USA sichern Hilfe zu

Schweres Erdbeben erschüttert Haiti: Mindestens 227 Menschen gestorben - Zahlreiche Verletzte und Vermisste

Ein Erdbeben erschütterte am Samstagmorgen den karibischen Inselstaat Haiti. Mittlerweile geht der Zivilschutz von 227 Toten und zahlreichen Verletzen aus.

  • Ein schweres Erdbeben hat den karibischen Inselstaat Haiti erschüttert.
  • Zivilschutz Haitis gibt bekannt, dass es 29 Todesopfer gab (siehe Update von 19.57 Uhr).
  • Zahl der Toten nach oben korriegiert - auf 227 (siehe Update von 21.48 Uhr).
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 14. August, 21.48 Uhr: Das arme und von Korruption geplagte Haiti hatte das schwere Erdbeben von 2010 noch nicht wirklich überwunden, da bebte die Erde erneut. Damit die Menschen dort nicht mit ihrem Schicksal alleine gelassen werden, wollen die USA helfen. „Unsere Experten sind bereits vor Ort, um Schäden und Bedürfnisse zu bewerten“, schrieb die Leiterin der US-Behörde für Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe USAID, Samantha Powers, am Samstag auf Twitter. Man wolle nun schnell reagieren. US-Präsident Joe Biden sei über die Situation in Haiti informiert worden und habe darum gebeten, dass USAID die US-Reaktion koordiniere.

Mittlerweile musste die Zahl der Opfer nach oben korrigiert werden. Der Zivilschutz teilte mit, dass mindestens 227 Menschen bei dem Beben ihr Leben verloren haben. Hunderte weitere würden noch vermisst oder seien verletzt. Außerdem kommt die Erde in Haiti nicht zur Ruhe. Immer wieder erschüttern Nachbeben der Stärke 5,2 die Region 125 Kilometer westlich der Hauptstadt Port-au-Prince. Das gab die US-Behörde USGS am Samstag bekannt.

Update vom 14. August, 19.57 Uhr: Das 29 Menschen bei dem Erdbeben in Haiti ihr Leben lassen mussten, bestätigte jetzt auch der Zivilschutz Haitis. Demnach starben 17 Menschen im südwestlichen Department Grand-Anse Südwesten und 12 im Department Sud. Unter den Toten befand sich auch der ehemalige Senator Jean Gabriel Fortuné, der laut „Gazette Haiti“ in der Stadt Cayes unter den Trümmern seines Hotels begraben wurde. Interims-Premierminister Ariel Henry bezeichnete die Situation auf Twitter als „dramatisch“ und kündigte an, dass die Regierung den Notstand ausrufen werde

Die Residenz des katholischen Bischofs ist nach einem Erdbeben beschädigt.

Erdbeben in Haiti: Katastrophenschutzchef rechnet mit 29 Toten

Update vom 14. August, 19.11 Uhr: Der Katastrophenschutzchef Jerry Chandler teilte jetzt mit, dass mindestens 29 Menschen bei dem Erdbeben ums Leben gekommen sind. Das Epizentrum lag demnach rund 160 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince.

Update vom 14. August, 18.56 Uhr: Die Lage in auf dem karibischen Inselstaat Haiti soll nach dem Erdbeben vom Samstagmorgen verheerend sein. Mehrere Medien berichten übereinstimmend von zahlreichen Opfern. Das Portal Gazette Haiti spricht von mindestens fünf Toten, darunter zwei Kinder im Alter von sieben und neuen Jahren in der Stadt Aquin. Viele Gebäude seien zerstört worden, wie auch auf Fotos und Videos in sozialen Netzwerken zu sehen war. 

Erdbeben in Haiti: Krankenhäuser sollen am Limit sein

Ein Augenzeuge aus Les Cayes im Südwesten, einer der größten Städte des Landes, berichtete dem Haiti Press Network von eingestürzten Häusern und Hotels und dass Menschen unter den Trümmern begraben wurden. Bewohner des Departments Nippes, in dem das Epizentrum des Bebens lag, sendeten laut Gazette einen SOS-Ruf an die Behörden, weil die Krankenhäuser überlastet seien.

