Diskussion im Netz

„Belästigung funktioniert in beide Richtungen“: Frau haut Polizisten auf den Po - und kassiert Anzeige

Ein Bundespolizist rückt sich seine FFP-2 Maske zurecht.
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Einem Bundespolizisten wurde von einer betrunkenen Frau ungefragt ein Klaps auf den Po gegeben. Dafür zeigte er sie an.

In Dortmund bekam ein Bundespolizist von einer betrunkenen Frau ungefragt einen Klaps auf den Po - dafür kassierte sie eine Anzeige.

Dortmund (dpa) - Eine betrunkene Frau (28) hat in Dortmund einen Bundespolizisten im Hauptbahnhof auf den Hintern geschlagen und die Beamten bei der anschließenden Kontrolle beleidigt. Sie wurde unter anderem wegen sexueller Belästigung angezeigt und landete in einer Ausnüchterungszelle.

Die Frau habe sich der Streife am Montagnachmittag von hinten genähert und dem Beamten «unvermittelt auf sein Gesäß» geschlagen, teilte die Bundespolizei am Dienstag mit. Weil sie sich nicht ausweisen konnte, wurde sie Richtung Wache geführt - wobei die Frau die Beamten immer wieder beleidigte. Ihre Bodycams zeichneten alles auf, so die Behörde. Ein Alkoholtest habe bei der polizeibekannten Frau einen Wert von rund 1,6 Promille ergeben.

Dortmund: Frau gibt Polizist Klaps auf den Hintern und bekommt Anzeige

(red): Auf Social Media zeigen sich bereits vielfältige Reaktionen zu dem Thema. Allen voran verweisen sowohl Männer als auch Frauen auf das Thema Gleichberechtigung. So schreibt etwa ein Nutzer auf Facebook: „Richtig so. Was für Männer gilt, gilt auch für Frauen. Niemand hat andere Personen ungefragt zu berühren.“ Ein anderer: „Ich finde es gut! Hat der Polizist richtig gemacht. Niemand darf jemanden unaufgefordert anfassen. Völlig unabhängig von der Geschlechterkonstellation.“

Einige Kommentatoren zeigen sich der Thematik gegenüber jedoch auch recht zynisch. So schreibt etwa ein Facebook-Kommentator: „Funktioniert halt in beide Richtungen, so eine Belästigung“. Eine Frau schreibt mit Hinblick auf die häufige Verharmlosung von sexuellen Übergriffen auf Frauen: „Ist der Polizist sicher, dass er das nicht wollte? Ich meine, so mit der engen Uniform-Hose war das vermutlich nicht so ganz eindeutig. Also das war sicher nur ein Versehen und nicht so gemeint. Und außerdem, wer sollte ihm schon glauben, wenn er da so aufreizend rumstand.“

Diskussion im Netz - auch verharmlosende Kommentare

Doch auch verharmlosende Kommentare finden sich zu dem Thema. So schreibt ein Mann etwa, dass der Polizist den Klaps auf den Po doch auch als Kompliment sehen könnte: „Es ist ja nicht so, als würde man bleibende Schäden davontragen... außer die junge Frau hat ein nasses Handtuch benutzt.“

Eine Frau gibt in ihrem Kommentar sogar zu, sich selbst einen derartigen sexuellen Übergriff auf einen Mann beziehungsweise Polizisten vorstellen zu können: „Wenn er gut aussieht und einen knackigen Po hat, hätte ich es wohl auch gemacht. Da hätte ich meine Hand auch nicht unter Kontrolle. Manche Polizisten haben aber auch einen Knackpo in der Uniform.“

Mitteilung der Polizei im Wortlaut:

„Montagnachmittag (01. Februar) schlug eine 28-Jährige einem Bundespolizisten im Hauptbahnhof Dortmund auf das Gesäß. Bei der anschließenden Kontrolle beleidigte sie die Beamten. Sie verbrachte den Rest des Tages in einer Ausnüchterungszelle. Gegen 16 Uhr bestreiften Bundespolizisten den Dortmunder Hauptbahnhof, als eine Dortmunderin sich einem der Beamten von hinten näherte und ihm unvermittelt auf sein Gesäß schlug. Da sich die alkoholisierte 28-Jährige bei der anschließenden Kontrolle nicht ausweisen konnte, wurde sie zur Wache geführt. Auf dem Weg dorthin blieb sie immer wieder stehen und beleidigte die Einsatzkräfte. Die Bodycams der Polizisten zeichneten währenddessen das gesamte Geschehen auf. Ein Alkoholtest ergab bei der polizeibekannten Frau einen Wert von ca. 1,6 Promille. Da sie sich beruhigen lies wurde sie wenig später in das Gewahrsam der Polizei in Dortmund verbracht. Die Bundespolizei wertet nun die Videos der Bodycams aus und leitet ein Strafverfahren wegen sexueller Belästigung und wegen Beleidigung ein.“

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