Unglück in Hessen

Nach Gondel-Tragödie mit drei Toten: Firma irritiert mit geschmacklosem Werbespruch

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Beim Absturz einer Arbeitsgondel in Hessen waren drei Menschen ums Leben gekommen. 

Beim Absturz einer Gondel an einem Sendeturm sind am Dienstag in Hessen drei Menschen ums Leben gekommen. Und im Nachhinein gibt es Wirbel um ein Kondelzschreiben der Wartungsfirma. 

  • Ein tragisches Unglück ereignete sich am frühen Dienstagmorgen am „Hoher Meißner“ in Eschwege. 
  • Eine Wartungsgondel stürzte 50 Meter in die Tiefe. 
  • Drei Arbeiter kommen bei dem Unglück ums Leben. 
  • Der Sender gehört zum „Hessischen Rundfunk“. 

Update vom 5. September um 10.15 Uhr: Irritierender Spruch direkt neben dem Kondolenzschreiben: Kurz nach dem Absturz einer Gondel im hessischen Eschwege ist die ausführende Wartungsfirma in die Schlagzeilen geraten. Denn direkt neben einer Stellungnahme auf der Homepage zum tödlichen Unglück tauchte in Großbuchstaben der Schriftzug auf: „Wir beherrschen unser Handwerk und das auf höchstem Niveau“, wie die Bild-Zeitung zuerst berichtet hatte. Ein Schriftzug, den viele in diesem Zusammenhang wohl mindestens als geschmacklos empfinden. 

Die Hintergründe? Nur ein Versehen? Dies blieb trotz der Anfrage des Mediums bislang unklar. Auffällig ist jedoch, dass der besagte Banner inzwischen auf der Homepage der Firma nicht mehr zu finden ist. Stattdessen: „Die Nachricht vom Tode dreier Kollegen beim Absturz einer Wartungsgondel am Sendemast ‚Hoher Meißner‘ in Hessen erfüllt uns mit tiefer Bestürzung. Unsere Gedanken gelten den Familien und Angehörigen, denen wir unser tiefes Mitgefühl aussprechen und die wir in diesem Unglück nach Kräften unterstützen werden.“ 

Gondel-Tragödie mit Toten: Arbeiter stürzen 50 Meter in die Tiefe - neue Details bekannt

Update 3. September 17.18 Uhr: An einem Sendeturm in Hessen ist am Dienstag eine Wartungsgondel abgestürzt. Drei Arbeiter sollten an dem 220 Meter hohen Sendemast eine neue Antenne anbringen. Doch die Gondel kam nur bis zu 50 Metern Höhe und stürzte dann mit immenser Geschwindigkeit in die Tiefe. Die drei Insassen starben an dem harten Aufprall. Zahlreiche Zeugen mussten das Unglück mitansehen. 

Es handele sich um Bodenpersonal der Firma, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Mitarbeiter würden durch ein Kriseninterventionsteam betreut. Die Kollegen der Unfallopfer alarmierten die Rettungskräfte. Doch für die Insassen kam jede Hilfe zu spät.

Die abgestürzte Wartungsgondel steht neben dem Sendeturm auf dem Hohen Meissner vor einem Tor.

Die Kriminalpolizei und das Amt für Arbeitsschutz des Regierungspräsidiums versuchen derzeit den Hergang zu rekonstruieren. Es gebe Hinweise auf einen technischen Defekt im Bereich der Seilwinde, sagte ein Polizeisprecher. Laut Zeugenberichten habe die Gondel zunächst freischwingend am Seil gehangen und sei dann zu Boden gestürzt.

Der Sendemast, an dem gearbeitet wurde, ist der höchste von drei Türmen auf dem Gelände. Der „Sender Hoher Meißner“ ist ein wichtiger Standort des Hessischen Rundfunks (hr). Er war 1955 in Betrieb genommen worden. Der hr strahlt darüber sein Fernseh- und Radioprogramm aus. Die Anlage soll künftig auch vom Mitteldeutschen Rundfunk für das Senden der Radioprogramme genutzt werden. Die Arbeiter hätten dort eine neue Antenne für das Digitalradio DAB+ montieren sollen, teilte derhr mit. 

