Skulpturensammlung

„Sensationelle Entdeckung“ in Dresden: Verloren geglaubtes Meisterwerk aus dem Jahr 1655 gefunden

Der Semperbau am Zwinger mit der Gemäldegalerie Alte Meister und der Skulpturensammlung bis 1800.
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In der Skulpturensammlung bis 1800 in Dresden wurde ein Meisterwerk entdeckt. (Symbolbild)

Sensationsfund in Dresden: Ein Meisterwerk des berühmten italienischen Bildhauers und Architekten Bernini ist entdeckt worden.

Dresden / München - Er war einer der bedeutendsten italienischen Bildhauer und Architekten: Gian Lorenzo Bernini (1598-1680). Der Architekt prägte mit seinen Gebäuden und Brunnenanlagen maßgeblich das Erscheinungsbild der Stadt Rom. Nun ist ein verloren geglaubtes Meisterwerk von Bernini in der Dresdner Skulpturensammlung entdeckt worden. Eine „sensationelle Entdeckung“ nannten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) den Fund in einer Mitteilung vom 21. Mai

Sensationsentdeckung in Dresden: Eindrucksvolles Werk von Bernini gefunden

Ein marmorner Totenkopf aus der Skulpturensammlung bis 1800 könne nun eindeutig dem berühmten Bildhauer Bernini zugeschrieben werden, hieß es in der Mitteilung weiter. Bei dem „Meisterwerk handelt es sich um einen äußerst eindrucksvollen Totenkopf aus weißen Carrara-Mamor. Er ist lebensgroß und so realistisch gestaltet, dass man ihn fast für einen echten menschlichen Schädel halten könnte“, so die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden weiter. Der Kopf sei hohl, die Unterseite perfekt und anatomisch korrekt ausgearbeitet.

Ab dem 28. Mai ist der Totenkopf das Highlight der Ausstellung „Bernini, der Papst und der Tod“ im Semperbau am Zwinger. Ab 1. Juni wird er in digitaler Form auf der SKD-Hompage zu sehen sein.

Mamorner Totenkopf von berühmten Bildhauer Bernini in Dresden gefunden

Den Angaben zufolge stammt der Mamorschädel aus der Sammlung Chigi in Rom, die Sachsens legendärer Kurfürst-König August der Starke im Jahr 1728 ankaufen ließ. Im Zuge von sorgfältigen Recherchen in den Vorbereitungen der Ausstellung stellte sich heraus, dass ein damals erwähnter „berühmter Totenkopf“ tatsächlich aus der Hand Berninis stammt, teilte die SKD mit. Die Skulptur, die Papst Alexander VII. 1655 bei dem Bildhauer für den Schreibtisch des Pontifex bestellt hatte, war bisher ohne Zuordnung im Bestand des Museums.

Die Schau beleuchtet die Pest in Rom 1656/57, die Alexander VII. mit Quarantäne, Masken oder Stilllegung des öffentlichen Lebens erfolgreich bekämpfen ließ. Kapitel etwa zur Familie Chigi oder zum Werk des Dresdner Hofbildhauers Balthasar Permoser sollen den Totenkopf in einen breiten Kontext von Werken aus eigenen Beständen stellen. Dazu kommt eine Leihgabe aus dem Besitz des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens in Rom: ein Porträt Alexander VII. mit Berninis Totenkopf in der Hand. (dpa/mbr)

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