EHEC-Schnelltest kann auch Lebensmittel prüfen

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Mit dem neuen EHEC-Schnelltest kann man auch Lebensmittel prüfen.

Münster - Der neue EHEC-Schnelltest kann den Krankheitserreger auch auf Gemüse nachweisen. Das hilft auch bei der weiteren Suche nach dem Ursprung der Infektion. Unterdessen hat es den ersten Todesfall außerhalb Deutschlands gegeben.

In Schweden ist laut Krankenhausangaben eine Frau an der Darminfektion EHEC gestorben. Es ist der erste EHEC-Todesfall außerhalb Deutschlands.

Unterdessen ist bekannt geworden, dass der neue EHEC-Schnelltest den Krankheitserreger auch auf Gemüse nachweisen kann. Das sagte ein Sprecher des Universitätsklinikums Münster am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. “Dieses Testprotokoll steht natürlich auch den entsprechenden Stellen für Lebensmittelüberwachung zur Verfügung, so dass es auch dort eingesetzt werden kann.“ Nötig sei jedoch ein spezielles molekularbiologisches Labor. “Das ist jetzt nicht so ein Test, mit dem man über den Markt gehen kann und hier etwas dranhalten kann wie bei einem Schwangerschaftsstreifen.“ Am Montagabend hatte das Uniklinikum die Entwicklung des Tests gemeldet.

“Es ist ein Werkzeug für die Suche nach der Quelle, das zur Verfügung steht“, so der Sprecher. Es sei speziell für den aktuellen Stamm HUSEC041 zugeschnitten. Wie sehr der Schnelltest die Suche nach dem Ursprung der Infektion beschleunigen kann, müssten zuständige Behörden beurteilen.

EHEC: Die wichtigsten Fragen und Antworten

dapd
Was verbirgt sich hinter der Abkürzung EHEC? © 
Es handelt sich bei EHEC-Bakterien um die sogenannten Enterohämorrhagischen Escherichia Coli-Bakterien. Seit Anfang Mai verbreitet ein besonders aggressiver Erreger Angst und Schrecken in Deutschland. © dpa
Bisher sind 36 Menschen an den Folgen der Erkrankung gestorben. Überraschend: Betroffen sind vor allem junge Frauen. Normalerweise erkranken Kleinkinder unter fünf Jahren, ältere und immunschwache Menschen durch eine EHEC-Infektion. © dpa/ap
Bei EHEC handelt es sich um eine gefährliche Variante des für den Menschen harmlosen Darmbewohners Escherichia coli. EHEC kommt im Darm von Weiderkäuern vor. Gelangt es jedoch in den Körper des Menschen, setzen die Bakterien dort gefährliche Giftstoffe frei. © dpa/ap
Wissenschaftler haben das Genom des Erregers bereits entschlüsselt. Dabei fanden sie heraus, dass zwei Bakterienstämme ihre Erbsubstanz miteinander ausgetauscht haben. © dpa
Welche Symptome bringt eine EHEC-Erkrankung mit sich? © dpa/ap
Der Erreger kann sich zunächst durch blutigen und wässrigen Durchfall, Erbrechen, Übelkeit und Bauchschmerzen bemerkbar machen. Zudem sind bei schweren Verläufen auch Blutarmut, Gefäß- und Nierenschäden möglich. Auch wenn die Krankheit überstanden ist, können Gesundheitsschäden wie etwa Nierenleiden zurückbleiben. © dpa
Wie wird die Krankheit übertragen? © dpa/ap
Da sich der Erreger vor allem im Kot von Nutztieren findet, ist direkter Kontakt mit den Tieren ein Übertragungsweg. Aber auch verunreinigte Lebensmittel, die Kot-Partikel enthalten, können Ursache sein. Wird gedüngtes Obst und Gemüse ungewaschen gegessen, kann das die Krankheit auslösen. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist über Schmierinfektionen möglich. © dpa/ap
Was ist bei den aktuellen Fällen die Infektionsquelle? © dpa/ap
Schnell gerieten Gurken und Tomaten in Verdacht. Das Bundesamt für Risikobewertung hat allerdings inzwischen die Empfehlung, auf den Verzehr von Gurken, Tomaten und Blattsalat in Norddeutschland zu verzichten, aufgehoben.  © dapd
Denn inzwischen haben Wissenschaftler Sprossen von einem Biohof im niedersächsischen Bienenbüttel zweifelsfrei als Träger des Erregers identifiziert. © dpa
Beunruhigend: EHEC-Bakterien wurden auch auf bayerischem Salat gefunden. Er befand sich auf Lollo Rosso-Salat eines Fürther Gemüseerzeugers. Erste Laborergebnisse deuten jedoch nicht darauf hin, dass es sich um den gefährlichen Erreger-Typ handelt. © dapd
Wie kann ich mich vor EHEC-Erkrankungen schützen? © dpa/ap
Die Behörden empfehlen, dass in Deutschland derzeit keine rohen Sprossen gegessen werden sollten - auch keine selbst gezogenen.  © 
Der beste Schutz vor dem Keim ist allerdings Hygiene. Dazu gehört regelmäßiges Händewaschen. Verbraucher könnten dem RKI zufolge das Risiko einer EHEC-Infektion weiter minimieren, indem sie alle Lebensmittel vor dem Verzehr mindestens zehn Minuten lang auf 70 Grad erhitzen. Es gibt keine Impfung gegen den Keim. © dpa
In der Berichterstattung ist auch von HUS die Rede. Was ist das? © dpa/ap
HUS steht für hämolytisch-urämisches Syndrom, einen besonders schweren Verlauf der EHEC-Erkrankungen. Dabei kann es zu Nierenversagen und Blutarmut kommen. Das kann lebensbedrohlich sein. © dpa/ap
Was muss ich tun, wenn ich betroffen bin? © dpa/ap
Zunächst sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Außerdem sollen EHEC-Erkrankte viel trinken, um den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen. Hygiene ist ein Muss, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Mit dem Bakterium infizierte Patienten sollten auf keinen Fall Antibiotika nehmen. Diese könnten die Situation noch verschlimmern, erklärte ein Arzt des Berliner Krankenhauses Charité. Wenn die Bakterien durch das Antibiotikum in großem Umfang zerfallen, werden vermehrt Gifte aus den Bakterien freigesetzt. © dpa/ap

