Wintergarten fliegt in die Luft

Explosion beim Böller-Basteln: Mann schwebt in Lebensgefahr - „Rauchwolke wie bei einer Atombombe“

Ein Mann will sich seine Silvester-Böller selber basteln. Dann kommt es zu einer Explosion. Der 19-Jährige schwebt in Lebensgefahr.

Eckernförde - Weil der Verkauf von Silvester-Böllern in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfällt, ist ein junger Mann auf eine Idee gekommen. Der 19-Jährige wollte sich am Dienstag seinen Feuerwerkskörper einfach selber basteln. Doch sein Gedanke stellte sich als Schnapsidee heraus, die er fast mit seinem Leben bezahlte.

Denn der Mann aus Eckernförde in Schleswig-Holstein verletzte sich beim Herstellen des Böllers schwer, schwebt nach Angaben eines Polizeisprechers sogar in Lebensgefahr. Laut der Polizei flog zudem der Wintergarten in die Luft, als er mit den Chemikalien hantierte. Das Elternhaus wurde auch erheblich beschädigt. Der 19-Jährige erlitt schwerste Verbrennungen und musste in eine Spezialklinik nach Lübeck gebracht werden.

Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr stehen neben einem Haus in der Cäcilienstraße in Eckernförde.

Explosion beim Böller-Basteln: Feuerwehr vermutet Stichflamme

Zu der Explosion im Reihenhaus seiner Eltern kam es am Vormittag. Der junge Mann habe im Wintergarten des Reihenhauses mit den Chemikalien gearbeitet, die dann explodiert seien, hieß es von der Polizei. Nachbarhäuser waren den Angaben zufolge nicht betroffen. Vor drei Jahren kam es zu Silvester schon einmal zu einem folgenschweren Unfall. In Berlin wurden Kinder durch Böller schwer verletzt.

Wehrführer Meint Behrmann von der Freiwilligen Feuerwehr Eckernförde sagte der Deutschen Presse-Agentur, das Feuer sei bereits aus gewesen, als die Kameraden eintrafen. Es müsse eine Stichflamme gegeben haben. Durch die starke Druckwelle habe sich das Feuer vermutlich selbst gelöscht. Das Haus sei bei der Explosion im hinteren Bereich zum Garten hinaus beschädigt worden, aber noch bewohnbar.

Explosion beim Böller-Bauen: Anwohner dachte an ein Manöver der Marine

Dem Onlineportal „shz.de“ sagte ein Anwohner zu der Explosion: „Ich dachte zuerst an ein Manöver der Marine, aber so heftig ist das da eigentlich nie.“

„Ich saß am Küchentisch und habe Kaffee getrunken, als es plötzlich einen ganz schrecklichen Knall gab. Mir standen die Haare zu Berge. Ich habe mich so erschrocken und aus dem Fenster geschaut. Da war eine Rauchwolke – wie bei einer Atombombe, wie ein Pilz, der aufgeht“, schilderte eine Anwohnerin der Bild.

In Schleswig-Holstein ist der Verkauf von Feuerwerk in diesem Jahr wie überall in Deutschland verboten. Wo man ein Feuerwerk zünden darf, darüber hat jetzt ein Gericht in Bayern geurteilt. (mt/dpa)

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare