News-Ticker

Corona in Deutschland: Drosten schlägt bei Statistik von Intensivmediziner Alarm - „Dies ist ein Notruf“

Vor dem nächsten Corona-Gipfel werden die Forderungen nach einem härteren Lockdown lauter. Virologe Christian Drosten warnte auf Twitter eindringlich. Der News-Ticker.

  • Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Das Robert-Koch-Institut (RKI) vermeldet weiter niedrigere Infektionszahlen und verweist auf weniger Tests über die Osterfeiertage (Update vom 8. April 6.27 Uhr).
  • Christian Drosten schlug via Twitter hinsichtlich der Intensivbetten-Belegung Alarm (siehe Update vom 8. April, 13.45 Uhr).
  • Gesundheitsminister Jens Spahn fordert einen härteren Lockdown (siehe Update vom 8. April, 10.25 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Pandemie in Deutschland ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 8. April 2021 finden Sie hier.

Update vom 8. April, 13.45 Uhr: „Dies ist ein Notruf“, schrieb Virologe Christian Drosten auf Twitter. Mit diesen Worten leitete er den Text eines Intensivmediziners an seine mehr als 700.000 Follower weiter.

Wegen der erneut stark wachsenden Belastung der Intensivstationen in Deutschland schlagen Fachleute und Experten Alarm. So auch Christian Karagiannidis, wissenschaftlicher Leiter des Divi-Intensivregisters. „Liebe Entscheidungsträger, wie hoch sollen die Zahlen denn noch steigen bevor Ihr reagieren wollt???“, schrieb er. Städte wie Bonn, Bremen und Köln hätten kaum noch freie Betten für den nächsten Herzinfarkt, Verkehrsunfall oder Covid-19-Patienten. „Wir verpassen jede Ausfahrt zur Senkung der Zahlen“, heißt es in dem Tweet weiter. Daraufhin folgte ein eindringlicher Appell: „Bitte handelt endlich!“

Bereits seit Mitte März steigt bundesweit die Zahl der Intensivpatienten mit Covid-19 erneut deutlich an. Wie dem Divi-Intensivregister-Report zu entnehmen ist, sind es derzeit 4474 Intensivpatienten. Zu Jahresbeginn, inmitten der zweiten Corona-Welle, waren es knapp 5800. „Wenn das so weiter geht, werden wir in Kürze auch leider Gottes über 5000 Covid-19-Patienten haben“, sagte der ehemalige Divi-Präsident Uwe Janssens am Mittwoch gegenüber den Sendern RTL/ntv.

Ab einer Zahl von 5000 bis 6000 Intensivpatienten könne es sein, dass einige Krankenhäuser wieder auf den Notbetrieb umstellen müssten. Berlins Universitätsklinikum Charité kündigte am Donnerstag bereits an, ab kommender Woche wieder die Zahl planbarer Eingriffe zurückzufahren.

Corona in Deutschland: Spahn fordert härteren Lockdown - mit Ausgangssperre und Schul-Test-Pflicht

Update vom 8. April, 10.25 Uhr: Um die dritte Coronavirus-Welle zu brechen, hat Gesundheitsminister Jens Spahn einen härteren Lockdown gefordert. Erst wenn die Inzidenzzahlen wieder niedriger seien, könne man mit Testen und Impfen aus der Pandemie herauskommen. Das sagte der Politiker am Donnerstag im WDR5-Morgenecho. Besonders die privaten Kontakte müssten weiter reduziert werden.

In Regionen mit einer Wocheninzidenz von über 100 müsse man zu Ausgangsbeschränkungen kommen. „Ausgangsbeschränkungen haben ja vor allem ein Ziel: Dass abends nicht alle privat sich treffen, so schwer das fällt“, sagte Spahn. „Gerade die privaten Kontakte - nicht nur, aber auch am Abend - führen eben zu Infektionen.“ Ein zweiter wichtiger Bereich seien Kitas und Schulen. So sei es wichtig, „in den Schulen sehr konsequent mindest zweimal die Woche zu testen“, sagte Spahn. Auch in Betrieben, in denen kein Homeoffice möglich sei, müsse „mindesten zweimal die Woche ein Testangebot her“.

