Eigenleistung am Bau: Tipps für künftige Bauherren

+
Legen Sie selbst Hand an: Mit Eigenleistung beim Hausbau können Sie bis zu 80 Prozent Kosten sparen.

Der Traum vom eigenen Haus ist oft nur mit teuren Krediten realisierbar. Deshalb setzen viele Bauherren auf die sogenannte Muskelhypothek: Bis zu 15 Prozent der Bausumme können Sie in Eigenleistung erbringen. Das verbessert in der Regel die Kreditzinsen, bringt jedoch Herausforderungen mit sich.

Eigenleistung genau kalkulieren

Je nach eigenem Talent können Bauherren viele Arbeiten am Haus selbst erledigen. Voraussetzung dafür ist eine gute Planung. Überprüfen Sie für die anstehenden Arbeiten:

  • Besitze ich die nötige Erfahrung?
  • Brauche ich Helfer, die mich unterstützen?
  • Lohnt sich die Eigenleistung wirklich?

Bei einem Reihenhaus mit 140 Quadratmetern Fläche und einer Bausumme von 275.000 Euro sparen Bauherren durch Eigenleistungen durchschnittlich 25.000 Euro. Dafür müssen Sie immerhin 850 Arbeitsstunden aufwenden. Oft können Sie diese nur nach Feierabend oder am Wochenende einplanen. Außerdem müssen sich selbsttätige Bauherren nach dem Zeitplan des beauftragten Bauunternehmens richten. Entstehen Verzögerungen, kann es zur Haftung kommen.

Bauarbeiten für geschickte Hände

Wer sich nach sorgfältiger Überlegung als Heimwerker betätigen möchte, kann kräftig sparen: Das Sparpotenzial liegt je nach Arbeit bei bis zu 80 Prozent. Vor allem Maler- und Tapezierarbeiten können Sie gut selbst übernehmen. Aber auch beim Anlegen des Gartens und dem Verlegen des Bodens können Sie kräftig sparen. Das sind die profitabelsten Eigenleistungen am Bau:

  1. Bei Maler- und Tapezierarbeiten sparen Sie 60 bis 80 Prozent ein.
  2. Fußbodenbeläge: Bei 40 bis 90 einkalkulierten Arbeitsstunden sind 1.700 bis 3.000 Euro Ersparnis drin.
  3. Gartenarbeit macht Freude und spart Geld: 30 bis 45 Arbeitsstunden bringen 1.400 bis 2.200 Euro Ersparnis.
  4. Geübtere Handwerker verputzen die Wände selbst und sparen damit bis zu 80 Prozent ein.
  5. Trockenbau: Mit 60 bis 70 Prozent Ersparnis zahlt sich das eigenständige Verlegen, Spachteln und Schleifen von Rigipsplatten aus.

Finger weg, hier muss der Profi ran!

Auch, wenn Sie mit viel Freude Heimwerker sind: Überschätzen Sie Ihre eigenen Fähigkeiten in puncto Eigenleistung nicht. Einige Arbeiten an Ihrem künftigen Haus müssen in jedem Fall vom Profi ausgeführt werden. Denn Mängel können weitreichende Konsequenzen für den gesamten Bau haben. Muss dann nachgebessert werden, wird es häufig doppelt so teuer.

Diese Ausführungen sollte deshalb besser gleich der Profi erledigen:

  1. Elektrizitätsanschlüsse gehören in die erfahrenen Hände eines Fachmanns. Hier müssen bestimmte Sicherheitsvorschriften genau beachtet werden. Fortgeschrittene und Experten können sich über solche Vorschriften rund um Brandschutz und Elektroinstallationen im Internet informieren.
  2. Heizungs- und Sanitärinstallationen: Selbst wenn Sie hier mithelfen möchten, lohnt sich das meist nicht. Das Einsparpotenzial ist sehr gering.
  3. Auch der Einbau des Schornsteins muss von Profis vorgenommen werden.

Bei bestimmten Handwerksleistungen schiebt sogar der Staat den Riegel vor: Sie müssen von einer Firma vorgenommen werden, die für ihre Arbeit haften kann.

auch interessant

Meistgelesen

Bus wird bei Verona zur Todesfalle: Heldenhafter Sportlehrer
Bus wird bei Verona zur Todesfalle: Heldenhafter Sportlehrer
Zehn Jahre nach „Kyrill“: So verheerend wütete der Orkan
Zehn Jahre nach „Kyrill“: So verheerend wütete der Orkan
Schülerin stirbt auf Klassenfahrt: Das war die Todesursache
Schülerin stirbt auf Klassenfahrt: Das war die Todesursache
Vollwaise durch Berlin-Anschlag: Frau (22) kämpft um ihre Existenz
Vollwaise durch Berlin-Anschlag: Frau (22) kämpft um ihre Existenz

Kommentare