Die häufigsten Fallen im Mietvertrag

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Bevor Sie den Stift zücken und den Mietvertrag unterschreiben, lesen Sie alle Klauseln aufmerksam durch.

Die Traumwohnung ist nur noch eine Unterschrift entfernt. Doch Vorsicht: Nicht alles, was im Mietvertrag steht, ist auch rechtsgültig. Bereiten Sie sich auf den Vertragsabschluss gut vor. Bei welchen Klauseln Sie genau hinschauen sollten, lesen Sie hier.

Sie haben nach längerer Suche endlich die passende Wohnung gefunden. Unterschreiben Sie jetzt nicht aus lauter Euphorie sofort den Mietvertrag. Nehmen Sie sich die Zeit und lesen Sie die Klauseln aufmerksam durch. Bei Ungenauigkeiten oder Zweifeln an der Rechtmäßigkeit vergleichen Sie das Formular mit Musterverträgen aus dem Internet, wie zum Beispiel von Avery. Hilfe bekommen Sie auch beim Deutschen Mieterbund.

Die häufigsten Mietirrtümer haben wir hier für Sie aufgelistet:

Kein Widerrufsrecht: Im Gegensatz zu vielen anderen Verträgen gibt es im Mietrecht kein Widerrufsrecht. Das bedeutet: Haben Mieter und Vermieter den Vertrag unterschrieben, ist er wirksam. Sie können nicht nach 14 Tagen Ihre Unterschrift zurückziehen.

Wohnungsgröße: Die im Mietvertrag angegebene Wohnungsgröße ist entscheidend für alle späteren Zahlungen. Messen Sie deshalb vor der Unterschrift die Wohnung genau nach. Oft lohnt es sich eine Firma zu engagieren, die eine professionelle Vermessung Ihrer Wohnung vornimmt. Bei Abweichungen von mehr als zehn Prozent dürfen Sie die Miete kürzen, fristlos kündigen oder eine Korrektur der Betriebskostenabrechnung fordern. Wenn die tatsächliche Wohnfläche nur um 9 Prozent kleiner ist als angegeben, gilt die im Vertrag genannte Wohnfläche.

Tierhaltung: Klauseln im Mietvertrag, die die Haltung von Tieren generell verbieten, sind unwirksam. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie sich sorglos jedes Tier anschaffen können. Wenn Sie sich einen Hund oder eine Katze anschaffen wollen, kontaktieren Sie den Vermieter und bitten ihn um Erlaubnis. Kleintiere wie Meerschweinchen oder Wellensittich müssen Sie nicht angeben.

Vorauszahlungen: Achten Sie bei Vertragsabschluss auf die Höhe der Betriebskosten. Viele Vermieter kalkulieren zu niedrig, verlangen später Nachzahlungen und eine saftige Erhöhung der Vorauszahlungen. Informieren Sie sich mithilfe des Betriebskostenspiegels des Deutschen Mieterbundes über die durchschnittliche Höhe der Nebenkosten. Oder fragen Sie andere Mieter im Haus, ob die Vorauszahlung realistisch ist.

Modernisierung: Führen Sie auf eigene Kosten Verbesserungen in Ihrer Wohnung durch – verlegen Sie zum Beispiel einen neuen Laminatboden – haben Sie beim Auszug kein Recht auf Kostenerstattung. Der Vermieter kann sogar von Ihnen verlangen, dass Sie die Wohnung wieder im ursprünglichen Zustand übergeben. Bevor Sie in Ihre Mietwohnung investieren, schließen Sie deshalb eine Modernisierungsvereinbarung mit Ihrem Vermieter ab, die die Kostenübernahme regelt.

Schönheitsreparaturen: Klauseln, die Schönheitsreparaturen jeweils nach Ablauf einer bestimmten Zeitdauer vorschreiben, sind unwirksam. Werden solche Fristen mit einem Zusatz wie „wenn erforderlich“ gelockert, sind sie jedoch gültig. In die Verantwortung gezogen werden können Sie als Mieter nur für Maler- und Tapezierarbeiten – die Verlegung eines neuen Bodens ist grundsätzlich Vermietersache.

Kündigung: Passen Sie auf, wenn ein Wort wie „Kündigungsverzicht“ im Mietvertrag auftaucht. Mit so einer Klausel kann der Vermieter für einen Zeitraum von bis zu vier Jahren eine Kündigung ausschließen.

Nachmieter: Auch wenn Sie einen Nachmieter finden, muss Ihr Vermieter Sie nicht frühzeitig aus dem Mietvertrag entlassen. Grundsätzlich müssen Sie bis Vertragsende Ihre Miete bezahlen. Ausnahmen: Die Nachmieterregel ist im Vertrag festgelegt oder Sie berufen sich auf einen Härtefall, etwa auf eine schwere Krankheit, einen berufsbedingten Wohnortwechsel oder Familienzuwachs.

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