Nächtliche Ausgangssperre in Liberia

Neuer Ebola-Verdachtsfall in den USA

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Ein Krankenwagen transportiert einen mit dem Ebola-Virus infizierten amerikanischen Patienten.

Sacramento - In den USA gibt es einen neuen Ebola-Verdachtsfall. Das Virus ist aber auch in Frankreich ein Thema: Air-France-Mitarbeiter weigern sich, in von der Epidemie betroffene Gebiete zu fliegen.

In den USA gibt es einen weiteren Ebola-Verdachtsfall. Ein Patient wurde in ein Krankenhaus in Sacramento im Bundesstaat Kalifornien eingeliefert und in einem Isolierzimmer untergebracht, wie der Krankenhausbetreiber Kaiser Permanente am Dienstag mitteilte. Um eine Ebola-Erkrankung auszuschließen, soll die US-Gesundheitsbehörde CDC eine Blutanalyse vornehmen.

Ende Juli waren zwei erkrankte US-Bürger, ein Arzt und eine Missionarin, aus Afrika zur Behandlung in die USA gebracht worden. Sie wurden mit einem noch nicht zugelassenen Mittel behandelt, das zuvor nur an Tieren getestet worden war.

In Vietnam wurde ein nigerianisches Ehepaar unter Ebola-Verdacht ins Krankenhaus eingeliefert. Obwohl beide zunächst nur Fieber hatten, wurden sie in der Klinik in Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden des Landes isoliert, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Gesundheitssenator hält Umgang mit Ebola-Verdacht für gelungen

Der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) hat sich unterdessen zufrieden über die Reaktion von Behörden und Medizinern auf den Ebola-Verdachtsfall in der Hauptstadt geäußert. Die Alarmkette habe funktioniert, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in der rbb-„Abendschau“. „Wir sind für den Ernstfall gerüstet“. Der Verdacht auf Ebola bei einer 30-Jährigen Frau, die sich vor einer Woche in Nigeria aufhielt, hatte sich am Abend nicht bestätigt. Spezialisten im Universitätskrankenhaus Charité stellten fest, dass die Frau an Malaria erkrankt ist.

„Der Patientin geht es den Umständen entsprechend gut“, erklärte der Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie der Charité, Norbert Suttorp. Eine Therapie sei eingeleitet.

Die Frau hatte am Vormittag in einem Berliner Jobcenter über hohes Fieber geklagt. Weil sie kürzlich in Westafrika gewesen war, wo es seit dem bisher größten bekannten Ebola-Ausbruch im April mehr als 1200 Tote gegeben hat, rief die Behörde den Notarzt. Die 30-Jährige wurde zur Untersuchung in die Infektionsabteilung des Virchow-Klinikums gebracht. Wegen des Ebola-Verdachts waren auch sechs Menschen, die mit der Patientin Kontakt hatten, vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht worden. Es ging darum, möglichen Ansteckungen vorzubeugen.

In Deutschland hat sich bisher kein Verdachtsfall auf Ebola bestätigt. Mit Notfallplänen für Seuchenalarm halten sich die deutschen Behörden gut für den Ernstfall gerüstet. Auch an der Charité gibt es eine Isolierstation, in der Ärzte Ebola-Patienten in Schutzanzügen behandeln können.

Air-France-Mitarbeiter wollen nicht mehr in Ebola-Regionen fliegen

Die Besatzungen mehrerer Air-France-Flüge wollen nach Angaben der französischen Fluglinie nicht mehr in die von der Ebola-Epidemie betroffenen afrikanischen Länder fliegen. Dies betreffe Flüge nach Guinea, Sierra Leone und Nigeria, sagte ein Air-France-Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Den Besatzungen sei es freigestellt worden, ob sie die Regionen weiter anfliegen wollten. Bislang seien aber keine Flüge mit weniger Crew-Mitgliedern als üblich abgefertigt worden.

Air France fliegt mehr Ziele in Westafrika an als andere große Fluglinien. British Airways und Emirates haben ihre Flüge in die betroffenen Gebiete bereits eingestellt. Die Air-France-Gewerkschaft SNGAF hatte am Montag gefordert, Flüge in die von Ebola betroffenen Länder ebenfalls auszusetzen. An dem Ebola-Virus starben in Westafrika in diesem Jahr bereits 1229 Menschen.

Liberias Präsidentin verhängt nächtliche Ausgangssperre wegen Ebola

Liberia hat derweil wegen der Ebola-Epidemie eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Wie Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf am Dienstagabend in einer Rundfunkansprache ankündigte, soll die Ausgangssperre ab Mittwoch jede Nacht von 21 Uhr bis 6 Uhr gelten. Außerdem stellten die Behörden zwei ganze Stadtviertel unter Quarantäne, davon eines in der Hauptstadt Monrovia.

Liberia ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO mit bislang 466 Toten am schwersten von der Ebola-Epidemie betroffen. Insgesamt gibt es mittlerweile mehr als 1200 Tote und über 2200 Infizierte.

Das Ebola-Virus war zunächst Anfang des Jahres in Guinea aufgetaucht, im Grenzgebiet zwischen Sierra Leone und Liberia. Es verbreitete sich rasch in den beiden Nachbarstaaten und erreichte schließlich Nigeria. Insgesamt gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile mehr als 1200 Tote und über 2200 Infizierte.

Der Erreger löst hämorrhagisches Fieber aus, das in vielen Fällen zum Tod führt. Medikamente dagegen gibt es nicht, doch steigert eine frühzeitige Behandlung die Überlebenschancen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich das Virus durch Körperflüssigkeiten. Die WHO erklärte die Epidemie inzwischen zum Gesundheitsnotfall.

dpa/AFP

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