Ein Orden für Margot Honecker

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Margot Honecker wird mit dem Ruben Dario-Orden ausgezeichnet. An ihrem Dekolleté nestselt Nicaraguas Präsident Daniel Ortega.

Managua - Weil Erich Honecker als Staats- und Parteichef der DDR die erste sandinistische Regierung unter Daniel Ortega aktiv unterstützt hatte, kommt seine Frau Margot (81) jetzt in Nicaragua zu späten Ehren.

Ortega, erneut zum Präsidenten des mittelamerikanischen Landes gewählt, lud sie und andere Persönlichkeiten der revolutionären Vergangenheit zu einer Feier besonderer Art: Vor 29 Jahren wurde der Diktator Anastasio Somoza gestürzt und die Sandinisten errangen in Nicaragua die Macht.

Margot Honecker (81) trat zum ersten Mal seit vielen Jahren in Erscheinung, seit sie sich nach Chile zurückgezogen hatte. Jetzt durfte sie mit den lateinamerikanischen Anhängern der in Europa gescheiterten sozialistischen Ideen in Nicaragua feiern und sich mit dem Orden “Ruben Dario“ ehren lassen.

Die Unterstützung der Honeckers für den sozialistischen Bruder Daniel Ortega, der Nicaragua auch wegen des Kriegs gegen die von den USA unterstützten Contra-Rebellen wirtschaftlich an den Rand des Abgrunds führte, war offenbar vielfältig. Im Rahmen des Warschauer Paktes war die DDR seinerzeit vor allem für die Mongolei zuständig, aber wohl auch für das sandinistische Nicaragua. Die Hilfe Honeckers war “so solidarisch, so besonders und so liebevoll“, sagte Ortegas Frau und Sprecherin Rosario Murillo.

Insgesamt war die DDR in den 80er Jahren ein wichtiger Rückhalt für das Regime Ortega gewesen. Ostberlin unterstütze Nicaragua bereits 1980 bei der Kampagne zur Alphabetisierung und später schickte es Waffen und militärische Ausrüstung für den Kampf gegen die Contras. Aber auch ganz persönlich half Erich Honecker dem damals jungen nicaraguanischen Revolutionär Ortega, wo er nur konnte. So stellte er ihm, wie seinerzeit die sandinistische Zeitung “Barricada“ berichtete, auch das Regierungsflugzeug der DDR für Fernreisen nach Osteuropa zur Verfügung, und fast immer besuchte Ortega dann auch Ostberlin.

Im September 1986 benutzte Ortega die DDR-Maschine, um an einem Gipfeltreffen der Blockfreien in Harare teilzunehmen. Er war damals fast einen Monat unterwegs, und die Reise mit der Honecker-Maschine führte ihn nach Indien, China, Nordkorea, Kongo, Ghana und Burkina Faso.

“Honeckers Flugzeug verfügte über alle Annehmlichkeiten. Dazu gehörte eine komplette Mannschaft mit Stewardessen und Dienstpersonal“, sagte ein ehemaliger Mitarbeiter Ortegas, der anonym bleiben will. “Sie behandelten uns wie Könige: Wunderbares Essen, feine Schokolade und Zigarren. Das einzig Schlechte war, dass es überall in der Kabine versteckte Mikrofone gab.“

Auch heute, in seiner zweiten Amtszeit, kann es sich Ortega nicht leisten, sich eine eigene Maschine zuzulegen. Nach Angaben der Medien der Opposition vermeidet er es aber dennoch, kommerzielle Maschinen zu benutzen und zieht es vor, Flugzeuge zu mieten. Anderseits werde er nun von alten und neuen Freunden unterstützt, den Ölmagnaten Hugo Chávez (Venezuela) und Muammar al-Gaddafi (Libyen). Sie stellen ihm gelegentlich auch eines ihrer Flugzeuge zur Verfügung.

Quelle: DPA

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