Mit dem E-Roller auf Streife: Bundespolizei im Einsatz

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Einsatz im Elektro-Roller (von links): Maleike Weber, Björn Kircher und Stefan Tielmann von der Bundespolizei fahren am Freitag in Düsseldorf auf dem Flughafen Streife.

Düsseldorf - Die Bundespolizei hat seit Freitag ein neues Streifen-Fahrzeug: Die Ordnungshüter gehen im Elektro-Roller auf Verbrecherjagd. Was sich die Polizei von dem Gerät erhofft:

Die Passanten staunen, manche schauen skeptisch und schütteln den Kopf, wenn Maleike Weber (33) an ihnen vorbeisaust. Ohrenbetäubend dröhnt ein Martinshorn durch die Abflughalle des Düsseldorfer Flughafens, ein Blaulicht zuckt. Seit Freitag setzt die Bundespolizei auf ein neues Streifen-Fahrzeug. Die Polizei- Obermeisterin ist im Dienste der Luftsicherheit auf einem Elektro- Roller unterwegs.

Für eine bundesweite Probephase sind vier der je 8000 Euro teuren Roller rund um die Uhr in den weitläufigen Terminals unterwegs. Die Zweiräder der Firma Segway balancieren 100 Mal pro Sekunde das Gleichgewicht aus. Die Beamten bremsen und beschleunigen durch Gewichtsverlagerung: “Das Auf- und Absteigen ist schwerer als das Fahren.“ Sie haben eine Reichweite von 36 Kilometern, bevor sie zum Aufladen an die Steckdose müssen.

Im Elektro-Roller auf Verbrecherjagd

Mit Elektro-Roller auf Verbrecherjagd © dpa
Mit Elektro-Roller auf Verbrecherjagd © dpa
Mit Elektro-Roller auf Verbrecherjagd © dpa
Mit Elektro-Roller auf Verbrecherjagd © dpa
Mit Elektro-Roller auf Verbrecherjagd © dpa
Mit Elektro-Roller auf Verbrecherjagd © dpa
Mit Elektro-Roller auf Verbrecherjagd © dpa

Die saarländische Polizei hat errechnet, dass sich die Präsenz der Polizisten durch die ungewöhnlichen Gefährte verdreifacht. Ob sich Terroristen durch die wendigen Vehikel abschrecken lassen, scheint dennoch eher fraglich. Einem Gepäckdieb kann Beamtin Weber aber immerhin mit 4 PS und Tempo 20 hinterherjagen - und das bei vollem Akku zwei Stunden lang.

Außerdem haben die Beamten von ihrem 20 Zentimeter hohen Podest einen etwas besseren Überblick - auch wenn sich damit das Chaos am Münchner Flughafen vor wenigen Tagen nicht hätte verhindern lassen, wie die Beamten zugeben. Aber der Einsatzradius erweitere sich im Vergleich zu einer Fußstreife enorm. Bei einer Verfolgung darf der Roller seit vergangenem Jahr auch im Straßenverkehr mitmischen - aber an einer Treppe ist Schluss. Ein Funkschloss verriegelt dann das Gefährt.

Anfangs sei die Skepsis auch unter den Beamten groß gewesen, sagt Polizeisprecher Achim Berkenkötter: “Wie sieht das denn aus?“, habe es geheißen. Inzwischen aber reißen sich seine Kollegen um eine Einweisung: “Das ist super, macht Spaß“, grinst ein Beamter. Die größte Gefahr seien im Airport vor allem tief hängende Schilder: “Da könnte der eigene Kopf dran glauben.“

