Für besonderen „Unverdienst“

Edeka bekommt „Goldene Kotzwurst“ - und wehrt sich gegen Negativ-Preis

Die Goldene Kotzwurst von Greenpeace steht auf einem Sockel vor der Edeka-Zentrale in Hamburg.
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Die „Goldene Kotzwurst 2021“ steht nun vor der Edeka-Zentrale in Hamburg.

Die Bekämpfung des Klimawandels hat viele Formen. Eine davon ist der Tierschutz - für den Mangel daran hat Edeka jetzt einen Negativ-Preis verliehen bekommen.

Hamburg - An einem sonnigen Tag steht sie kürzlich vor dem Edeka-Hauptsitz in Deutschland: Die „Goldene Kotzwurst“. Ein Preis, den Greenpeace jedes Jahr an Unternehmen verleiht, die mit besonderen „Unverdiensten im Klima- und Tierschutz hervorstechen. In diesem Jahr ist das laut der Umweltorganisation vor allem die umsatzstärkste Supermarktkette Deutschlands.

„Edeka hat überwiegend Billigfleisch im Angebot, für das Tiere leiden müssen. Billigfleisch heizt zu dem die Klimakrise an. Ich fordere Edeka auf, anderen Supermarktketten zu folgen und endlich Verantwortung für Tiere und Umwelt zu übernehmen“, sagt Marie von den Benken. Die Autorin, die sich auch als Influencerin und Model einen Namen gemacht hat, setzt sich bereits seit längerem für die Belange von Tieren und für andere soziale Themen ein. Sie ist auch vor Ort, als der Preis seinen Platz auf einem 1,20 Meter hohen Sockel vor der Edeka-Zentrale einnimmt.

Edeka bekommt „Goldene Kotzwurst“: Greenpeace fordert konkrete Pläne

Greenpeace fordert von der Supermarktkette, einen Zeitplan vorzulegen, wann sie Frischfleisch der Haltungsformen eins und zwei aus ihrem Sortiment nehmen werden. Andere Supermärkte wie Aldi oder Lidl hatten einen solchen Zeitplan laut Pressemitteilung der Umweltorganisation bereits im Juli vorgelegt. Sie wollen die Haltungsformen eins und zwei bis 2030 aus ihrem Angebot streichen. Aus Sicht von Greenpeace sind allein die besseren Haltungsformen drei und vier mit dem geltenden Tierschutzrecht vereinbar.

Greenpeace-Verleihung der „Goldenen Kotzwurst“: Edeka weist Vorwürfe zurück

Edeka weist die Vorwürfe der Umweltorganisation „in aller Deutlichkeit“ zurück, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur epd. Die Verbesserung des Tierwohls und die Entwicklung der Haltungsbedingungen bei Nutztieren in Deutschland treibe das Unternehmen bereits seit Jahren voran. Das Unternehmen plane zudem kurzfristig komplett auf Fleisch der niedrigsten Haltungsstufe eins zu verzichten. Auch das Angebot an Fleisch der Haltungsstufen drei und vier will das Unternehmen in Zukunft massiv erweitern, so die Sprecherin weiter. Ein genaues Zeitfenster wurde hier jedoch nicht genannt.

Wenige Tage nach der Verleihung findet sich in der Instagramstory der Supermarktkette eine Foto-Kampagne mit dem Motto „Wir & Jetzt für Ressourcenschutz“. Auch das Logo der Tierschutzorganisation WWF Deutschland ist in jeder Sequenz zu sehen. Gutes Timing oder kurzfristiger Bedarf vonseiten des Marketings?

Erst kürzlich war eine Edeka-Kundin besonders verdutzt, als sie ihren frisch gekauften Käse auspacken wollte und resümierte: „Habe auch keinen Bock mehr auf 2021“. Manchmal wird man aber auch von einem Star bedient, ohne es zu merken. So wie ein anderer Edeka-Kunde an der Leopoldstraße.

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