Als ein „Problem der letzten Monate“, kritisierte der Gesundheitsminister, dass sich Bund und Länder zwar auf einheitliche Regelungen einigen würden, „und schon wenige Tage später es eben nicht mehr bundeseinheitlich umgesetzt wird, sondern es Ausnahmen und andere Regeln gibt“. Die Corona-Fallzahlen seien noch immer zu hoch. „Testen und impfen bricht die dritte Welle nicht“, sagte er, „das müssen wir gemeinsam hinkriegen.“

Corona in Deutschland: RKI meldet neue Zahlen - will sie aber erst „in wenigen Tagen“ bewerten

Update vom 8. April, 6.27 Uhr: Die Corona-Fallzahlen sind nach den Osterfeiertagen laut Robert-Koch-Institut (RKI) bedingt aussagekräftig. Menschen hätten sich über Ostern weniger testen lassen. Auch sei es möglich, dass die Gesundheitsämter nicht an allen Tagen Daten übermittelt hätten. Beides könnte zu einer geringen Meldezahl geführt haben, so das RKI.

Nach RKI-Daten sind am Donnerstagfrüh jedenfalls 20.407 Corona-Neuinfektionen und 306 weitere Todesfälle verzeichnet worden. Natürlich kann es hier noch zu Nachmeldungen kommen. Vor einer Woche waren es 24. 300 Neuinfektionen und 201 neue Todesfälle.

„Die Werte können erst in einigen Tagen bewertet werden.“

RKI zum 7-Tage-R-Wert am 8. April 2021

Die 7-Tage-Inzidenz liegt momentan bei 105,7 (Vortag: 110,1). Der bundesweite 7-Tage-R-Wert liegt laut RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 0,76 (Vortag: 0,81). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 76 weitere Menschen anstecken. Eine Absenkung des R-Werts könne auch mit den Osterfeiertagen zusammenhängen, schreibt das RKI. „Die Werte können erst in einigen Tagen bewertet werden.“

Sonderregelung für Geimpfte? Ministerium will nicht von „Privilegien“ sprechen

Update vom 7. April, 15.55 Uhr: Die Bundesregierung peilt für Menschen, die gegen das Coronavirus geimpft wurden, bundesweit einheitliche Erleichterungen bei Beschränkungen im Alltag an. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wolle die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu zeitnah mit seinen Länderkollegen besprechen, erklärte eine Sprecherin am Mittwoch in Berlin.

Sie zitierte wörtlich eine entsprechende Bewertung des Robert-Koch-Instituts: „Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist das Risiko einer Virusübertragung durch Personen, die vollständig geimpft wurden, spätestens zum Zeitpunkt ab dem 15. Tag nach Gabe der zweiten Impfdosis geringer als bei Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests bei symptomlosen infizierten Personen.“

Die Ministeriumssprecherin sagte weiter: „Deswegen ist die Folgerung daraus, dass Geimpfte dann auch so behandelt werden sollten wie negativ Getestete.“ Sie betonte, „dass es nicht um Privilegien oder Vorrechte geht, sondern darum, dass vollständig Geimpfte so behandelt werden wie negativ Getestete“. Geimpfte sollten dann allerdings weiter Maske tragen und Abstände einhalten. „Die Vorsichtsmaßnahmen - Abstandsregeln, AHA-Regeln - gelten weiterhin für alle.“

Corona in Deutschland: Lieferausfall von Biontech-Impfstoff in Rheinland-Pfalz

Währenddessen bremst eine ausgefallene Lieferung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer das Impftempo in Rheinland-Pfalz. Am Dienstag seien rund 10.000 fest zugesagte Dosen des Impfstoffs nicht geliefert worden, berichtete Landesimpfkoordinator und Gesundheitsstaatssekretär Alexander Wilhelm (SPD) am Mittwoch in Mainz. Die Gründe dafür seien unklar. Am Dienstagnachmittag waren bereits in Berlin zwei der sechs Impfzentren vorfristig geschlossen worden, weil ein Impfstofftransport wegen mutmaßlich technischer Schwierigkeiten aufgehalten worden war, wie es von der Gesundheitsverwaltung geheißen hatte. In beiden Zentren wurde zuletzt das Biontech-Präparat verabreicht. Später hatte die Gesundheitsverwaltung dann mitgeteilt, die Lieferung sei eingetroffen.

Corona in Deutschland: Söder fährt weiter einen harten Kurs

Update vom 7. April, 13.40 Uhr: In Bayern fährt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weiter einen harten Corona-Kurs. Angesichts der steigenden Infektionszahlen sind Lockerungen oder ein Start der Modellprojekte frühestens am 26. April geplant. In der Mitteilung der Staatsregierung heißt es: „Die bislang ab dem 12. April 2021 geplanten weiteren Öffnungsschritte in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz von nicht über 100 bzw. 50 in den Bereichen Außengastronomie, Kultur und Sport bleiben weiter bis zum 26. April 2021 ausgesetzt.“

Auch Regionen, die theoretisch auf weitere Lockerungen hoffen konnten, müssen sich bis zum 26. April gedulden. Nach den Osterferien führt Bayern eine generelle Testpflicht in Schulen ein - und zwar müssen sich alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte alle zwei Wochen testen lassen.

