber, Herz und Nieren nahelegen, konnten die Ärzte Sarah keine Diagnose stellen.
Betroffene Frau ist bettlägerig, kann aber nicht mehr mit ihrer Familie kommunizieren
So gerät Saunders in eine schwierige, ja tragischen Situation: Bei vollem Bewusstsein ist sie dazu gezwungen, bettlägerig zu sein. Sie versteht zwar, was um sie herum passiert, kann aber nicht mehr darauf antworten. Unterdessen teilten die verantwortlichen Ärzte Sarahs Familie mit, dass der Zustand der Ehefrau und Mutter „kritisch“ ist.

Höchstwahrscheinlich, erklärten die Ärzte, bliebe Sarah nicht mehr viel Zeit zu leben. Und neben der schrecklichen Botschaft blieb Sarah und ihrer Familie immer noch die zermürbende Frage: Unter welcher Krankheit leidet Sarah?
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Die Mediziner räumten der jungen Mutter kaum noch Lebenszeit ein
In dieser existenziellen Ausnahmesituation erhielt Sarah schließlich von einem Spezialisten die seltene Diagnose. Sie leidet am sogenannten Morbus Addison, auch Nebenniereninsuffizienz genannt. Dabei handelt es sich um eine schleichende, fortschreitende Unterfunktion der Nebennierenrinde, die dann keine lebensnotwendigen Hormone mehr erzeugt.
Laut dem Universitätsspital Zürich bewirkt Morbus Addison, dass sich Betroffene – und unter ihnen nun auch Sarah – erschöpft fühlen und sich ihre Haut braun färbt. Wegen des Symptoms der Braun-Färbung wird Morbus Addison auch als „Bronzehaut-Krankheit“ bezeichnet. Zu frühen Krankheitssymptomen zählen allgemeine Schwäche, Müdigkeit und ein plötzlicher Blutdruckabfall beim Aufstehen oder Hinsetzen. Gewichtsverlust, Dehydratation und Hypotonie treten erst im späteren Stadium eines Morbus Addison auf.
Die Krankheit Morbus Addison hat Sarahs Leben grundlegend verändert
Auch grundlegend verursacht Morbus Addison Symptome, wie einen niedrigen Blutdruck, unter dem Betroffene leiden. Neben den für die Erkrankung charakteristischen Verfärbungen, die im medizinischen Fachjargon als „Hyperpigmentierung“ bezeichnet werden, kann Modus Addison aber auch zu einer gefährlichen adrenergen Krise mit kardiovaskulärem Kreislaufkollaps führen. Sie kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen, zu schwerwiegenden Komplikationen führen und unbehandelt tödlich verlaufen. Entscheidend ist daher die rechtzeitige Diagnose und Therapie.
Laut dem Zürcher Universitätsspital entsteht Morbus Addison bei etwa vier 100.000 Menschen jährlich. Die Krankheit kommt über alle Altersgruppen und in etwa gleichem Maße bei den Geschlechtern vor. In Deutschland erhalten fünf von einer Million Menschen die Diagnose Morbus Addison, schreibt die Krankenkasse AOK. Damit handelt es sich um eine seltene Krankheit.
Betroffene blickt zurück: „Vor meiner Addison-Krankheit war ich sehr fit“
Eine Krankheit, die so selten ist, dass niemand in Sarahs Familie – geschweige denn ihr selbst – glauben konnte, dass die 34-Jährige daran erkrankte. Die Behandlung von Morbus Addison hängt von der konkreten Ursache ab, umfasst aber im allgemeinen Hydrokortison und in der Regel auch andere Hormone.
Auch Sarah hat zur Behandlung ihrer Krankheit sogenannte Kortikosteroide eingenommen – ein Überbegriff für Hormone, die in der Nebennierenrinde gebildet werden. Doch das Leben der Mutter hat sich durch die Krankheit und die anschließende Behandlung mit Kortikosteroiden drastisch verändert.
„Vor meiner Addison-Krankheit war ich sehr fit“, sagt sie. „Jetzt bin ich schwach und habe eine Pflegerin, die mir bei meinen täglichen Aktivitäten hilft. Wegen der täglichen Medikamente habe ich zugenommen“, räumte sie gegenüber The Sun ein. Um Spenden für ihre weitere Behandlung zu sammeln, hat die 34-Jährige online eine GoFundMe-Website eingerichtet. (fh)