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Winnie Pooh schlachtet wortlos Menschen ab: Horrorfilm löst riesengroße Empörung aus

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Von: Anna Lorenz

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Disney und ein Horrorfilm? Schwierig. Aber wenn der Bösewicht, der an abartiger Blutrünstigkeit kaum zu übertreffen ist, die gute Seele beliebter Kinderfilme ist, gehen Fans weltweit auf die Barrikaden.

Burbank – Der Honigtopf und die weisen Ratschläge werden getauscht gegen Pistole und Vorschlaghammer: „Winnie The Pooh: Blood and Honey“, der an die Disney-Klassiker von einst anschließen soll, zeichnet das Bild eines Bären, der wortlos Menschen abschlachtet. Inwiefern das Konzept bereichernd ist – dazu haben Fans eine klare Meinung.

„Winnie The Pooh: Blood and Honey“ – Einstiger Disney-Liebling als erbarmungsloser Killer

„Versprich mir, dass du mich nie vergessen wirst, denn wenn ich das denke, werde ich nie gehen“, verabschiedete sich Winnie Pooh einst von seinem Freund Christopher Robin, als dieser den Hundert-Morgen-Wald verlassen musste. Die Geschichten über den liebenswürdigen Bären und die anderen Bewohner – Ferkel, Tigger, I-Ah, Eule, Känga, Ruh und Rabbit – endeten hier. Wie es danach weiterging? Dafür bietet Hollywood jetzt zwei Varianten an.

Der Film „Christopher Robin“, der mit Ewan McGregor in der Hauptrolle den putzigen Pooh 2018 wieder auf die Leinwand brachte, lässt die Figur im altbekannten Licht erstrahlen. Allerdings sind die Urheberrechte an den Geschichten aus dem Hundert-Morgen-Wald 2022 ausgelaufen, die Werke und Charaktere nun gemeinfrei.

Was das für Konsequenzen zeitigen kann, bezeugt nun der Horror-Slasher „Winnie The Pooh: Blood and Honey“ aus der Feder von Rhys Frake-Waterfield. Verlassen von Christopher Robin sollen sich Pooh und Ferkel demnach über die Jahre hinweg zu Mördern ohne Moral und Mitgefühl entwickelt haben. Der Grund: Es gab nichts mehr zu essen.

Das Foto zeigt „Winnie the Pooh“, der in Disney World in Orlanando, Florida Kindern bei einer Parade von einem Wagen aus winkt.
„Winnie The Pooh: Blood and Honey“ zeichnet ein deutlich anderes Bild von Pooh als das des Bären, den man aus den Disney-Klassikern kennt. (Archivbild) © Joseph Prezioso/imago

„Winnie Pooh“ als Serienkiller: Fans haben deutliche Meinung zu „Blood and Honey“

Ein Bär und ein Schwein, beide Ikonen der „Winnie Pooh“-Geschichten, die Generationen die Kindheit durch Botschaften von Freundschaft und Friedfertigkeit versüßt haben, als Hauptdarsteller in einem Horrorfilm zu nutzen, ist das eine. Die Figuren Ferkel und Pooh aber mit nahezu laienhafter Kostümierung auf Killer-Kurs zu schicken, weil sie aus Nahrungsmangel und Enttäuschung zu gewissenlosen Mördern geworden sein sollen, das andere.

Insofern ist auch das Echo auf „Winnie The Pooh: Blood and Honey“ nicht von Begeisterung geprägt. „Rhys Frake-Waterfield und Jagged Edge Productions sollten boykottiert werden, weil sie die geliebte Figur von Winnie Puuh benutzen, um ihre eigenen kranken, verdrehten Fantasien zu verwirklichen. Das ist kein künstlerischer Ausdruck. Dies ist ein Beispiel für Opportunisten, die sich an der Schöpfung eines anderen bedienen“, so die Einschätzung eines Twitter-Users, der unter anderem darauf anspielt, dass „Winnie The Pooh: Blood und Honey“ ganz im Stil Frake-Waterfields bisheriger Filme gehalten ist.

Generell stellen sich viele Kritiker die Frage, wieso die fragwürdige Geschichte, deren logische Rückkopplung zu den Disney-Klassikern schon mehr als abenteuerlich erscheint, gerade Pooh und Ferkel als Protagonisten nutzen muss. Tatsächlich erscheint es schwer vermittelbar, Karl Mays „Winnetou“ als Erzählungen einzustufen, die dem wertebasierten Erwachsenwerden zuwiderlaufen können, den honigverrückten Bären Pooh und seinen allzeit vorsichtigen Freund Ferkel jedoch mordend über den Bildschirm laufen zu lassen. Oder wie sich RNA ausdrückt: „Für Kinder dürfte die Adaption eher nicht geeignet sein“. (askl)

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