Drei Tote bei Gondel-Tragödie: Arbeiter stürzen 50 Meter in die Tiefe - dramatische Details

17.14 Uhr: Ist die Unfallursache in der Wartungsgondel in Hessen nun klar? Die drei Männer sollten mit der Gondel auf 200 Meter fahren, um Wartungsarbeiten an einem Sendemast durchzuführen. Auf einer Höhe von 50 Metern schnellte die Gondel unerwartet zurück und entwickelte eine immense Geschwindigkeit in Richtung Boden. Die drei Männer im Alter von 50, 46 und 27 Jahren waren durch die Härte des Aufpralls sofort tot. Zwei der Männer waren Familienväter, meldet die Bild.

Die Männer hatten für eine Berliner Firma gearbeitet. Es handele sich um einen 50-Jährigen aus dem bayerischen Landkreis Freyung-Grafenau, einen 46-Jährigen aus Karlsruhe und einen 27-Jährigen aus Dülmen in Nordrhein-Westfalen, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Was genau zum Absturz der Gondel führte, ist noch nicht eindeutig geklärt. Derzeit vermutet die Polizei einen Defekt an der Winde, wie Bild berichtet. Endgültige Erkenntnisse stehen jedoch noch aus.

Drei Tote bei Gondel-Tragödie: Arbeiter stürzen 50 Meter in die Tiefe - Polizei nennt Details

13.43 Uhr: Nach dem tödlichen Unfall mit einer Wartungsgondel an einem Sendemast in Nordhessen deuten erste Erkenntnisse der Behörden auf einen technischen Defekt an der Seilwinde als Ursache hin. Das hätten die bisherigen Ermittlungen des Amtes für Arbeitsschutz und Sicherungstechnik des Regierungspräsidiums Kassel ergeben, teilte ein Polizeisprecher am Dienstag mit.

13.31 Uhr: Nach dem tragischen Unglück in Eschwege scheint der Unfallhergang nun aufgeklärt zu sein. Wie die Polizei nun mitteilt, planten die drei Arbeiter, an einem etwa 220 Meter hohen Sendemasten Arbeiten durchzuführen. Mit einer Wartungskabine wollten die drei späteren Opfer deshalb zu dem Sendemast hinauffahren. 

„Die Wartungskabine, von der Konstruktion ähnlich einer Seilbahn, fährt für gewöhnlich an einem im Boden verankerten, diagonal verlaufenden, Stahlseil zu dem Sendemast hinauf. In einer Höhe von ca. 50 Metern kam es dann aus bislang nicht geklärter Ursache zu Komplikationen, so dass die Kabine nach jetzigem Erkenntnisstand nicht mehr weiter zu dem Sendemast gelangte, sondern zunächst am Stahlseil freischwingend gehangen haben soll und von dort dann offenbar zu Boden stürzte“, erklärt die Polizei in einem Statement. 

Zeugen, die den Absturz vor Ort miterlebten, werden demnach noch immer seelsorgerisch betreut. 

13.12 Uhr: Es müssen dramatische Sekunden gewesen sein, die sich am frühen Morgen im hessischen Eschwege abgespielt haben. Wie Polizeisprecher Jörg Künstler im Gespräch mit Bild erklärt, seien die drei Arbeiter durch den Aufprall der Gondel sofort tot gewesen. „Die Gruppe war tiptop ausgerüstet, alle trugen Helme“, erklärt Künstler. 