Söder rechnet nicht mit einer vorgezogenen Bund-Länder-Konferenz zu Corona in dieser Woche. Der CSU-Chef begründete dies mit den unterschiedlichen Meinungen unter den Ländern für ein einheitliches Vorgehen etwa für einen erneuten harten Lockdown (siehe Update vom 7. April, 12.13 Uhr).

„Ich halte die Idee für sinnvoll“, betonte Söder, aber im Moment gebe es dafür von den SPD-Ländern keine Unterstützung und auch unter den CDU-Ländern gebe es keine „große Unterstützung“. Ein „genereller Lockdown“ könne aber nur einheitlich von Bund und Ländern beschlossen werden, ansonsten drohe ein erneuter Flickenteppich. 

Kommt der Lockdown für ganz Deutschland? Söder unterstützt die Pläne.

Update vom 7. April, 13.34 Uhr: Die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen in Deutschland liegt momentan bei 4.425. Mehr als die Hälfte davon muss künstlich beatmet werden. Das geht aus den Daten des DIVI-Intensivregisters hervor (Stand: 7. April, 13.37 Uhr). 3.103 Intensivbetten sind noch frei. Am Vortag waren es noch rund 300 mehr.

Update vom 7. April, 13.28 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA kündigt eine Pressekonferenz zum Astrazeneca-Impfstoff an. Voraussichtlich am Mittwochnachmittag will die EMA eine offizielle Einschätzung abgeben, ob es einen Zusammenhang zwischen den seltenen Blutgerinnseln (Thrombosen) und dem Corona-Impfstoff des schwedisch-britischen Konzerns gibt.

Lockdown-Verschärfung rückt näher - Regierung will ihn deutschlandweit durchsetzen

Update vom 7. April, 12.13 Uhr: Ein verschärfter kurzer Lockdown rückt näher. Und hat auch die Unterstützung von Angela Merkel. Laut Bild erklärte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch auf die Frage, ob die Bundeskanzlerin den Vorschlag von Armin Laschet (CDU) für einen „Brücken-Lockdown“ unterstütze, dass jede Forderung nach einem kurzen, einheitlichen Lockdown richtig sei.

Ein „gemeinsames, bundeseinheitliches Vorgehen wäre hier richtig“, wird Demmer zitiert. Allerdings soll der Corona-Gipfel vom kommenden Montag nicht vorgezogen werden. Dafür gebe es „erkennbar keine Mehrheit“, so Demmer. 

Corona in Deutschland: Tübingen kassiert zahlreiche Lockerungen ein

Update vom 7. April, 10.52 Uhr: Die Stadt Tübingen (Baden-Württemberg) kassiert Lockerungen ein. Angesichts der steigenden Infektionszahlen geht es zwar mit dem Corona-Modellprojekt „Öffnen mit Sicherheit“ weiter, aber nur mit weiteren Anpassungen. Die Außengastronomie in der Universitätsstadt muss schließen, und es gibt keine Tagestickets für auswärtige Gäste mehr. Die Alkoholverbotszone in der Stadt wird ausgeweitet. Für Kinder in Kitas und in der Notbetreuung an Schulen in Tübingen werde zudem ein wöchentlicher Schnelltest verpflichtend. Auch gilt ab kommenden Montag für alle Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern eine Testpflicht - und zwar zweimal wöchentlich. Die 7-Tage-Inzidenz in Tübingen war zuletzt stark gestiegen.

Im Landkreis Tübingen ist dagegen die „Notbremse“ seit Dienstag (6. April) in Kraft. Laut RKI-Daten weist der Landkreis Tübingen einen Wert von 98,8 am Mittwochmorgen auf. Am Dienstag hatte die 7-Tage-Inzidenz nach Angaben des Gesundheitsamts bei 99,3 gelegen. Geschäfte müssen auf „Click&Collect“ umstellen. Museen oder Galerien müssen beispielweise schließen.

