Razan Rahsidi: eine mutige, junge Frau

Leben in den Trümmern von Damaskus

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Razan spricht in Damaskus mit syrischen Mädchen über ihre Zukunftspläne.

Damaskus - Egal, wen Razan Rashidi trifft, die erste Frage ist immer die gleiche: „Warum bleibst du in Syrien, warum gehst Du nicht weg wie alle anderen?“

Razan sagt dann: „Weil ich davon überzeugt bin, dass alle Leute, die hier überleben können, auch bleiben sollten. Vor allem wir jungen Menschen. Wir sollten alle ein Teil dieses Landes bleiben und es wieder aufbauen und gemeinsam diese schreckliche Krise meistern.“ Razan nimmt man sofort ab, dass sie überzeugt ist von dem, was sie sagt. Und tut.

Die 30-Jährige arbeitet für Unicef in Damaskus. Manchmal, wenn ihr alles zu viel wird, fährt sie in den Libanon und unterstützt da ihre Landsleute. Aber dann muss sie auch wieder zurück. In ihr Land, ihre Stadt, ihre Heimat.

Sie lebt mitten in Damaskus. In den Stadtvierteln herum türmen sich die Trümmer. „Es gibt aber auch Straßenzüge, denen man gar nicht anmerkt, was hier los ist“, erzählt Razan. Schießereien, Raketenangriffe, Detonationen gehören zu ihrem Alltag. „Gerade ist es aber relativ ruhig. Wir haben ein, zwei Angriffe pro Tag, vor einem Monat hatten wir einmal 50 Angriffe an einem einzigen Tag. Das war heftig.“

Razan Rashidi lebt in Damaskus und will bleiben so lange es geht.

Die studierte Kommunikationswissenschaftlerin kann sich in Damaskus nur manchmal frei bewegen. Je nachdem, welche Alarmstufe herrscht, darf sie bestimmte Zonen betreten oder muss diese verlassen. Ihr Aktionsradius wird immer kleiner. Es sind nur noch ein paar Ecken, die als sicher gelten. Dort herrscht größte Militärpräsenz. Sie versteht, dass viele Landsleute in den Libanon oder noch weiter nach Europa wollen. „Wie sollen sie hier überleben, manchmal kann man sich nur in seiner eigenen Straße bewegen, kann nicht mal Lebensmittel kaufen.“ Sie erzählt von Familien, die ihren Kindern Gras statt Spinat zu essen geben und es unter ein Rührei mischen, weil sie keine andere Nahrung mehr haben. Sie berichtet von den sechs Millionen Kindern in Syrien, die ohne humanitäre Unterstützung der Hilfsorganisationen verloren wären. „Wir können noch helfen, also sollten wir das auch tun. Die Kinder sind auf uns angewiesen.“

Ob sie keine Angst hat? „Klar, habe ich Angst, aber auch Vertrauen in die 1000 anderen Mitarbeiter der UN, die uns schützen und hier ihr Leben für mich risikieren“, sagt Razan.

Rund 200 Kollegen haben sich so wie sie bereit erklärt, für Unicef in Syrien zu arbeiten. „Wir sind wie eine Familie, wir teilen alles. Wir fragen uns aber auch jeden Tag, kann ich noch bleiben? Und ist jeden Morgen eine bewusste Entscheidung zu sagen: Ja, ich bleibe.“

Die meisten Unicef-Projekte werden von Damaskus aus gesteuert. Daneben gibt es kleine Außenposten in Aleppo, Homs, Tartous und Al-Hassakeh. Im Ganzen Land kooperiert das Kinderhilfswerk mit lokalen Organisationen. Razan: „Wir müssen zu den Menschen, sie können nicht zu uns.“

Das ist nicht so einfach. Unabhängig von Angriffen und Anschlägen. Immer wieder werden Hilfstransporte gestoppt, kontrolliert, festgehalten. Der Zugang zu den aktuell umkämpften Gebieten muss einzeln genehmigt werden. Unicef schätzt, dass inzwischen zwei Millionen Kinder gar keine Hilfe mehr erhalten, weil sie von der Außenwelt isoliert sind. Ihr einziger Ausweg: die Flucht. Wir Syrer hängen sehr an unserer Heimat. Aber mir fallen ehrlich gesagt wenige Gründe ein, warum diese Familien bleiben sollten. Ihnen vielleicht?“, fragt Razan. 

Spenden und gewinnen

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