Werbungs-Fail

Edeka wirbt für Nachhaltigkeit, doch Entdeckung in Filiale lässt Kundin zweifeln - Supermarkt reagiert auf Foto

Edeka Lebensmitteldiscounter in Düsseldorf.
+
Edeka verärgerte eine Kundin mit einer Werbung zu Nachhaltigkeit. Auf Facebook machte sie ihrem Ärger Luft.

Nicht alle sind beim Thema Nachhaltigkeit ehrlich. Das denkt auch eine Edeka-Kundin: Hier passen Werbung und Realität gar nicht zusammen. Edeka reagiert prompt auf die Facebook-Kritik.

Elmshorn - Nachhaltigkeit ist mittlerweile zum Trend geworden. Das kam auch bei den Firmen an: Viele Unternehmen werben damit, sich für die Umwelt einzusetzen, indem sie zum Beispiel kein Plastik verwenden. Doch eine Edeka-Kundin aus Schleswig-Holstein hat eine Entdeckung gemacht und wirft dem Unternehmen „Greenwashing“ vor - Edeka reagiert sofort.

Edeka-Werbung für Nachhaltigkeit geht nach hinten los - Kundin beschwert sich auf Facebook

Um sich beim Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit ein besseres Image zu verleihen, betreiben einige Firmen Greenwashing. Wie das aussehen kann, entdeckte eine Kundin bei ihrem Einkauf in einem Edeka im schleswig-holsteinischen Elmshorn. Denn: Werbung für Nachhaltigkeit zu machen und Produkte dann in Plastik zu verpacken, das geht für die Kundin gar nicht.

Auf Facebook machte sie deshalb ihrem Ärger Luft und postete ein Foto des Aufregers auf der Community-Seite des Händlers. Darauf ist ein Aufsteller des Spielwarenherstellers Schleich zu sehen. Gegensätzlicher könnte die Szene nicht sein: Neben einzeln in Plastik verpackten Schleich-Figuren findet die Kundin Papier-Prospekte vor, auf denen für Nachhaltigkeit geworben wird. „Edeka, wie bitte profitiert die Umwelt, wenn tausende von Plastikfiguren in Plastik verpackt „nachhaltig“ angeboten werden? #Greenwashing #vielleichtnochmalüberdenken“, schreibt sie dazu.

Edeka verteidigt Werbungs-Fail: „Ließ sich nicht vermeiden“

Doch der Händler lässt das nicht so einfach auf sich sitzen und verteidigt sich sofort: Die Schleich-Tiere würden für den Versand immer einzeln verpackt. Sonst könnten die Tiere während dem Transport aneinander reiben und sich gegenseitig beschädigen. „Wir sind immer darauf bedacht, Verpackungen zu reduzieren. Dabei wird auch der Versand geprüft, hier ließ sich allerdings eine Verpackung nicht vermeiden“, schreibt ein Edeka-Mitarbeiter unter den Facebook-Post.

Die Kundin ist allerdings noch nicht ganz überzeugt. Sie hält die Artikel trotzdem ungeeignet für die Vermarktung und Förderung von Nachhaltigkeit: „Für mich bedeutet Nachhaltigkeit auf keinen Fall, Einzelverpackungen aus Plastik zu tolerieren. Vielleicht hätte man da auch über alternative Verpackungsmöglichkeiten nachdenken können“. Ob die Kritik der Facebook-Nutzerin tatsächlich Auswirkungen haben wird? In einer Edeka-Filiale in Berlin entdeckte ein Kund kürzlich jedenfalls einen recht ähnlichen Fall: Auch hier ging die Werbung für Nachhaltigkeit etwas nach hinten los. (sf)

Auch interessant

Kommentare