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Vor 45 Jahren wurde Geschichte geschrieben

Experte: Das bleibt von der ersten Mondlandung

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Professor Ulrich Walter.

München - Professor Ulrich Walter (60), ehemaliger Wissenschafts-Astronaut erzählt gegenüber der tz, wie er die erste Mondlandung vor 45 Jahren erlebt hat.

Aldrins Fußabdruck auf dem Mond.

Ein gerillter Fußabdruck im grauen Staub des Mondes. Das Foto sagt aus: Die Menschheit hat es geschafft, ihre Spuren sogar auf dem Mond zu hinterlassen. Dabei zeigt es nicht einmal den Abdruck des ersten menschlichen Schrittes auf dem Erdtrabanten. Hinterlassen hat ihn Buzz Aldrin, zweiter Mann auf dem Mond. Den ersten Schritt hat Neil Armstrong am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr deutscher Zeit getan und dabei den legendären Satz gesagt: „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.“

Am Vortag, um 21.17 Uhr deutscher Zeit, waren er und Buzz Aldrin mit ihrer Raumkapsel gelandet. Das dritte Mitglied der Apollo-11-Mission umkreiste währenddessen als Pilot der Kommandokapsel den Mond. Mehr als eine halbe Milliarde Menschen verfolgten etwa 400 000 Kilometer entfernt das Mega-Ereignis live im Fernsehen. Damit war die Mondlandung das erste weltumspannende Ereignis der Geschichte. Für eine kurze Zeit schien die Welt zusammenzurücken – doch nicht für lange. Der Kalte Krieg war im vollen Gange, und die USA hatten mit der Landung und der US-Flagge auf dem Mond einen Punkt gegen die Sowjetunion gemacht.

Fast ein halbes Jahrhundert später sehen die Welt und Weltraumforschung völlig anders aus. Der Kalte Krieg ist vorbei. Die USA und Sowjetunion arbeiten bei Weltraumprojekten wie der Internationalen Raumstation ISS zusammen, wenn auch seit der Ukraine-Krise nur noch eingeschränkt.

Armstrong starb 2012 im Alter von 82 Jahren nach einer Herzoperation. Seine Kollegen Buzz Aldrin, der nach Armstrong ausstieg, und Michael Collins, werden beide im kommenden Jahr 85 und sind längst im Ruhestand.

Das verpasste Wunder

Professor Ulrich Walter (60), ehemaliger Wissenschafts-Astronaut und derzeitiger Inhaber des Lehrstuhls für Raumfahrttechnik an der TU München, war 1993 im Rahmen der STS-55-Mission für zehn Tage im Weltall. In der tz spricht er darüber, wie er die erste Mondlandung erlebt hat.

Wie erinnern Sie sich an die erste Mondlandung? 

Professor Ulrich Walter: Ich war ja damals 15 Jahre alt. Die Mondlandung fand in den frühen Morgenstunden unserer Zeit am 21. Juli statt. Mein Vater hatte mich zeitig ins Bett geschickt, weil ich am nächsten Tag eine Arbeit in der Schule schrieb. Das war natürlich weniger erfreulich für mich als jungen Kerl, aber ich bekam dann am nächsten Tag alles mit – in der Zeitung, im Fernsehen. Es war ein großes Ereignis – die Menschheit war zum ersten Mal auf einem anderen Planeten, das muss man sich mal vorstellen! Ich persönlich fand zusätzlich die ganze Technik drumherum spannend.

Hat die Mondlandung Ihren späteren Berufswunsch beeinflusst? 

Walter: Erstaunlicherweise gar nicht! Wissen Sie, die Welt befand sich im Kalten Krieg, Amerikaner gegen Russen. Die Amerikaner auf dem Mond! Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass ich als Deutscher auch Astronaut werden könnte. Das kam später – es gab einen Aufruf im deutschen Fernsehen, dass Wissenschaftsastronauten für Experimente im Weltraum gesucht werden.

Was war das Prägnanteste an der Landung? 

Walter: Die Fernsehbilder der Landung, der Ton, die ganzen Eindrücke – die kamen wirklich von ganz weit weg, das merkte man richtig! Es war ja kein qualitativ hochwertiges Fernsehbild wie heute, das war eigentlich das Besondere.

Was ist das für ein Gefühl, als Astronaut ins All zu fliegen? 

Walter: Beim ersten Mal ist es natürlich absolut beeindruckend, beim zweiten Mal auch noch, beim dritten und vierten Mal dann fast schon Routine – wie alles im Leben. Man macht ja trotz allem „nur“ seinen Job, auch wenn dieser durchaus intensiver Vorbereitung bedarf.

Was bleibt von der ersten Mondlandung? 

Walter: Mal abgesehen vom Fortschritt für die Forschung: Für mich liegt das Erbe dieser frühen Mondfahrten in den wunderbaren Bildern, die wir von der Erde aus dem All haben – der kleine blaue Planet.

Interview: Bérangère Witt

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