„Wir wollen kein Mitleid“

Schock-Diagnose kurz nach Geburt: Todesurteil für Dreijährigen - Mutter hat einen letzten Wunsch

Mutter und Sohn.
+
Mutter und Sohn.

Ein Dreijähriger hat keine Aussicht auf ein langes Leben. Seine Mutter kümmert sich um sein Wohl und hat einen letzten Wunsch.

  • Daniela Heiliger hat einen dreijährigen Sohn.
  • Die Lebenserwartung des Kindes ist sehr kurz.
  • Die Mutter hat einen Wunsch an ihre Mitmenschen.

Köln - Daniela Heiliger hat einen Mann und eine mittlerweile 19-jährige Tochter. Als Sohn Louis vor drei Jahren das Licht der Welt erblickte, schien das Familienglück perfekt zu sein.

Wenn sie heute von ihrem kleinen Sohn erzählt, wirkt sie nachdenklich, besorgt und traurig. Ihre Liebe zu Louis ist aber unerschütterlich. Louis ist ein glücklicher Junge, doch er wird schon bald sterben. Denn er leidet an Pontozerebellärer Hypoplasie, einer lebensverkürzenden Krankheit. Seine Lebenserwartung liege bei etwa sieben Jahren, manche Kinder erreichen gerade so das Erwachsenenalter. Die Entwicklung des Dreijährigen schreitet nicht voran, Sprechen oder Laufen sind für ihn unmöglich.

Louis hält Familie Heiliger auf Trab

Schon kurz nach der Geburt von Louis stand die Schockdiagnose fest. „Er hat sich nie gemeldet, wenn er Hunger hatte. Wollte auch nicht die Brust. Wir sind dann mit ihm zum Arzt, der hat dann zunächst festgestellt, dass Louis fast blind ist“, erklärt Daniela Heiliger. So eine Nachricht muss man erst einmal verdauen und geht nicht spurlos an einem vorbei. „Ich habe mich dann zunächst komplett von allem abgekapselt, musste erstmal selber damit fertig werden“, erinnert sich die Kölnerin bei express.de.

Neue Kraft hat sie bei ihrer Familie gefunden. „Als Familie halten wir fest zusammen. In den letzten drei Jahren hat sich natürlich alles um Louis gedreht.“ Louis braucht viel Aufmerksamkeit und bestimmt das Leben von Familie Heiliger. „Er kennt keinen Tag-Nacht-Rhythmus, wir schlafen also sehr wenig. An manchen Tagen schreit er durch. Ich beschäftige mich viel mit ihm, wir hören gerne Märchen“, berichtet Daniela Heiliger.

Mutter von Louis hat einen letzten Wunsch

Unterstützung bekommt die Familie von einem Ehrenamtlichen des Kinderhospizdienstes, der ein paar Mal im Monat vorbeikommt. Dank dieser Hilfe, kann Heiliger auch einmal durchatmen oder alleine zum Einkaufen gehen. „Es gibt Tage, da kann ich Louis nicht mit in den Laden nehmen. Dafür fehlt mir die Kraft. Er schreit viel. Die Menschen gucken einen dann meistens einfach nur an, keiner fragt mal, was denn los ist“, klagt sie.

„Ich würde mir nur wünschen, dass jemand meinen Louis einmal als den schönen Jungen mit den blauen Augen und den blonden Locken sieht und nicht immer nur den Jungen mit der Behinderung“, sagt sie unter Tränen. „Ich wollte nicht weinen, wirklich nicht.“ Heiliger hat nur einen Wunsch. „Wir wollen kein Mitleid erregen. Louis ist ein glücklicher Junge, einfach mit besonderen Bedürfnissen.“ (ck)

Kürzlich starb ein Star der TV-Serie „Two and a Half Men“.

Auch interessant

Kommentare