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Edeka-Kunde über Corona-Maßnahme erzürnt: „Soll wohl ein Witz sein?“

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Von: Kai Hartwig

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Ein Schild am Eingang einer Edeka-Filiale
Eine Edeka-Filiale hat sich zu einer besonderen Corona-Maßnahme entschlossen. © Screenshot / twitter.com/jdoeschner

Eine Edeka-Filiale ergreift eine besondere Corona-Maßnahme und kehrt teils zur Maskenpflicht zurück. Ein Kunde spottet – doch im Netz gibt es auch viel Lob.

Mönchengladbach – Seit Anfang April ist die Maskenpflicht als Teil der Corona-Maßnahmen weitgehend abgeschafft worden. Nur noch in wenigen Bereichen, wie dem öffentlichen Personennahverkehr, Krankenhäusern oder Pflegeheimen, muss zwingend ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Dagegen ist der Gang in den Supermarkt inzwischen trotz Corona auch ohne FFP2-Maske möglich. Zwar haben viele Supermärkte und Discounter Schilder aufgehängt, die das Tragen einer Maske nachdrücklich empfehlen. Will eine Kundin oder ein Kunde dem nicht nachkommen, darf sie oder er trotzdem seinen Einkauf im Laden erledigen.

Edeka-Filiale führt Maskenpflicht zum Schutz von Risikogruppen wieder ein – für eine Stunde

Eine Edeka-Filiale im Raum Mönchengladbach hat sich nun aber zum Comeback der Maskenpflicht entschlossen, allerdings nur teilweise. Bei Twitter postete ein User das Foto eines Schildes, das offensichtlich am Eingang eines Edeka-Marktes aufgehängt wurde. Darauf steht geschrieben: „Rücksicht für Risikogruppen! Maskenpflicht.“

Darunter heißt es weiter: „Liebe Kundinnen und Kunden, wir wollen gerade unsere Senioren, chronisch Kranke oder körperlich beeinträchtigte Kunden schützen und verpflichten alle, montags bis samstags zwischen 7-8 Uhr morgens einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, damit diese Gruppe ungestört bei uns einkaufen kann. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.“

Diese Maßnahme kam bei dem Twitter-Nutzer offensichtlich nicht besonders gut an. Seinen Tweet kommentierte er ironisch: „Eine Stunde (von 7-8 Uhr!) Rücksicht – Edeka, ihr seid so was von lost... Als Nächstes kommt Wissing mit ‚Rücksicht aufs Klima! - Tempo100 auf Autobahnen von 3-4 Uhr morgens‘.“

Edeka mit einstündiger Maskenpflicht zum Schutz von Risikogruppen – „Wohl ein Witz“

In der Tat, eine Stunde Rücksichtnahme bei deutlich über zehn Stunden Öffnungszeit – das erscheint doch ein bisschen wenig. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht, ordnete dies eine Userin ein: „Trotz der guten Idee: Die Uhrzeit soll ja wohl ein Witz sein.“

Das sahen einige Twitter-Nutzer aber deutlich entspannter und lobten die Idee des Edeka-Marktes. „Finde ich gut, jeder Hilfsversuch ist nicht immer optimal, aber ein gutes Zeichen“, hieß es. Oder: „Ja, ist suboptimal, aber wenigstens tun sie etwas, im Gegensatz zu all den anderen Supermärkten, die gar nichts machen.“

Edeka führt einstündige Maskenpflicht zum Schutz von Risikogruppen ein – Grundidee wird gelobt

Mehrere Nutzer sahen das Maskenpflicht-Zeitfenster zugunsten der älteren Kunden durchaus positiv. „Normale Rentner-Einkaufszeit“, meinte einer. „Ist auch sinnvoller als später, wenn schon alle ihre Aerosole verteilt haben“, schrieb ein anderer. „Die Senioren, die ich so kenne, sind schon um 6 Uhr vollständig angezogen und haben gefrühstückt... Wird ja auch gerne scherzhaft als ‚senile Bettflucht‘ bezeichnet. Somit finde ich die Uhrzeit nicht abwegig und das Angebot einen guten Kompromiss“, befand ein weiterer User.

Die Meinungen über die Rücksichtnahme-Stunde waren zwar gespalten, insgesamt überwog aber doch das Verständnis. Eine grundsätzliche Bereitschaft für ähnliche Aktionen, wie die der Edeka-Filiale im Raum Mönchengladbach, ist in der Bevölkerung möglicherweise vorhanden. (kh)

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