Inzwischen steigt in Niedersachsen die Zahl der EHEC-Infektionen langsamer als in der vergangenen Woche. Bislang seien insgesamt 264 EHEC-Infizierte und Verdachtsfälle gemeldet, teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums Thomas Spieker am Dienstag in Hannover mit. Am Montag waren landesweit noch 242 Menschen in Niedersachsen möglicherweise mit EHEC infiziert. Auch im besonders stark betroffenen Hamburg steigen die Infektionszahlen langsamer, wie Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) bereits am Vortag berichtet hatte.

Unterdessen ist in Spanien ein erster EHEC-Verdachtsfall aufgetreten. Der erkrankte Mann sei zuvor in Deutschland gewesen, teilte die Gesundheitsbehörde im Baskenland am Dienstag mit. Der 40-Jährige liege mit Symptomen der Darmkrankheit auf der Intensivstation eines Krankenhauses in der nordspanischen Küstenstadt San Sebastián.

EHEC: Was die Bauern mit ihrer Ware machen

Gurken gibt es zur Zeit zum Schleuderpreis zu kaufen. © dpa/ap
Das Gleiche gilt für Tomaten. © dpa/ap
Hier sieht man, wie Kistenweise Aufträge für Tomaten storniert wurden. © dpa/ap
Dieser Bauer kann seinen Salat nicht verkaufen. © dpa/ap
Die Salatköpfe werden geschreddert und auf Feldern verteilt. © dpa/ap
Auf dem Viktualienmarkt in München versuchen die Händler ihr regionales Gemüse an den Mann zu bringen. © dpa/ap
Auf diesem Feld liegt der geschredderte und schon gammlige Salat. © dpa/ap
Der Salat ist schon ausgetrocknet. © dpa/ap
Auch dieser Bauer wirft seinen Salat aufs Feld. © dpa/ap
Jede Menge Salatköpfe werden... © dpa/ap
... mit der Mistgabel entsorgt.   © dpa/ap

Der Mann sei am 20. Mai von einer Reise durch Deutschland und andere mitteleuropäische Staaten nach Spanien zurückgekehrt. Sein Zustand sei ernst, hieß es. Bislang hatte es in Spanien keinen Fall einer EHEC-Infektion gegeben. In Hamburg wird eine spanische Leichtathletin in einem Krankenhaus wegen einer EHEC-Infektion behandelt. Die 38-Jährige hatte in der Hansestadt an einem Marathonlauf teilgenommen.

In Hamburg war der Erreger auf Gurken aus Südspanien gefunden worden. Allerdings ist unklar, ob die Gurken bereits bei der Produktion oder später auf dem Transport oder bei der Lagerung in Deutschland kontaminiert wurden.

dpa/dapd

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