Corona-Hotspot in Deutschland liegt in Bayern

Update vom 7. April, 10.04 Uhr: Die bayerische Stadt Hof hat momentan die höchste 7-Tage-Inzidenz in Deutschland. Der Wert liegt nach Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei 456,1 (Vortag: 486,6). Dahinter folgt der Landkreis Greiz in Thüringen mit 392,2 (Vortag: 437,4) und der Landkreis Kronach in Bayern mit 353,6 (Vortag: 377,6). Im Landkreis Nordfriesland (Schleswig-Holstein) liegt der Wochenwert bei 15,1 und damit am niedrigsten in ganz Deutschland.

Corona in Deutschland: Große Moderna-Lieferung angeblich geplatzt

Update vom 7. April, 7.39 Uhr: Bitterer Rückschlag im Kampf gegen das Coronavirus: Nach Informationen des Wirtschaftsmagazins Business Insider fällt Ende April eine Lieferung von mehreren Hunderttausend Impfdosen von Moderna aus. Dabei hätte man nach einer Übersicht des Bundesgesundheitsministeriums zwischen 627.600 und 878.400 Dosen in der 17. Kalenderwoche (26. April bis 2. Mai) erwartet. Nun gibt es offenbar einen Lieferausfall. Der Grund dafür war am Dienstagabend noch unklar.

Die Lieferpläne von Moderna sind laut Business Insider oft sehr kurzfristig und unsicher. Bereits im März war eine Lieferung von Impfdosen kurzfristig ausgefallen. Inwieweit die geplatzte Sendung Folgen für die Impfkampagne hat, ist zunächst noch unklar. Nachdem laut Ständiger Impfkommission (Stiko) jedoch alle unter 60 Jahren bei einer Zweitimpfung Biontech oder Moderna statt Astrazeneca bekommen sollten, ist der Ausfall keine gute Nachricht. Ob Biontech die Lücke füllen kann?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will sich an diesem Mittwoch mit den Ländern zu der Umsetzung der Stiko-Empfehlung zum Astrazeneca-Impfstoff beraten. Unter diesen Voraussetzungen keine leichte Aufgabe. 

Corona in Deutschland: Niedrige Zahlen gemeldet - Wurde weniger getestet?

Update vom 7. April, 6.28 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) vermeldet weiter niedrige Corona-Infektionszahlen. Allerdings geht das RKI davon aus, dass über die Osterferien und Feiertage weniger getestet wurde.

In Deutschland wurden dem RKI 9.677 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Das sind rund 7.300 weniger als eine Woche zuvor. Weitere 298 Menschen starben an oder mit Corona. Vergangenen Mittwoch lag die Zahl der Todesfälle bei 249.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt Mittwochfrüh bundesweit bei 110,1 (Vortag: 123,0).

Corona in Deutschland: Laschet prescht mit „Brücken-Lockdown“ vor

Update vom 6. April 2021, 16.20 Uhr: Der Vorschlag eines zeitlich begrenzten harten Lockdowns, eines sogenannten „Brücken-Lockdowns“, von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet stieß auf geteiltes Echo.

Nun sprach sich Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes, für harte Eingriffe zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie aus. Er fand gegenüber RTL und ntv klare Worte: „Wenn wir keinen Lockdown machen würden, dann würde diese Infektion jetzt völlig ungebremst über das ganze Land hinweg rollen. Dabei würde eine ganze Reihe von Menschen zusätzlich sterben, zu allen anderen, bis zu 200.000 sind die Prognosen.“

„Wer in den Lockdown geht, muss auch ein Konzept haben, wie er aus dem Lockdown wieder rauskommt“, forderte Montgomery jedoch auch eine Vorbereitung auf die Zeit nach einem harten Lockdown. Auch ein Jahr nach der Pandemie werde alles viel zu sehr auf Sicht gefahren. „Ich glaube, da muss der eine oder andere Herr Politiker noch ein bisschen nachdenken.“

Corona in Deutschland: Kritik zum Impfstart vom Hausärzteverband

Indes hat der Start der Corona-Impfungen in knapp 35.000 Hausarztpraxen am Dienstag gemischte Reaktionen hervorgerufen. So bemängelte der Hausärzteverband die geringe Menge der bestellten Impfdosen pro Praxis. Zunächst bekämen Praxen im Schnitt 20 Dosen pro Woche, obwohl „in der Routine 60,70 - auch um 100“ Patienten wöchentlich geimpft werden könnten. Das sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt am Dienstag im RBB-Inforadio. „Das ist etwas, worüber wir nicht ganz glücklich sind.“ Allerdings rechnet er damit, dass zeitnah mehr Impfdosen zur Verfügung stehen.

