„Wie ein Schlag für mich“

Junge Frau räumt Haus der verstorbenen Oma aus - plötzlich kommt ihr tragisches Familiengeheimnis in die Finger

Eine Frau räumt einen Umzugskarton aus
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Beim Ausräumen der Wohnung ihrer Oma ist eine junge Frau auf ein uraltes Familiengeheimnis gestoßen. (Symbolbild)

Beim Aufräumen des Hauses ihrer verstorbenen Oma geriet der Enkelin aus Essen ein tragisches Familiengeheimnis in die Hände.

Essen - Nach dem Tod ihrer Großmutter hat eine junge Frau in Essen deren Haus ausgeräumt. Dabei ist die Enkelin auf ein altes Familiengeheimnis gestoßen, von dem sie bisher nur wenig Ahnung hatte.

Junge Frau räumt Haus der verstorbenen Oma aus - plötzlich stößt sie auf Familiengeheimnis

Wie sie auf der Plattform Jodel berichtet, fiel ihr beim Sortieren der Sachen ihrer Großmutter plötzlich ein Judenstern in die Hände. Der sechseckige gelbe Stern war in der Zeit des Nationalsozialismus ein Zwangskennzeichen für Juden und ist ein tragisches Zeichen der damaligen Verfolgung. „Hat meine Oma aufgehoben“, schreibt die Enkelin zu einem Foto des noch gut erhaltenen gelben Aufnähers.

Den Judenstern ihrer verstorbenen Oma hat eine junge Frau aus Essen beim Ausräumen des Hauses entdeckt und auf Jodel gepostet.

Die junge Frau wusste zwar, dass ihre Oma eine schwere Zeit hatte, doch innerhalb der Familie sei dieses Thema selten präsent gewesen, schreibt sie in einem Kommentar zu ihrem Post. Auch ihre Großmutter habe nie darüber gesprochen. „Jetzt wo sie gestorben ist und ich das beim Ausräumen der Wohnung gefunden habe, ist das wie ein Schlag für mich“.

Frau findet Judenstern der Oma - Jodel-Nutzer erschüttert: „Das macht mich so traurig“

Auch die anderen Jodel-Nutzer lässt das Fundstück nicht kalt. „Würde es wie einen Schatz hüten“, heißt es in einem Kommentar. „Oh mein Gott, das macht mich so traurig. Deine arme Omi“, schreibt ein anderer Nutzer. Auf die Frage, ob der Judenstern vielleicht einem Bekannten der Oma gehörte, verrät die Enkelin die wenigen Details, die sie aus dem Leben ihrer Oma kennt. „Das war ihr eigener“, antwortet sie, da sie wisse, dass die Großmutter im Konzentrationslager in Sachsenhausen gewesen sei. „Auch wenn ich sie nicht mehr fragen kann, möchte ich mehr über ihre Geschichte erfahren. Ich weiß nur, dass sie drei Jahre als Kind im Konzentrationslager war und ihre Eltern ermordet wurden“, so die wenigen, erschütternden Erinnerungen.

Über das weitere Leben der mit 98 Jahren verstorbenen Oma weiß die Enkelin, dass sie noch vor der Befreiung aus dem KZ kam und vor Kriegsende ihren Opa kennenlernte. Zusammen mit ihm habe sie in Potsdam gelebt, bevor sie Mitte der 60er Jahre in den Westen flüchteten und in Essen landeten, berichtet sie. „Jetzt hatte ich das Sinnbild für das Grauen in der Hand – hat sich wirklich schlimm angefühlt“, sagt die Enkelin auf Nachfrage von Der Westen. (va)

Auf Jodel werden regelmäßig kuriose Fundstücke und Geschichten gepostet, wie die geheimnisvolle Entdeckung eines Jodel-Nutzers in München. Er spürte hinter einem Bücherregal einen Geheimraum auf. Einen besonderen Fund hat im vergangenen Jahr auch ein Paar in der Münchner Frauenkirche gemacht.

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