Impfpflicht für Konzertbesuche?

„Unfassbar“: Eventim will Tickets nur noch an Corona-Geimpfte verkaufen

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Eventim will künftig den Impfausweis vor dem Ticket-Verkauf prüfen.

Eventim hat angekündigt, Tickets nur noch an Personen zu verkaufen, die gegen Corona geimpft sind. Im Netz entbrannte daraufhin eine hitzige Diskussion.

Update vom 5. Februar, 15.28 Uhr: (red) - Nachdem die Ankündigung von Eventim, Tickets nur noch an Geimpfte zu verkaufen, in den vergangenen Tagen für eine Welle der Empörung gesorgt hat, meldet sich jetzt Nena auf ihrem Instagram-Kanal zu Wort. Die Sängerin war bereits im Oktober 2020 mit einer kryptischen Corona-Botschaft* aufgefallen.

Jetzt äußert sie sich wie folgt: „Ihr Lieben, auf meinen Konzerten wird es auch weiterhin keine Zweiklassengesellschaft geben.“ Und weiter: „Ihr seid immer alle willkommen! Ob du dich impfen lässt oder nicht, ist ganz allein Deine Entscheidung und muss von jedem respektiert werden“.

Die Mehrheit der Fans zeigt sich unter Nenas Instagram-Post begeistert. „Richtig so!“, schreibt etwa eine Userin. Eine andere: „Ich wusste, dass ich mich auf dich verlassen kann und du das niemals mittragen würdest“.

Eine weitere Kommentatorin lobt die Sängerin sogar für ihren Mut: „Danke liebe Nena ...für deine klare Position in der Öffentlichkeit... das trauen sich anscheinend im Moment die wenigsten deiner Kollegen“. Ähnlich sieht es auch die Autorin folgenden Kommentars: „ Ich hoffe, dass weitere Künstler deinem Statement folgen“. tz.de ist Teil des Ippen-Redaktionsnetzwerks.

Aufregung um Eventim-Ankündigung

Erstmeldung vom 3. Februar: Berlin (dpa) – Der Ticketverkäufer und Konzertveranstalter CTS Eventim will eine Corona-Impfung zur Voraussetzung für die Teilnahme an Veranstaltungen machen.

«Wenn es genug Impfstoff gibt und jeder sich impfen lassen kann, dann sollten privatwirtschaftliche Veranstalter auch die Möglichkeit haben, eine Impfung zur Zugangsvoraussetzung für Veranstaltungen zu machen», sagte Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg der «Wirtschaftswoche». Das Unternehmen habe bereits seine Systeme so eingerichtet, dass diese auch Impfausweise lesen könnten.

Eventim: Tickets sollen nur noch an Corona-Geimpfte verkauft werden

In Schleswig-Holstein hat das Gesundheitsministerium CTS Eventim mit der Vergabe von Impfterminen beauftragt. Für das Unternehmen ist das ein neues Geschäftsfeld in Zeiten, in denen durch die Corona-Beschränkungen die Veranstaltungsbranche weitgehend brach liegt.

Mit anderen Bundesländern sei man im Gespräch für eine Zusammenarbeit, wenn mehr Impfstoff verfügbar sei, so Schulenberg. «Je schneller die Bevölkerung geimpft ist, desto schneller können auch Veranstaltungen wieder stattfinden.» Vor allem gehe es aber darum, «einen Beitrag zu leisten, damit wir alle diese Pandemie baldmöglichst überwinden», sagte er.

Reaktionen zu den Ankündigungen von Eventim im Netz sind gespalten

(red): Im Netz sind die User zu den Plänen von Eventim geteilter Meinung. Einiger Twitterer befürchten, dass die Maßnahmen nur ein weiterer Schritt zu einem allgemeinen „Impfzwang“ darstellen. „Gegen solche Menschenrechtsverletzungen und Verstöße gegen das Grundgesetz sollte eine Klagewelle vor Gericht über Eventim hereinbrechen! Unfassbar!“, schreibt etwa ein aufgebrachter Kommentator.

Ein anderer schreibt: „Eventim, schämt ihr euch nicht? Ihr wollt einen Impfpass für Events verlangen? Es gibt auch Menschen, die sich aufgrund von Vorerkrankungen nicht impfen lassen sollten, da es mehr schadet als nützt. Diese Menschen schließt ihr vom gesellschaftlichen Leben aus!“

Viele befürworten auf Twitter jedoch auch die angekündigten Pläne von Eventim: „Endlich mal was, was Eventim richtig macht. Bin mal gespannt, ob es rechtlich so bleiben darf.“ Ein anderer verweist zudem darauf, dass viele der Nutzer, die sich beschweren, die Nachricht nicht richtig verstanden hätten: „Twitter at its best. Eventim kündigt an, Tickets nur an Geimpfte zu verkaufen und alle drehen durch. Sie haben gesagt, unter der Voraussetzung Wenn es genug Impfstoff gibt und jeder sich impfen lassen kann, die Veranstaltungen für Geimpfte zu öffnen. Wo ist das Problem?“

Ein anderer Twitter-Nutzer pflichtet bei und zitiert eine Passage aus der dpa-Meldung: „Wenn einmal alle die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen, ist es eine individuelle Entscheidung. Dann sollten privatwirtschaftliche Veranstalter einen Impfnachweis zur Zugangsvoraussetzung machen können. - Lesen und verstehen. Es ist NICHT von Zwang die Rede.“

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