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Lidl-Kunde beschreibt Hamster-Wahnsinn an Discounter-Kasse: „35 kg Mehl auf dem Band“

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Von: Anna Lorenz

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Hamsterkäufe sind zurück – der Ukraine-Krieg und die Inflation machen Mehl, Öl und Co. gefragt wie nie. Ein Kunde berichtete auf Twitter von seinem Erlebnis.

Darmstadt - „Willst Du sparen, kauf doch öfters mal bei Lidl... oder Penny-Markt... oder Aldi... oder mal gar nix, hahaha“, so die bekannte Zeile aus dem legendären „Schröder-Song“ der „Gerd-Show“, den man auch heute noch im Ohr hat - und der momentan leider eine makabrere Note bekommt, als ohnehin schon intendiert. Fakt ist: Die Preise steigen auch bei den Discountern spürbar und wegen des Ukraine-Kriegs kommt es großflächig zu Lieferengpässen. Die Hamsterkäufe, die sich bereits in den Anfängen der Corona-Pandemie etabliert haben, sind zurück - diesmal sind Speiseöl, Hefe und Mehl heiß begehrt.

Mehl: Das neue Hamsterer-Gold bei Discountern und Supermärkten

Während man in der Regel auch ohne Hefeberge gut auskommt und bei Speiseöl oftmals auf Alternativen zurückgreifen kann, verstehen die Kunden von Lidl, Aldi und Co. in puncto Mehl offensichtlich keinen Spaß. Hintergrund der Lieferengpässe ist der Ukraine-Krieg, denn laut dem Wirtschaftsmagazin capital.de machten die Ukraine und Russland in den vergangenen Jahren ca. 30 Prozent der weltweiten Weizenerzeugung aus. Da diese Versorgungsquelle momentan in großen Teilen wegfällt, ist Mehl das neue Gold in den Augen vieler Verbraucher geworden.

Tatsächlich werden hierzulande jährlich circa 70 Kilogramm Mehl pro Kopf verbraucht, das sind über 1,3 Kilogramm jede Woche. Natürlich ist dabei zu berücksichtigen, dass nicht nur das selbst verwendete, sondern auch das in Semmeln, Brezen und anderen Produkten von Bäckerei und Co. benutzte Mehl mitgezählt wird. Doch nichtsdestotrotz nimmt Lidl die Wünsche seiner Kunden offenkundig ernst und versprach daher für diesen Montag (21. März 2022) ein entsprechendes Aktionsangebot.

Lidl-Kasse: Kunde twittert Mehl-Wahnsinn beim Discounter - „Über 35 kg Mehl auf dem Band“

Ein User der Social-Media-Plattform Twitter aus der Region um Darmstadt war an gestrigem Montag (21. März) in aller Herrgottsfrühe bei besagtem Discounter zugegen und hielt in seinem Post die grotesken Zustände fest:

Das Bild zeigt eine Palette Mehl bei Lidl, die Packungen sind beinahe ausverkauft.
Diese verheerende Momentaufnahme teilte der User auf Twitter - sein Fazit: „#verrückt“. © twitter/@11lein

„7:55 [Uhr] im Lidl, max. 4 Packen pro Person. Als ich an der Kasse war, lagen vor und hinter mir über 35 kg Mehl auf dem Band“, berichtete der Nutzer auf Twitter. Tatsächlich sind Supermärkte und Discounter notgedrungen verstärkt dazu übergegangen, die knappen Lebensmittel zu rationieren, um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten. Dennoch scheinen die Nerven vieler Verbraucher blank zu liegen und diverse Kunden reizen das zulässige Maximum gnadenlos aus - im Rahmen von Sonderangeboten mit 2,5 Kilogramm pro Packung bringen es Hamsterer so auf stolze 10 Kilogramm pro Einkauf.

Zu sehen ist ein teilweise leeres Supermarkt-Mehl-Regal, an dem ein Aushang klebt - dieser verkündet eine Rationierung auf maximal 4 Packungen pro Person.
Mehl ist momentan heiß begehrt - Lebensmittelhändler ziehen Konsequenzen und rationieren die Produkte © MiS/imago

Im Lichte oben genannter Verbrauchszahlen beschließt der User aus Hessen seinen Tweet von dem kurz nach Ladenöffnung bereits nahezu leer gekauften Regal dann mit dem Fazit: „#verrückt“, während sich in den Kommentaren die Frage gestellt wird, „was [...] dieses Band eigentlich maximal so aushält.“ Denn seien wir ehrlich: 35 Kilogramm sind schon eine Hausnummer. Ob das nächste potenzielle Produkt im Visier der Hamsterer es auch auf solche Massen bringen wird? (askl)

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