Annalisa Lombardo, Landesdirektorin der Welthungerhilfe, rechnet ebenfalls mit zahlreichen Todesopfern. Es gebe noch keine offiziellen Angaben dazu, aber damit könne man rechnen, sagte Lombardo am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Das Krankenhaus werde offenbar von der Anzahl Verletzter überwältigt. Man versuche noch, in Erfahrung zu bringen, wie viele Menschen betroffen seien. Es sei klar, dass es erheblichen Schaden an Gebäuden gebe.

Erdbeben in Haiti: Versorgung der Opfer könnte sich als schwierig herausstellen

Lombardos Organisation sei nun in Kontakt mit anderen Hilfsorganisationen in dem Land, die zum Teil auch in der betroffenen Region aktiv seien. Sie versuche, Informationen zu bekommen, um die Lage vor Ort besser zu verstehen. Sie müssten sicherstellen, dass die Betroffenen in den ersten 24 Stunden mit dem Wichtigsten - Wasser, Nahrung, Obdach - versorgt würden. „Wir konzentrieren uns auf die Menschen, die ihr zu Hause verloren haben“, sagte Lombardo. Im Gesundheitsbereich arbeite die Welthungerhilfe nicht.

Lombardo rechnet damit, dass es bei der Versorgung auch Probleme wegen der Infrastruktur geben wird. Der Weg aus Port-au-Prince führe durch eine Gegend, die von Gangs kontrolliert werde. Diese würden auf vorbeifahrende Autos schießen. Offenbar sei auch eine Brücke beschädigt worden, die zur Versorgung der Menschen gebraucht werde. „Die Logistik wird ein Thema.“

Schweres Erdbeben im Süden Haitis - Hohe Opferzahl erwartet

Erstmeldung vom 14. August, 16.50 Uhr: Saint-Louis-du-Sud - Am Samstagvormittag bebte in im Karibikstaat Haiti die Erde. Die US-Behörde USGS gab die Stärke des Bebens mit 7,2 auf der Richter-Skala an. Ersten Berichten aus dem Süden der Insel zufolge sollen mehrere Menschen ums Leben gekommen sein. Eine genauere Zahl der Todesopfer liege zunächst nicht vor, sagte Katastrophenschutzchef Jerry Chandler am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Der nationale Krisenstab sei aktiviert. Die USGS hält nach dem schweren Erdbeben an der Küste Haitis eine hohe Opferzahl für möglich. Sie rief am Samstag Alarmstufe Rot mit Blick auf mögliche Todesopfer aus.

Nach ersten offiziellen Angaben soll das Epizentrum des Erdbebens rund zwölf Kilometer von der Gemeinde Saint-Louis-du-Sud gelegen haben. Die Erschütterungen kamen aus einer Tiefe von rund zehn Kilometern. Zunächst gaben die Behörden eine Tsunami-Warnung heraus. Es wurden Wellen von bis zu drei Metern erwartet. Die Warnung wurde aber mittlerweile wieder aufgehoben. Der Nationale Wetterdienst der USA (NOAA) riet den Menschen am Samstag aber, weiterhin vorsichtig zu bleiben. In den Küstengebieten in der Nähe des Erdbebens könnte es weiterhin geringfügige Schwankungen des Meeresspiegels von bis zu 30 Zentimetern geben, hieß es weiter.

Erdbeben in Haiti: Im Nachbarstaat Dominikanische Republik brach Panik aus

Wie auf ersten Videos im Internet zu sehen ist, wurden bei dem Beben mehrere Wohnhäuser, Kirchen und Schulen zerstört. Verschiedene Orte wurde von den Erschütterungen getroffen. Das Erdbeben war sogar noch im Nachbarstaat - in der Dominikanischen Republik - zu spüren. Wie die dominikanische Zeitung Diario Libre berichtet, brach dort kurzzeitig Panik aus.

Haiti war im Jahr 2010 von einem schweren Erdbeben nahezu verwüstet worden. Im Zentrum des Erdbebens mit einer Stärke von 7,3 lag damals Haitis dicht besiedelte Hauptstadt Port-au-Prince. Durch das Beben starben rund 222.000 Menschen, mehr als 300.000 wurden verletzt. Mehr als eine Million Menschen verloren ihr Zuhause. Die Schäden durch das Beben wurden auf 8 Milliarden US-Dollar (6,2 Milliarden Euro) geschätzt. Der Wiederaufbau kam auch durch die politische Instabilität nur schleppend in Gang. (tel)

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Rubriklistenbild: © Delot Jean/dpa

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