Dutzende Tote bei Angriffen von Islamisten

Addis Abeba/Mogadischu - Die somalische Islamistenmiliz Al Schabaab liefert sich schwere Kämpfe mit äthiopischen Truppen. Es gibt viele Tote. Berichte lassen ein Blutbad erahnen.

Bei einem Angriff der radikal-islamischen Miliz Al Schabaab sind in Somalia vermutlich Dutzende äthiopische Soldaten getötet worden. Die Miliz habe am Samstagmorgen überraschend Militärstützpunkte in dem Ort Yurkud attackiert, die von äthiopischen Truppen und Soldaten der somalischen Übergangsregierung genutzt werden, berichtete der somalische Rundfunksender Shabelle Media Network. Nach dem Angriff sei es vier Stunden lang zu heftigen Kämpfen gekommen. Beide Seiten hätten schwere Waffen eingesetzt.

Wie viele Opfer es gab, war zunächst unklar. Ein Sprecher der Al Schabaab sagte bei einer Pressekonferenz, seine Gruppe habe bei dem Angriff 60 äthiopische und somalische Soldaten getötet. Die Miliz selbst habe 5 Männer verloren, etwa 15 seien verletzt worden.

Ein Sprecher der somalischen Truppen sagte dagegen der Nachrichtenagentur dpa, mehr als 80 Al-Schabaab-Kämpfer seien bei den Gefechten ums Leben gekommen. "Ihre Körper liegen überall auf den Straßen in der Nähe des Dorfes", sagte der Sprecher Diyad Abdi Kalil.

Augenzeugen berichteten, es habe sich um die heftigsten Gefechte gehandelt, seit die Truppen aus dem Nachbarland im vergangenen November in Somalia einmarschiert waren. Äthiopien hilft ebenso wie Kenia der somalischen Übergangsregierung und den Truppen der Friedensmission Amisom dabei, die Al Schabaab zu bekämpfen.

Bereits vor Monaten waren die Rebellen weitgehend aus Mogadischu vertrieben worden, jedoch sind sie nach wie vor im Zentrum und Süden des Landes aktiv. Al Schabaab kämpft seit fünf Jahren gegen die Übergangsregierung. Sie hat sich zu zahlreichen blutigen Anschlägen bekannt und im vergangenen Jahr immer wieder Hilfslieferungen an die unter einer schweren Dürre leidende Bevölkerung verhindert.

dpa

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