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Die Strickmuster-Falle

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Setzen Sie auf „hässliche Zahlen“ – das steigert den Gewinn
Setzen Sie auf „hässliche Zahlen“ – das steigert den Gewinn © dpa

Die Freude ist riesig! Satte 14,3 Millionen Euro hat ein Spieler aus Westfalen gewonnen.

Und das mit einer so genannten Strickmuster-Kombination. Bislang habe sich der Glückspilz aber noch nicht gemeldet, so ein Sprecher der Westdeutschen Lotterie. Der Unbekannte hatte bundesweit nicht nur sechs Richtige getippt sondern auch noch die passende Superzahl.

Die Zahlen auf dem Spielschein des Gewinners ergeben zwei parallel versetzte Reihen, ein Strickmuster. So nennt man solche Tipps, die geometrischen Formen folgen. Beispiele dafür sind ein U oder ein V oder ein X. Beliebt sind auch Drillinge – drei Zahlen in Folge (siehe Bilder).

Welche Lottomuster Sie nie tippen sollten - und der Millionentipp

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Bei allen anderen aber, die ebenfalls das richtige Strickmuster tippten, war die Enttäuschung groß: 16 weitere Spieler hatten sechs Richtige ohne Superzahl und kassierten jeweils (nur) 89 000 Euro. Der Durchschnittsgewinn für einen Sechser ohne Superzahl liegt laut Westlotto zwischen 400 000 und 500 000 Euro.

Wie ist es dazu gekommen? Das Problem ist die so genannte Strickmuster-Falle. Experten erklären sie so: „Wenn die Gewinnzahlen ein Muster ergeben, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Trefferquote hoch ist“, so ein Sprecher von Westlotto. Will heißen: Gewinnt man mit einer verbreiteten Spieltechnik, ist die Wahrscheinlichkeit auf das große Geld kleiner. Grund: Je mehr Spieler in einer Gewinnklasse landen, desto mehr müssen sich den Kuchen teilen.

Die Lottogeschichte kennt mehrere Fälle, bei denen Glücksritter trotz sechs Richtiger Pech hatten: Seit 1955 kassierten sogar 1137 Spieler weniger als 50 000 Euro. Wie am 23. Januar 1988: 222 Gewinner hatten ihre Kreuzchen in Form eines doppelten Drillings gesetzt – und bekamen jeweils umgerechnet nur 15 717 Euro.

Doch bei diesen Lotto-Tiefschlägen darf man nicht vergessen: Hierbei geht es nur um die Wahrscheinlichkeiten für den Fall, dass man bereits in einer hohen Gewinnklasse gelandet ist.

Generell gilt: Die Lotto-Ziehung funktioniert nach dem Zufallsprinzip. „Die Wahrscheinlichkeit Gewinnzahlen zu ziehen ist immer dieselbe“, erklärt Thomas Spöring von Lotto Bayern. Und die liegt bei eins zu knapp 140 Millionen. Es spielt auch keine Rolle, welche Zahlen wie oft bereits gezogen wurden. „Zahlen haben kein Gedächtnis“, wissen Experten. Allerdings: Sollten alle Spieler die unten genannten Tipps befolgen, würde die Chance, noch mal mit einem Strickmuster den Jackpot alleine zu knacken, vielleicht wieder steigen …

Wie ein Ehepaar doppelt gewann - Kurioses aus der Welt der Glücksritter

Jede Woche setzen tausende Glücksritter auf ein paar Zahlen, die sie auf einen Schlag zu Millionären machen sollen. Und wenn es dann tatsächlich zur großen Gewinnausschüttung kommt, staunen wir manchmal, wie viele von uns Lottospielern auf die gleichen Ziffern gesetzt haben. So kreuzen jede Woche etwa 40 000 Spieler die Zahlen von 1 bis 6 an. Und unglaubliche 50 000 Tipper hoffen darauf, dass die Ziffern der Vorwoche erneut gezogen werden! Ein Statistikprofessor hat Folgendes ausgerechnet: Würden diese sechs Zahlen tatsächlich gezogen, bliebe jedem der Spieler ein enttäuschender Gewinn im 100-Euro-Bereich!

Noch ein paar Kuriositäten gefällig? Wie wäre es damit. Es gibt tasächlich noch etwa 500 Zocker bundesweit, die Woche für Woche die Gewinnzahlen der ersten Lottoziehung am 9. Oktober 1955 ankreuzen! Diese Zahlen sind 3-12-13-16-23-41. Die allererste gezogene Zahl war übrigens die 13 – sie war von einem elfjährigen Waisenkind ermittelt worden.

Thomas Spöring von Lotto Bayern erzählte der tz dann noch diese Geschichte von geradezu unverschämtem Glück: Ein Ehepaar hatte getrennt Lottoscheine ausgefüllt – und beide auf die sechs Richtigen gesetzt! Der Mann hatte dann auch noch die richtige Zusatzzahl …

Lieber hässlich tippen…

Lottospieler sind Ästheten: Sie lieben geometrische Formen, setzen auf Glückszahlen usw. Die Folge: Ein möglicher Gewinn muss mit vielen geteilt werden. Setzen Sie lieber auf „hässliche Zahlen“! Das sind z. B. die Ziffern über 31. Tipper kreuzen nämlich gern die Geburtstage ihrer Lieben an – also Zahlen bis 31. Die 19 ist dabei eine besonders oft getippte Zahl, sie kommt ja in fast jedem Datum vor. Meiden sollte man auch die 25. Sie sitzt genau in der Mitte eines jeden Kästchens. Versuchen Sie es lieber mit der 13 – viele halten sie für eine Unglückszahl. Doch Vorsicht: Sie ist die am seltensten gezogene Ziffer überhaupt! Unbeliebt sind aber auch Zahlen am Spielfeldrand … Kurzum: Je unregelmäßiger eine Kombination, um so dicker der Gewinn.

Quelle: tz

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