Polizeifotos von US-Stars

Donnie Wahlberg
Donnie Wahlberg von New Kids on the Block bei seiner Festnahme im April 1992. © ap
Al Pacino
Schauspieler Al Pacino kam schon 1961 wegen einer versteckten Waffe mit der Polizei in Konflikt. Dabei entstand dieses Bild. © ap
Polizeifotos von US-Stars
Die Prostituierte Divine Brown hat sich 1995 bei unzüchtigem Verhalten erwischen lassen. Mit dabei und ebenfalls verhaftet: Schauspieler Hugh Grant. © ap
Hugh Grant
Wegen eines Blow Jobs mit Divine Brown auf Hollywoods Sunset Boulevard musste auch Hugh Grant in die Polizeikamera blicken. Ein Skandal. Gilt der britische Schauspieler doch als Schwiegermutter-Traum. © ap
Polizeifotos von US-Stars
Hatten auch schon mit der Polizei zu tun (von Links): Nick Nolte, Mel Gibson, Hugh Grant, O. J. Simpson, Paris Hilton und Nicole Richie und Lindsay Lohan. © ap
Jane Fonda
1970 hatte auch Jane Fonda ein Date auf dem Polizeirevier. Sie wurde wegen einer Körperverletzung aktenkundig. © ap
Jennifer Capriati und Tom Wineland
Tennisstar Jennifer Capriati gewann 1992 olympisches Gold. 1994 wurde sie mit Marihuana erwischt. Ihre Karriere konnte sie nach der Haft aber fortsetzen. Auch ihr Begleiter Tom Wineland, der wegen Drogenprobelmen auf Bewährung war, wurde festgenommen. © ap
Jim Courier
Und noch ein Tennisstar: Jim Courier lacht auf dem Polizeifoto trotz einer Festnahme wegen Trunkenheit am Steuer 1999. © ap
Kid Rock
Sänger Kid Rock albert herum. Er wurde 1995 festgenommen und zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er einen DJ in einem Club verprügelt hat. © ap
Lawrence Taylor
NHL-Star Lawrence Taylor versuchte Crack im Wert von 100 Dollar zu kaufen und wurde erwischt. © ap
Michael "Dynamite" Dokes
Der Boxer Michael "Dynamite" Dokes hat sich schwerer Vergehen verdächtig gemacht: sexuelle Nötigung und versuchter Mord standen 1998 auf der Liste beim Polizeipräsidium in Las Vegas. © ap
Michael Lookinland
Michael Lookinland spielt den Bobby in der Serie The Brady Bunch". Im echten Leben hat er sich betrunken beim Autofahren erwischen lassen. © ap
Nicole Richie
Nicole Richie war nicht nur einmal im Gefängnis. 2007 ist sie unter Drogeneinfluss Auto gefahren. © ap
Paul Reubens
Schauspieler Paul Reubens ist bekannt als Pee-Wee Herman und fiel in einem Theater unangenehm auf. © ap
Randy Moss
Der Football-Spieler Randy Moss wurde beschuldigt, einen Polizeibeamten absichtlich angefahren zu haben als der ihn anhalten wollte. © ap
Ricky Willaims
Und wieder ein Football-Spieler, der sich nicht an die Verkehrsregeln gehalten hat: Ricky Willaims spielt bei den New Orleans Saints. © ap
Sophia Loren
Schauspielerin Sophia Loren mit ihrer Sekretärin Inez Bruscia. Sie verlassen auf dem Bild das Polizeipräsidium. Loren wurde zu Hause ausgeraubt und ihre Sekretärin dabei verletzt.  © ap
Tony Phillips
Baseball-Spieler Tony Phillips hat versucht Drogen von einem Undercover-Polizisten zu kaufen. Dumm gelaufen. © ap
Wynonna Judd
Wynonna Judd ist angeklagt, weil sie betrunken Auto gefahren ist. © ap

Die Reisenden scheinen von den ersten Streifenfahrten noch nicht restlos überzeugt: “Jetzt werden die Polizisten noch dicker“, schimpft einer von ihnen. Aber das stimme so nicht, kontert der Projektleiter: “Nach einigen Stunden Fahrt kann man sogar Muskelkater haben.“ Außerdem haben die patentierten Roller, in der Straßenverkehrsordnung als “elektronische Mobilitätshilfe“ bezeichnet, eine Gewichtsbeschränkung: “Bei 105 Kilo ist Schluss.“

In einem halben Jahr zieht die Bundespolizei Bilanz und entscheidet über den Einsatz auch an weiteren Flughäfen. Segway- Vertriebsleiter Hannes Buttmann ist optimistisch: “Am Flughafen von Washington sind schon 50 Stück im Einsatz.“

dpa

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