Dieb von de Maizieres Privatauto muss hinter Gitter

Dresden - Der Dieb des Privatwagens von Bundesinnenminister Thomas de Maizière muss ins Gefängnis. Das Amtsgericht Dresden verurteilte den 33-Jährigen am Donnerstag zu einem Jahr und acht Monaten Haft.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er im Juli den zuvor gestohlenen Wagen von Dresden nach Polen bringen wollte. Der Mann wurde wegen schweren gemeinschaftlichen Diebstahls, Gefährdung des Straßenverkehrs, Nötigung und Fahrens ohne Führerschein schuldig gesprochen. Zudem darf er drei Jahre lang in Deutschland kein Fahrzeug führen. Auf der Flucht vor der Polizei hatte der Mann auch rechts überholt und war mit bis zu 180 Stundenkilometern auf dem Standstreifen gerast.

Da der aus Polen stammende Mann in seiner Heimat bereits mehrfach wegen Delikten wie Diebstahl, Trunkenheit am Steuer und Fahrens ohne Führerschein verurteilt wurde, setzte das Gericht die Strafe nicht zur Bewährung aus. Der Verurteilte hatte sich selbst nicht zu den Vorwürfen geäußert. Während des Ermittlungsverfahrens gab er an, ein Ukrainer habe ihm 100 Euro angeboten, wenn er das Auto nach Polen bringe. Ob er das Auto auch aufgebrochen hat, konnte nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Keinen Zweifel hatte das Gericht, dass er gemeinschaftlich mit anderen Tätern handelte. Dafür spreche auch die Fahrt in einem Konvoi mit anderen gestohlenen Wagen in Richtung Polen. Das Auto war auf de Maizière zugelassen, wurde aber von seiner Tochter genutzt. Der Antrag auf ein sogenanntes Adhäsionsverfahren, mit dem der Minister Schadenersatz von dem Mann verlangen wollte, wurde während des Verfahrens zurückgezogen. Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig.

dapd

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