Dennoch sei davon auszugehen, dass noch „länger“ geimpft werde und Auffrischungen anfielen. Angesichts der Virusmutationen könne außerdem ein angepasster Impfstoff notwendig werden. „Ich könnte mir vorstellen, dass es so ähnlich läuft wie mit der Grippeschutzimpfung“, sagte Weigeldt.

Erstmeldung vom 6. April 2021: Corona in Deutschland: Laschet prescht mit „Brücken-Lockdown“ vor - Berlin schließt Impfzentren

Berlin/München - Die Fallzahlen in Deutschland sind weiterhin hoch. Indes rückt der nächste Corona-Gipfel immer näher. Am 12. April wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten:innen über die weitere Vorgehensweise beraten. Indes preschte Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, vor und brachte einen „Brücken-Lockdown“ ins Gespräch.

Coronavirus in Deutschland: Laschet fordert „Brücken-Lockdown“- Berlin schließt Impfzentren

Am Ostermontag hatte Laschet vorgeschlagen, im Kampf gegen die dritte Corona-Welle einen sogenannten „Brücken-Lockdown“ zu beschließen. Damit solle die Zeit überbrückt werden, bis viele Menschen geimpft seien. Konkrete Pläne zu möglichen Maßnahmen nannte er zunächst nicht. Im ZDF „Morgenmagazin“ erklärte er, dass der „Brücken-Lockdown“ „zwei bis drei Wochen“ dauern solle. Es sei absehbar, „dass schon in ganz kurzer Zeit 20 Prozent, danach 30, 40 Prozent der deutschen Bevölkerung geimpft ist.“ Zugleich forderte Laschet, den Corona-Gipfel auf diese Woche vorzuziehen.

Blicken wir auf den Impfstoff-Fortschritt in Deutschland: Laut RKI-Impfdashboard sind 5,5 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft. Das entspricht knapp 4,5 Millionen Menschen. Insgesamt haben circa 10,5 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten (Stand: 6. April). Zuletzt war besonders der Astrazeneca-Impfstoff, der kürzlich in „Vaxzevria“ umbenannt wurde, durch schwere Nebenwirkungen in den Schlagzeilen. Am Dienstag hatte der EMA-Impf-Chef einen Zusammenhang zwischen dem Vakzine und Blutgerinnseln bestätigt.

Indes wurden in Berlin zwei von sechs Impfzentren kurzfristig geschlossen. Der Grund: Mangel an Corona-Impfstoffen. In der Arena in Treptow sowie dem Impfzentrum Messe werde der Betrieb noch am Dienstag eingestellt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Senatskreisen erfuhr.

Coronavirus in Deutschland: Laschet will Corona-Gipfel vorverlegen - Kritik folgt prompt

Die Vorschläge von von Armin Laschet stießen indes auf reichlich Kritik. So sagte beispielsweise Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) am Dienstag hinsichtlich einer Vorverlegung des Gipfels: „Es macht nicht Sinn, sich zusammenzusetzen, ohne dass man sorgfältig das, was man dort beschließt, auch vorbereitet hat.“

FDP-Chef Lindern kritisierte Laschet für sein Vorpreschen hinsichtlich eines „Brücken-Lockdowns“. Auch sprach er sich gegen eine vorzeitige Ministerpräsidentenkonferenz aus. „Wir halten das für aktionistisch“, sagte er. Weiter brachte er auf den Punkt: „Wir fragen uns, auf welcher wissenschaftlichen Grundlage Herr Laschet es eigentlich jetzt für notwendig erachtet, einen kompletten, pauschalen Lockdown in unserem Land einzuleiten.“ Kritik kam unter anderem auch aus Niedersachsen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hingegen unterstützte den Vorschlag. „Er hat ohne Zweifel Recht“, sagte er der Sächsischen Zeitung.

Corona-Fallzahlen: RKI mit Hinweis - Osterfeiertage bei Interpretation der Infektionszahlen zu beachten

Indes sind die Fallzahlen in Deutschland weiterhin hoch. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete 6.885 Corona-Neuinfektionen und 90 weitere Todesfälle innerhalb von 24 Stunden. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 123,0 (Stand: 6. April) und ist damit im Vergleich zum Vortag gesunken (128,0).

Wie dem Dashboard des RKI jedoch zu entnehmen ist, könnten diese Zahlen nicht ganz dem tatsächlichen Stand in Deutschland entsprechen. „Rund um die Osterfeiertage ist bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass zum einen meist weniger Personen einen Arzt aufsuchen, dadurch werden weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt“, heißt es dort am Montag. „Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden. Zum anderen kann es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln.“ (mbr)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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