Fassungslosigkeit nach Bluttat in Essen

Mann schießt Frau und Tochter nieder

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Beamte der Spurensicherung untersuchen den Tatort.

Essen - Ein Drama schockiert Essen: Ein Vater soll seine Tochter (19) erschossen und seine Ehefrau schwer verletzt haben. Die Polizei fahndet nach dem Mann, der schon früher gewalttätig war.

Auf der Straße vor der Wohnung, in der gegen 19.30 Uhr am Mittwochabend Schüsse fielen, herrscht Stunden später gespenstische Ruhe. Hinter den Scheiben im dritten und obersten Stock eines Mehrfamilienhauses im Essener Stadtteil Frohnhausen sichern Ermittler einen Tatort. Hier soll ein Vater auf Frau und Tochter geschossen haben. Anwohner haben brennende Kerzen auf den Stufen des dreistöckigen Hauses aufgestellt, daneben steht ein kleiner Porzellanengel, die Hände vor dem Gesicht zusammengeschlagen.

Getrauert wird um eine 19-Jährige. Die Polizei vermutet, dass ihr Vater auf sie und ihre 45 Jahre alte Mutter geschossen hat. Die Tochter starb noch in der Wohnung. Die 45-Jährige Ehefrau wurde lebensgefährlich verletzt und schwebt weiter in Lebensgefahr. Zwei weitere Töchter seien zur Tatzeit in Sicherheit gewesen sein, berichtet die Polizei. Seit Stunden sucht die Polizei nach dem Tatverdächtigen.

Anwohner und Neugierige haben sich vor dem Haus versammelt. Als die verhüllte Leiche der jungen Frau aus dem Haus getragen wird, brechen umstehende Frauen in lautes Schluchzen aus. Altersgenossinnen der Toten, die zum Tatort gekommen sind, stehen unter Schock, liegen sich in den Armen. Viele der Umstehenden kennen die Familie und sind fassungslos.

Sie berichten auch davon, dass dies nicht der erste Polizeieinsatz in der Wohnung gewesen sei. „Hier gab es schon öfter Trouble“, sagt eine Frau, die ein paar Straßen weiter wohnt. Die Polizei bestätigt, dass es bereits vor einigen Tagen einen Einsatz wegen häuslicher Gewalt gegeben habe. Und: „Der Mann ist auch wegen anderer Straftaten polizeibekannt“, so Polizeisprecher Peter Elke.

„Diese verhältnismäßige Ruhe vor Ort ist nicht das, was im Moment für unsere Einsatzkräfte gilt“, berichtet er. Die bundesweite Fahndung nach dem Tatverdächtigen laufe. Der Mann ist bewaffnet. Zeugen hatten ihn nach den Schüssen aus dem Haus laufen sehen, sagt die Polizei. „Wir klappern Adressen bei Freunden und Bekannten des Flüchtigen ab, gehen zahlreichen Hinweisen nach“, erläutert er. Bisher ohne Erfolg. Der 50-Jährige sei wahrscheinlich bewaffnet, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

dpa

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