11.45 Uhr: Nun kommen weitere dramatische Details ans Licht. Wie Polizeisprecher Kommissar Künstler im Gespräch mit Bild bestätigt, handelt es sich bei den drei Todesopfern um Mitarbeiter einer Berliner Turmbaufirma. „Die Gondel ist wie bei einer Seilbahn schräg hoch zur Antenne gewesen. In circa 50 Meter Höhe stürzte sie ab. Das Seil, das schräg zum Turm gespannt war, soll durchgehangen haben“, erklärt Künstler. Auch die HNA* berichtet über das tragische Unglück. Demnach sollen sich die Todesopfer noch in der Gondel befinden. 

Bei dem tragischen Unglück kamen drei Menschen ums Leben. 

11.34 Uhr: Wie ein Polizeisprecher nun laut übereinstimmenden Medienberichten erklärt, wurden mehrere Menschen Zeugen des tragischen Geschehens. Notfallseelsorger seien deshalb noch immer vor Ort. 

11.02 Uhr: Kurz nach dem tragischen Unglück äußert sich nun hr-Indendant Manfred Krupp in einer ersten Stellungnahme, das berichtet die hessenschau. "Dieser tragische Unfall hat bei uns allen große Bestürzung ausgelöst. Unsere Gedanken sind bei den Familien der Opfer. Wir werden alles dazu beitragen, dass der tragische Vorfall umfassend aufgeklärt wird."

Update von 10.42 Uhr: Genaue Hintergründe zu dem tragischen Unglück in Eschwege sind noch nicht bekannt. Wie RTL nun jedoch berichtet, seien weitere Einsatzkräfte auf dem Weg zum Unglücksort. Neben Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften, seien demnach auch Seelsorger vor Ort. 

Eschwege/Hessen: Wartungsgondel stürzt 50 Meter in die Tiefe

Ursprungsmeldung von 10.05 Uhr: Eschwege - An einem Sendeturm in Nordhessen ist nach Angaben der Polizei eine Wartungsgondel aus rund 50 Metern abgestürzt. Dabei seien drei Menschen ums Leben gekommen, teilte die Polizei am Dienstag in Eschwege mit. Bei den drei Todesopfern soll es sich um die Insassen der Gondel handeln. Der Grund für den Absturz der Gondel ist noch unbekannt. 

Video: Wartungsgondel an Sendeturm abgestürzt - drei Tote

Eschwege: Unglücksstelle gesperrt - Polizei bestätigt drei Tote bei Gondel-Absturz in Hessen 

Das Amt für Arbeitsschutz und Sicherungstechnik des RP Kassel hat die Ermittlungen übernommen. Die Unglücksstelle ist für die weitere Ursachenermittlung abgesperrt.

Einsatzkräfte stehen vor dem Zugang zum Sendeturm auf dem Hohen Meissner, wo am Morgen eine Wartungsgondel abgestürzt ist und drei Menschen in den Tod gerissen hat.

Der Sendemast gehört dem Hessischen Rundfunk, das bestätigt nun der Sender selbst. Die Wartungsarbeiten seien dabei jedoch von einer Fremdfirma durchgeführt. Wie die Hessenschau berichtet, sollen die Arbeiter am Freitag damit begonnen haben, neue Antennen aufzubauen. 

Eschwege: Gondel-Absturz Am Sendeturm vom „Hessischen Rundfunk“: 

Der Sender kündigte die Arbeiten an dem Sender bereits Ende August an und warnte vor teilweise eingeschränktem Empfang. Die Arbeiten sollten bis Ende September andauern. Ob der Unfall damit zusammenhängt, war aber unklar.

Der Hohe Meißner ist ein Mittelgebirge, das gut 30 Kilometer südöstlich von Kassel im Werra-Meißner-Kreis liegt. Die Sendeanlage dort wurde 1955 vom Hessischen Rundfunk in Betrieb genommen, sie besteht aus mehreren Masten.

In den USA ereignete sich ebenfalls ein tragisches Unglück. Insgesamt 20 Leichen wurden nach einem Schiffsunglück vor der US-Küste bereits geborgen. 

*HNA.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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