Fast 14.000 Menschen betroffen

Ausnahme-Wochenende in Dortmund: Stadt evakuiert fast 100 Straßen - alle Infos auf einen Blick

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Dortmund steht am Wochenende eine Mega-Evakuierung bevor.

Mega-Evakuierung in Dortmund: Am Sonntag müssen fast 14.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Hier alle Infos zur möglichen Bombenentschärfung.

  • Am Wochenende steht Dortmund vor einer Mega-Evakuierung. 
  • Die Stadt vermutet Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg in der Innenstadt.
  • Von der Räumung sind unter anderem zwei Krankenhäuser sowie tausende Haushalte betroffen.

Dortmund - Vielen Menschen in Dortmund steht ein besonderes Wochenende bevor. Weil die Stadt in der Innenstadt Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet, müssen Teile der Innenstadt am kommenden Samstag (11. Januar) und Sonntag (12. Januar) evakuiert werden. Das berichtet RUHR24*.

Mega-Evakuierung in Dortmund: Fast 100 Straßen werden geräumt

In einem Gebiet, das sich vom Kreuz- und das Klinikviertel über den Südwall bis in die Dortmunder Innenstadt und zum Hauptbahnhof erstreckt, müssen fast 14.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Die vollständige Durchsetzung der Mega-Evakuierung findet am Sonntag ab 8 Uhr statt. Betroffen sind dann fast 100 Straßen in der Innenstadt.

Anwohner werden gebeten, für den Tag Besuche bei Familien und Freunden außerhalb des Evakuierungsgebietes zu planen. In der Gesamtschule Scharnhorst wird ebenfalls eine Betreuungsstelle eingerichtet. Es sei bislang nicht absehbar, wie lange die Evakuierung dauern wird, hieß es. Deshalb sollten Betroffene außerdem einplanen, eventuell auswärts zu übernachten.

Mega-Evakuierung in Dortmund: Verweigerer haben keine Chance

In Sachen Bombenentschärfung ist Dortmund geübt. In der Vergangenheit musste die Stadt immer wieder Bereiche des Stadtgebiets evakuieren, weil Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden mussten - wie etwa Ende Januar an der B1. Und nicht selten kam es dazu, dass Anwohner sich weigerten, ihre Wohnungen zu verlassen.

Wer am Wochenende meint, sich gegen die Maßnahmen der Stadt wehren zu müssen, der muss in Dortmund zwar nicht mit einem Bußgeld rechnen, wird zur Not allerdings auch gegen seinen Willen aus seiner Wohnung entfernt.

Dortmund: Zwei Krankenhäuser werden bei Mega-Evakuierung fast vollständig geräumt

Die Mega-Evakuierung am Wochenende stellt die Stadt auch deshalb vor eine besondere Herausforderung, weil sich in dem Entschärfungs-Radius auch zwei Krankenhäuser befinden. Bereits am Samstag beginnt der Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen Lippe mit den Aufgrabungen. Dann müssen die Städtischen Kliniken sowie die Johannesklinik fast vollständig evakuiert werden.

Patienten der Krankenhäuser in der Evakuierungszone werden spätestens Samstag entlassen oder per Krankentransport in ein anderes Krankenhaus verlegt. DieNotaufnahmen der Städtischen Kliniken und des Johannes Hospital bleiben während der Evakuierung geschlossen.

Durch zwei Gutachten konnten in den Städtischen Kliniken allerdings sichere Bereiche festgestellt werden. Diese machen den Verblieb von Patienten in bestimmten Gebäudeteilen auf dem Gelände des Klinikums möglich. Dadurch ergeben sich am Ende 130 Patiententransporte des St. Johannes-Hospitals und der Städtischen Kliniken sowie 45 Patiententransporte der Kinderkliniken.

Mega-Evakuierung in Dortmund: Stadt richtet Halteverbotszonen ein

Auch das Seniorenheim Christinenstift sowie das Seniorenhaus Josefa werden bereits am Samstag evakuiert. Die Bewohner ziehen vorübergehend in andere Einrichtungen und kehren dann am Montag (13. Januar) zurück.

