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193 Millionen Jahre alte Nester beweisen, dass Dinosaurier in Herden gelebt haben

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Von: Isabelle Jentzsch

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Das kleine Dino-Skelett der Welt.
Ein 215 Millionen Jahre altes Fossil eines Baby-Mussaurus Patagonicus, das 1976 in Argentinien entdeckt wurde. (Symbolbild) © picture-alliance/dpa/dpaweb/Koen_Suyk

Forscher haben in Argentinien ein Dinosaurier-Nest entdeckt. Die 193 Millionen Jahre alten Fossilien geben erstmals Aufschluss über das Leben und Wesen der Pflanzenfresser.

Patagonien - Paläontologen ist bereits seit vielen Jahren bekannt, dass die großen, langhalsigen und pflanzenfressenden Dinosaurier des späten Juras und der Kreidezeit häufig in Herden miteinander gelebt haben. Auch ihre Ahnen, die sogenannten Sauropodomorpha, haben im frühen Jura miteinander gebrütet und bereits vor 150 Millionen Jahren gemeinsame Kolonien von Nestern angelegt. Das zeigen Fossilienfunde* der Tiere.

Nun stellt ein neu gefundener, aber 193 Millionen Jahre alter Nistplatz das bisherige Verständnis über die Sauropodomorpha infrage. Bei Ausgrabungen in Patagonien in Argentinien haben Diego Pol, Forscher am Paläontologischen Museum Egidio Feruglio in Argentinien und sein Team Fossilien des pflanzenfressenden Mussaurus patagonicus gefunden. Die Fossilienfunde umfassen neben Skeletten von Jungtieren und ausgewachsenen Dinosauriern auch rund hundert hühnergroße Eier. Die meisten dieser Eier wurden in Gruppen von acht bis dreißig Stück gefunden, was darauf hindeutet, dass die Dinosaurier ihre Nester in einer gemeinsamen Brutstätte hatten.

Fund in Argentinien: Dinosaurier haben Massenaussterben überlebt

Das Team von Wissenschaftlern fand auch Skelette ähnlicher Altersklassen und Größe, die räumlich auffallend nah beieinander angeordnet waren. „Eine so gut erhaltene Fundstätte kann viele Informationen dazu liefern, wie diese frühen Dinosaurier lebten“, erklärt Pol. Die räumliche Anordnung des Funds ist für die Wissenschaftler ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Tiere nicht nur eine gemeinsame Brutstätte teilten, sondern auch einen Sozialverband bildeten, der alle Altersgruppen umfasste.

Die Funde sind der bislang älteste Beleg für eine strukturierte und nach Alter gegliederte Herdenbildung bei Dinosauriern. Bislang ging die Forschung davon aus, dass diese Art der pflanzenfressenden Langhalssaurier vor etwa 221 bis 205 Millionen Jahren in der späten Trias lebte. Der neue Fund legt jedoch nahe, dass die Mussaurus in der frühen Jurazeit lebten. Das bedeutet, dass die Tiere das Massenaussterben am Ende der Trias vor 200 Millionen Jahren überlebt haben müssen.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 22.11.2021 veröffentlicht. Da er für unsere Leserinnen und Leser noch immer Relevanz besitzt, haben wir ihn erneut auf Facebook gepostet.

Dino-Fund: Herdenbildung hat das Überleben gesichert

Grund für dieses lange Überleben der Art könnte den Forschern zufolge das Leben in der Herde und die hoch entwickelten sozialen Fähigkeiten gewesen sein. „Der Mussaurus gehörte zu den ersten erfolgreichen Familien pflanzenfressender Dinosaurier“, erklärt Diego Pol. „Der Schutz der Jungen in der Herde und das soziale Wesen dieser langhalsigen Pflanzenfresser war mit ein Grund, warum sie auf allen Kontinenten so häufig vertreten waren“, so der Wissenschaftler. (ij) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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