"Bei uns daheim ist Krieg"

UNICEF-Aktion: Doktor Saad hilft allen Kindern

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Dr. Zeineddine Saad arbeitet in einem mobilen Zelt.

Beirut - Viele syrische Flüchtlinge sind im nahe gelegenen Libanon untergekommen.  Auch dort ist die medizinische Versorgung schwierig. tz und Unicef stellen den Arzt vor, der allen hilft.

In einer Stunde ist alles aufgebaut, das Zelt, die Apotheke, die Impfstation. Dann kann Dr. Zeineddine Saad (58) mit der Arbeit beginnen. Meist erwartet ihn schon eine Schlange, wenn er mit seinem Team in einem der Flüchtlingslager zur Sprechstunde kommt. Für die Flüchtlinge ist Doktor Saad mit dem mobilen Gesundheitsservice die einzige kostenfreie medizinische Anlaufstelle. Unicef besorgt die Medikamente, Impfstoffe und das Zelt, eine lokale Hilfsorganisation kümmert sich um die Logistik, und das libanesische Gesundheitsministerium stellt das Personal. Doktor Saad und seine fünf Helfer versorgen rund 120 Menschen pro Station, zumeist Syrer, aber auch bedürftige Libanesen. Dem Mediziner ist es egal, woher seine kleinen Patienten kommen. Er hilft allen Kindern.

Die Familien warten – wie Zahira mit ihren vier kranken Kindern – meist sehnsüchtig auf den Arzt

„Die häufigsten Erkrankungen sind Durchfall, Hautausschläge und Ähnliches. Alles Dinge, die durch das enge Zusammenleben und die schlechten hygienischen Bedingungen in den Camps entstehen“, erklärt er. Dazu kommen jetzt im Winter, wenn viele Kinder Tag und Nacht frieren müssen, unzählige schlimme Grippefälle. Jeder, der einmal den mobilen Gesundheitsdienst in Anspruch genommen hat, bekommt eine Karte mit QR-Code. Den können die Teams über Tablets einlesen. So sind die Daten jederzeit verfügbar, egal wo die Patienten das nächste Mal den Dienst nutzen.

Zahira ist mit ihren vier Kindern da, weil alle hohes Fieber haben. Bei zweien glänzen die glasigen Augen. „Wenn wir Doktor Saad nicht hätten, wüssten wir nicht, wie wir unser hier lebend durchbringen“, sagt die Mutter (34). Oft genug habe sie in den vergangenen Monaten um das eine oder andere Kind gebangt, auf die Hilfe des Arztes gehofft.

Zahira stammt aus Homs. Lange wollte die Familie nicht weg aus Syrien. 2013 wurde ein Bruder erschossen, direkt vor ihrem Zuhause. „Wenn man selbst Kinder hat, dann muss man doch einfach weg, oder?“, fragt Zahira. „Jetzt sind wir zwar arm, aber wir leben.“ Ihr Mann darf offiziell nicht arbeiten, weil die Familie illegal im Libanon ist, verdient ab und zu etwas als Tagelöhner. Jetzt gibt es im Bekaa-Tal aber kaum Arbeit. Um die wenigen Jobs reißen sich viele Flüchtlinge.

Als eines ihrer Kinder im vergangenen Winter unterernährt war und völlig kraftslos auf seiner Matte lag, bekam Zahira Spezialnahrung von Doktor Saad. „Ohne die hätten wir es nicht geschafft.“

Der Mediziner sieht nicht in den körperlichen Krankheiten das größte Problem. „Für fast alle dieser Leiden gibt es Medikamente oder Hilfe.“ Nicht aber für die Wunden der Seele, die der Krieg, die Flucht und dieses Leben verursachen. „Viele Kinder und auch Erwachsene stehen unter Schock, können nur noch stottern, bewegen sich unkoordiniert. Manche wissen nicht einmal mehr ihren Namen oder woher sie kommen.“

Zahira ist erleichtert, das Fieber ist dieses Mal nicht so schlimm, und sie hat Medikamente bekommen. „Wir können nur immer wieder Danke sagen, mehr als unsere Worte haben wir leider nicht zu geben.“ 

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