Heftiges Erdbeben in Italien - Deutsche tot

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In Norditalien hat am Sonntagmorgen die Erde gebebt.

Rom/Ferrara - Vier Tote, Panik auf den Straßen und schwere Schäden an Häusern und Kirchen: Norditalien ist am Sonntag von einem der gewaltigsten Erdbeben seit Jahrhunderten erschüttert worden.

Die Stärke des Bebens um 04.04 Uhr lag bei 6,0, wie die US-Erdbebenwarte mitteilte. Betroffen war der Großraum Bologna zwischen Modena und Mantova, der Erdstoß war aber auch noch in der Toskana und in Südtirol zu spüren.

Die deutsche Botschaft und das Generalkonsulat gingen Hinweisen auf mögliche deutsche Opfer nach und standen in engem Kontakt mit den italienischen Behörden, wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte.

Einige ältere Gebäude und Dächer stürzten ein, und an Kirchtürmen entstanden Risse. Der Zivilschutz erklärte, es sei das stärkste Erdbeben in der Region seit dem 14. Jahrhundert gewesen. Menschen rannten in Panik auf die Straßen. "Es war ein starkes Beben, und es dauerte ganz schön lange", sagte Emilio Bianco, Rezeptionist des Hotels "Canalgrande" in Modena.

Schweres Erdbeben erschüttert Italien

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Ein Bewohner der Stadt Sant'Agostino, Alberto Fiorini, berichtete von "Chaos" während der Nacht. "Ich habe mich unter dem Bett versteckt und gebetet", sagte er der Nachrichtenagentur AP. Sein Haus sei nicht beschädigt worden.

Viele Menschen waren trotz später Stunde noch auf den Beinen, weil in der Stadt eine "weiße Nacht" gefeiert wurde. Geschäfte und Restaurants hatten noch geöffnet, die Museen waren allerdings nach einem tödlichen Bombenanschlag in Süditalien am Samstag geschlossen worden.

Zwei Frauen erlitten offenbar Herzinfarkte

Der Leiter des Zivilschutzes, Franco Gabrielli, erklärte, bei den vier Todesopfern handele es sich um Arbeiter, die bei drei Fabrikeinstürzen ums Leben gekommen seien. Außerdem seien zwei Frauen gestorben, die kurz nach dem Beben offenbar Herzinfarkte erlitten hätten. Der Fernsehsender TG24 TV berichtete, eine der Frauen sei rund 100 Jahre alt gewesen. Zudem wurden vermutlich Dutzende weitere Menschen verletzt.

Zwei der getöteten Arbeiter hatten Nachtschicht in einer Keramikfabrik in Sant'Agostino di Ferrara. Einer der Getöteten war laut Medienberichten für einen erkrankten Kollegen eingesprungen. Auch in der Ortschaft Ponte Rodoni di Bondeno stürzte eine Fabrik ein. Ein Mensch kam ums Leben.

Rund zwölf Stunden später wurden die Bewohner der Region durch ein schweres Nachbeben erneut in Panik versetzt. Ein Teil des Rathauses der Stadt, das schon bei dem vorangegangenen Beben am frühen Morgen beschädigt worden war, wurde zerstört. In der Stadt Finale Emilia stürzte ein Kirchturm ein. Ein Feuerwehrmann wurde dabei verletzt. Das Nationale Institut für Geophysik gab die Stärke des Nachbebens mit 5.1 an.

Papst bittet um Gebete für die Opfer

Das Zentrum des Hauptbebens lag 35 Kilometer nordnordwestlich von Bologna in verhältnismäßig niedriger Tiefe von fünf Kilometern, wie die US-Erdbebenwarte mittelte. Dem Beben ging ein Erdstoß der Stärke 4,1 voraus, eine Stunde nach dem Hauptbeben kam es laut USGS zu einem Nachbeben der Stärke 5,1.

Papst Benedikt XVI. sagte in seinem Sonntagsgebet auf dem Petersplatz, er fühle sich den Betroffenen "spirituell nahe" und bat die Menschen, für die Toten und Verletzten zu beten.

Erst Ende Januar war in Norditalien von einem Erdbeben der Stärke 5,4 erschüttert worden. Einige Bürogebäude in Mailand wurden damals als Vorsichtsmaßnahme evakuiert. 2009 hatte ein verheerendes Beben in der Stadt L'Aquila in Mittelitalien mehr als 300 Menschen das Leben gekostet.

dapd

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