Experten in Sorge

Sensation: Erstmals seit zwei Jahrzehnten - Seltenes Tier unter Schneedecke in Deutschland entdeckt

Ein von Schnee und Eis bedecktes Feld.
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Hier würde sich der Eiszeitkäfer besonders wohl fühlen.

Der nur drei Millimeter kleine Käfer wurde in Hessen und Bayern gesichtet. Bevorzugt hält er sich unter dichten Schneedecken auf.

Hausen/Hilders - Zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahrzehnten ist der seltene Eiszeitkäfer in Bayern und Hessen entdeckt worden. Das Insekt mit dem wissenschaftlichen Namen „Boreaphilus henningianus“ hält sich meist in feuchtem Moos und unter Laub auf. „Bevorzugt unter einer dicken Schneeschicht“, schreibt das Unesco-Biosphärenreservat Rhön. Er ist lediglich drei Millimeter klein.

Ein seltener Eiszeitkäfer liegt auf einer Unterlage - er ist nur drei Millimeter klein.

Forscher gehen davon aus, dass der Kurzflügelkäfer während der letzten Eiszeit vor circa 14.000 Jahren in Mittel- und Nordeuropa weit verbreitet war. Dann jedoch wurde es ihm offenbar zu warm, nur in besonders kalten Gebieten konnte er überleben, beispielsweise findet man ihn heutzutage noch in der norwegischen Fjell, der westrussische Tundra oder dem Hochgebirge Kasachstans.

Eiszeitkäfer: Eine Zukunft in Deutschland ist unwahrscheinlich

Heute kommt er in ganz Mitteleuropa derzeit nur in der Röhn vor. Er gilt deutschlandweit als vom Aussterben bedroht. Und seine Zukunft hierzulande ist nicht besonders vielversprechend: „Wenn der Klimawandel, dessen Auswirkungen in den letzten beiden Trockensommern sehr deutlich wurden, weiter voranschreitet, wird es dem Schnee-liebenden Kurzflügelkäfer in Zukunft wohl auch in der Rhön zu warm werden“, erklärt Dr. Tobias Gerlach von der Bayerischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in der Mitteilung

Der Eiszeitkäfer war erstmals 1926 im Roten und im Schwarzen Moor nachgewiesen worden. 1986 im Schwarzen sowie 1995 im Schwarzen und im Roten Moor folgten weitere Sichtungen.

Eiszeitkäfer neben Röhn auch in Wüstensachsen entdeckt

In diesem Winter konnte die bayerische Verwaltung des Unesco-Biosphärenreservats Röhn den sechsbeinigen Käfer auch im Schwarzen Moor nachweisen. Der Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Hessen e.V. hatte den Käfer darüber hinaus kurz zuvor im Naturschutzgebiet Schwarzwald bei Wüstensachsen im Landkreis Fulda gesichtet. *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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