Wilder Westen in der Innenstadt

Mit Pferd zum Einkaufen: Edeka-Kunde bindet Pony auf Supermarkt-Parkplatz an - mitten in der Stadt

Eine Edeke-Filale.
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Vor einer Edeka-Filiale hatte ein Kunde sein Pony während des Einkaufs angebunden (Symbolbild).

Ein sonderbares Foto schoss kürzlich ein Passant auf einem Edeka-Parkplatz: Ein Besucher hatte ein Pony am Fahrradständer des Innenstadt-Supermarkts angebunden.

  • Im ostfriesischen Emden in Niedersachsen bot sich Besuchern kürzlich ein ungewöhnliches Bild.
  • Vor einer Edeka-Filiale hatte ein Besucher sein Pony an einem Fahrradständer angebunden.
  • Die Facebook-Gemeinde reagierte zwiegespalten auf die Aktion des Tierbesitzers.

Emden - Supermärkte wie Edeka, Rewe, Kaufland und Aldi sorgen immer wieder mit kuriosen Funden und Entdeckungen für Aufsehen. Bei einem Vorfall vor einer Edeka-Filiale in Niedersachsen war zwar nur ein Kunde betroffen - Interesse weckte er auf Facebook dafür umso mehr.

Probleme mit einer hohen Ladekante oder einem zu kleinen Kofferraum hatte der betroffene Edeka-Kunde vergangene Woche sicher nicht: Er ging mit seinem Pony im ostfriesischen Emden zum Einkaufen - und band es am Fahrradständer auf dem Supermarkt-Parkplatz an. Ein Schnappschuss der ungewöhnlichen Szene landete kurz darauf im Internet. Dort handelte sich der Tierbesitzer gleichermaßen Lob und Kritik ein.

Edeka-Filiale sorgt für Aussehen: Kunde geht mit Pferd zum Einkaufen in Niedersachsen

Filialleiterin Silvia Meisen bedauert auf tz.de-Nachfrage, das wartende Pony nur aus Berichten der lokalen Zeitung zu kennen: „Ich fand die Aktion sehr witzig und hätte gerne gewusst, welchem Kunden das Pferd gehört.“ Leider habe sie das Tier erst später auf Fotos im Internet entdeckt - dann aber herzlich schmunzeln müssen. „Es ist ein sehr nettes und außergewöhnliches Bild, wie das Pony geduldig und ordnungsgemäß angebunden zwischen den Fahrrädern steht.“

Außergewöhnlich sei das Foto auch deshalb, weil die Edeka-Filiale mitten in der Emder Innenstadt liegt. „In der näheren Umgebung ist ein Pferd sicher nicht unterzubringen“, meint die Filialleiterin mit Blick auf die dichte Wohnbebauung. Bis zur nächsten Stadtgrenze seien es immerhin sechs Kilometer - „irgendwo von dort muss der Kunde gekommen sein“.

Bislang war der Pferde-Besuch der erste seiner Art bei der Edeka-Filiale. „An Wochenenden findet auf dem großen Platz hinter den Fahrradständern ein Markt statt“, erzählt Meisen. Die Möglichkeit in aller Ruhe in der Stadt zu reiten gebe es also nur unter der Woche. Sollte der Kunde noch einmal kommen wollen, ist er von Filialleiterin Meisen aber herzlich dazu eingeladen.

Pferd auf Edeka-Parkplatz sorgt für Kritik auf Facebook - Polizei reagiert gelassen: „In Ostfriesland normal“

Viel Kritik musste der Tierbesitzer hingegen online einstecken. Unter dem Facebook-Post des Fotos schrieb ein Nutzer: „So beknackt sind wirklich nur Emder...“ In einem anderen Kommentar wurde die Hoffnung laut, dass es „dem Tier gut geht und der Besitzer es auch wieder abholt und nicht einfach dort stehen lässt“. Andere Nutzer nahmen das Foto mit Humor: „Ist das nicht verkehrt herum geparkt“, fragte eine Nutzerin mit einem Augenzwinkern. Ein ähnlicher Tenor findet sich im Kommentar darunter: „Darauf läuft es hinaus bei den Spritpreisen.“ Rege Kommentare im Internet stieß auch ein „Männertee“ an, der günstiger als andere Sorten angeboten wurde.

Machen Sie mit und stimmen Sie ab: Mit dem Pferd zum Einkaufen - Tierquälerei oder vollkommen in Ordnung?

Anders als in Innenstadtbereichen sind Pferde in den weiten Landschaften Ostfrieslands generell häufig anzutreffen. Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) bezeichnet Niedersachsen gar als „Pferdeland“ - mit dem zweithöchsten Pferdebestand unter allen 16 Bundesländern.

Entsprechend verwundert zeigten sich die Beamten der Polizeiinspektion Leer/Emden über das große Aufsehen um das Pony vor dem Supermarkt. „Jemand hat hier eine Kleinigkeit erledigt und das Pferd derweil abgestellt - das ist durchaus erlaubt und in Ostfriesland recht normal“, teilte eine Polizistin auf tz-Nachfrage mit. Mit Tierquälerei hätte das Vorgehen hingegen nichts zu tun. Verständnis für Anrufe aus mittlerweile ganz Deutschland hat die Polizei trotzdem: „Wer in Großstädten wohnt, kennt das enge Zusammenleben mit den Tieren vielleicht nicht so wie die Leute hier vor Ort.“ (nap)

Eine Zucchini aus einer Lidl-Filiale stieß Nutzern der Internetplattform Jodel kürzlich böse auf. Über den Grund der Aufregung lesen Sie hier.

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