Um die Evakuierung der Kliniken - die seit Tagen dringend Blutspenden sammeln - möglichst ohne Behinderungen durchführen zu können, richtet die Stadt im Klinikviertel ab dem 10. Januar (Freitag) um 16 Uhr Halteverbotszonen ein. Folgende Straßen sind davon betroffen:

  • Beurhausstraße auf der gesamten Länge 
  • Alexanderstraße auf der gesamten Länge 
  • Humboldtstraße von der Beurhausstraße bis Lange Straße 
  • Josephstraße von Hiltropwall bis Humboldtstraße 
  • Amalienstraße von Wilhelmstraße bis Langestraße 
  • Wilhelmstraße von Beurhausstraße bis Humboldtstraße 
  • Johannestraße von Hiltropwall bis Beurhausstraße

Mega-Evakuierung in Dortmund: Wichtige Infos für Angehörige und Freunde

Abholer von entlassenen Patienten des St. Johannes Hospitals können diesen Bereich dementsprechend auch nur noch bis Freitag, um 16 Uhr befahren und ihre Autos dort kurzfristig abstellen. Wenn Angehörige Patienten abholen möchten, benötigen sie eine schriftliche Zugangsberechtigung, welche durch das Krankenhaus ausgestellt wird. Die Patientenübergabe erfolgt im Innenhof des Krankenhauses.

Ein wichtiger Hinweis geht außerdem an Angehörige und Freunde, die Anwohner am Sonntag aus dem zu evakuierenden Bereich abholen möchten. Die Stadt weist darauf hin, dass die bis 8 Uhr erfolgen muss, da sie sonst in den gesperrten Bereich nicht mehr einfahren können.

Klinikviertel in Dortmund wird evakuiert: Polizei will Einbrüche verhindern

Das Klinikviertel in Dortmund wird am Wochenende demnach menschenleer sein. Einbrecher könnten aufgrund der großangelegten Bombenentschärfung ihre Chance wittern, in den verlassenen Häusern und Wohnungen zuzuschlagen. Ihnen will die Dortmunder Polizei jedoch einen Strich durch die Rechnung machen. "Alles, was eine Uniform trägt, ist am Sonntag im Einsatz", sagte ein Polizeisprecher gegenüber RUHR24.

Doch nicht nur Polizei, Ordnungsamt und Feuerwehrleute seien ständig im Evakuierungsbereich unterwegs, auch Drohnen sollen Kriminellen das Leben schwer machen. Soweit möglich werde außerdem ein Polizeihubschrauber im Einsatz sein. Da einige Anwohner ihre Wohnung bereits am Samstag verlassen werden, wird auch die Polizei dann schon vermehrt auf Streife sein, um das Eigentum der Anwohner zu schützen.

Mega-Evakuierung schränkt Bahnverkehr in Dortmund massiv ein

Aufgrund der Evakuierungsmaßnahmen wird auch der Bahnverkehr in Dortmund massiv eingeschränkt sein. Die Strecke einiger Stadtbahnlinien wird unterbrochen und auf den Linien U45, U46 und U49 wird der Betrieb komplett eingestellt. Im Busbereich betreffen die Einschränkungen die Linien 452, 453, 460 sowie den Airport-Express. Dieser hält wie auch die Linie 460 an der Haltestelle „DO Hbf-Nord“. Die reguläre Haltestelle „DO Hbf“ entfällt dafür.

Des Weiteren betreffen die Maßnahmen den Dortmunder Hauptbahnhof. Er kann am Sonntag, ab 8 Uhr nicht mehr durch den Haupteingang / Bahnhofsvorplatz betreten werden. Ab dem Zeitpunkt der Entschärfung wird der Bahnhof dann komplett gesperrt und umfahren.

*RUHR24 ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Lk

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